24. Mai 2018, 12:36
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Dax: 30 Jahre Performance “Made in Germany”

Der deutsche Leitindex Dax feiert in diesem Jahr seinen dreißigsten Geburtstag. Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors zieht Bilanz und äußert seine Wünsche für das wichtigste deutsche Börsenbarometer in den  kommenden 30 Jahren.

15 05 HJ Naumer Schreibtisch-Kopie in Dax: 30 Jahre Performance Made in Germany

Hans-Jörg Naumer, Allianz-GI: “Auch in Zukunft dürfte es lohnenswert sein, sich an der Risikoprämie der im Dax enthaltenen Unternehmen zu beteiligen.”

Knapp neun Prozent pro Jahr hat er über die letzten 30 Jahre gemacht, der deutsche Aktienindex Dax. 30 Jahre, die viele Höhen und Tiefen sahen. Aufgelegt im Sommer 1988, rückgerechnet auf einen Indexstand von 1.000 zum Januar 1988 hatte er sich in der Zwischenzeit mit einem Rekordhoch über 13.500 Indexpunkten mehr als verdreizehnfacht. Dazwischen lagen Asien- und Russlandkrise, die “Technologie-Medien-Telekommunikations-Blase”, der “11. September”, die Pleite von Lehman-Brothers, welche den Ausbruch der US-Subprime-Krise und die darauf folgende Euro-Staatsschuldenkrise markierte.

Und auch immer wieder starke Aufwärtsbewegungen, weil am Ende Wachstum und Unternehmensgewinne den Sieg davon trugen. In der historischen Rückrechnung des Dax bis zum Jahr 1955 gab es in 44 von 63 Jahren eine positive Rendite. Natürlich ist die Wertentwicklung der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Gewinne, aber die Geschichte zeigt zumindest, dass sich das “Zittern” bei all‘ dem Auf und Ab der Kurse in der Vergangenheit auch gelohnt hat.

Beliebt im Ausland – verschmäht im Inland

Tragisch dabei: Die Firmen, welche der Dax repräsentiert, sind im Ausland zwar sehr beliebt, werden aber zu Hause offensichtlich verschmäht. Von über 5,5 Billionen Euro an liquidem Geldvermögen in Deutschland sind nur elf Prozent in Aktien und weitere neun Prozent in Investmentfonds investiert (ca. Drittel davon in Aktienfonds), der Rest des Geldes lümmelt unproduktiv zum Beispiel in Bargeld- und Sichteinlagen herum. Die vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) erhobene Zahl der Aktionäre kommt mit neun Millionen aus einer Gesamtbevölkerung von über 80 Millionen schon seit Jahren nicht vom Fleck, gleichzeitig befinden sich aber nach Erhebungen von Ernst & Young knapp 58 Prozent der Anteile der Dax-Firmen in ausländischer Hand. Nichts gegen Wettbewerb um Kapital – aber wir sollten uns daran beteiligen.

Investieren statt Spekulieren

Wer in Aktien investiert ist kein Spekulant, sondern ein Investor, der Unternehmen wichtiges Eigenkapital für produktives Wachstum zur Verfügung stellt. Für die eigene Kapitalanlage heißt das konkret: Ein ständiges Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren ist nicht notwendig. Es kann sogar schädlich sein.

Ein Beispiel: Wer über die letzten 30 Jahre beim Dax die 20 Tage mit den stärksten Kursgewinnen verpasst hat, hat im Durchschnitt Jahr für Jahr knapp vier Prozent erzielt. Wer sogar die besten 40 Tage verpasst hat, kam nur auf knapp 0,4 Prozent pro Jahr. Wer dagegen einfach die letzten 30 Jahre durchgängig investiert blieb, konnte durchschnittlich knapp neun Prozent pro Jahr erzielen.

Beim Sparen sparen

Einfach und ohne die Anforderung ständig die Kapitalmärkte beobachten zu müssen, gelingt der Kapitalaufbau auch mit einem Sparplan, der schon über kleinere Beträge abgeschlossen werden kann. Vorteil: Der Durchschnittskosteneffekt. Dieser hilft beim Sparen zu sparen, denn: wer in einen Sparplan einen regelmäßigen Beitrag investiert, der kauft z.B. bei einem Aktienfonds weniger Anteile, wenn die Kurse hoch sind, und mehr, wenn sie niedrig sind. Vollautomatisch.

Beispiel: Ein Anleger hat über die letzten 30 Jahre – also zur Auflegung des Dax – jeweils 50 Euro monatlich investiert. Insgesamt hätte er 18.000 Euro investiert, und würde heute, Dank Dividenden, Kursgewinnen, Durchschnittskosteneffekt und dem Zinseszinseffekt der bei der Wiederanlage dazu kommt, über knapp 70.000 Euro verfügen – ein Ertrag von ca. 51.000 Euro. Natürlich sind die letzten 30 Jahre keine Garantie, dass es sich in den nächsten 30 Jahren genauso wieder verhält. Dividenden und Kursentwicklung wiederholen sich nicht, aber der Durchschnittskosten- und Zinseszinseffekt sind mathematische Konstanten.

Seite zwei: Wohlstand für alle ist möglich

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