Anzeige
28. August 2018, 06:24
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Odysseus-Strategie der Kapitalanlage

Die griechische Mythologie ist oft dazu geeignet, Anleger über die Selbstbindung ihrer Kapitalanlage nachdenken zu lassen. Mehr denn je, da die Märkte zunehmend unruhiger werden. Die Naumer-Kolumne

15 05 HJ Naumer Schreibtisch-Kopie in Die Odysseus-Strategie der Kapitalanlage

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors: “Multi-Asset-Produkte werden von den Anlegern sehr gezielt als eigenständiges Anlagevehikel wahrgenommen.”

Zugegeben, diesen Titel kennen Sie. Ich höre einfach eben nicht auf mich mit der griechischen Mythologie zu beschäftigen, zumal gerade der sagenumwobene Held Odysseus immer wieder gut dafür ist, über die Selbstbindung bei der Kapitalanlage nachzudenken. Noch dazu, wenn die Zeiten unruhiger werden. Man denke nur an die Handelskonflikte, die Türkische Lira-Krise oder auch die Tatsache, dass das globale Wachstum langsam aber sicher sein Hoch erreicht hat und mehr und mehr Divergenzen deutlich werden zwischen den US-amerikanischen und dem europäischen Datenkranz. Ziel nehmen auf die Rendite bei Negativ-/Nullzinsen, nach oben schleichenden Inflationsraten und voraussichtlich zunehmenden “Wellenschlägen” genannt Volatilität heißt die Devise.

Zunehmende Bedeutung von Multi-Asset-Lösungen

Selbstbindung um Kurs zu halten, dafür steht Odysseus. Sie erinnern sich: Dieser Held der Antike ließ sich an den Mast seines Schiffen binden, damit er unbeschadet am Felsen der Sirenen mit ihren verlockenden Gesängen vorbei kam, während seine Freunde unbeirrt ruderten, sie hatten ja Wachs in den Ohren. Selbstbindung mit Mult-Asset-Fonds das scheint mehr zu sein, als eine Eintagsfliege. Hier lassen sich strukturelle Veränderungen in den Depots der Anleger nachweisen.

Ein Blick auf die Nettomittelzuflüsse, welche die einzelnen Fondsgattungen (Aktien, Anleihen, Geldmarkt, Immobilien, Rohstoffe, Alternative Produkte und Multi Asset) über die letzten Jahre erzielten, zeigt die zunehmende Bedeutung von Multi-Asset-Lösungen. Diese Fondsart hat in Europa merklich an Bedeutung gewonnen, wobei hier vor allem der deutsche, der italienische und der spanische Markt zu nennen sind.

Die gestiegene Nachfrage nach Multi-Asset-Fonds spiegelt sich nicht nur in den Flussgrößen, sondern auch in den Beständen, also der Gesamtallokation der Anleger, wider. Das zeigt die Aufteilung der Fondsvermögen in Aktien-, Anleihen- sowie Geldmarktfonds, Alternative Produkte und eben Multi-Asset-Fonds. Besonders deutlich wird dies in Deutschland, zeigt sich aber zum Beispiel auch in anderen europäischen Ländern.

Bestimmungsgröße: “Excess Flow”

Werden Marktentwicklung und Anlegerverhalten verknüpft, indem die aktive Allokationsentscheidung, also das Über- bzw. Untergewichten in Relation zur Gesamtmarktentwicklung, untersucht wird, zeigt sich die bewusste Anlegerentscheidung noch deutlicher.

Die Bestandsgröße der Fonds im Portfolio der Investoren wird ja auch von der Entwicklung an den Kapitalmärkten beeinflusst. Sie ist für sich allein genommen also noch kein ausreichender Indikator dafür, welche Anlageentscheidungen die Anleger letztlich bewusst getroffen haben.

Seite zwei: Zuflusstheorie als Maß für die Allokationstheorie

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Spahn dringt auf bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt im Kampf gegen die Personalnot in der Pflege auf bessere Arbeitsbedingungen.  “Derzeit ist die Pflege der am wenigsten planbare Beruf, den es gibt”, sagte der CDU-Politiker der “Augsburger Allgemeinen” am Donnerstag. 

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Wie hoch ist das durchschnittliche Baudarlehen?

Deutsche Kreditnehmer nehmen immer mehr Geld auf um sich den Wunsch nach den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, berichtet über weitere aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen.

mehr ...

Investmentfonds

Warum der US-Handelskrieg eine Chance für die EU ist

Amerikas saure, nicht süße Handelspolitik zwingt China, Alternativen zu suchen. So belebt Peking die eurasische Seidenstraße wieder und holt Russland mit ins Boot. Beide Länder verbindet sicher keine Liebesbeziehung, aber für eine Vernunftehe gegen den gemeinsamen Feind USA reicht es allemal. Könnte man auch noch Europa anbinden, würde sich der bislang zeitintensive Seeweg chinesischer Exporte in die westliche Welt erheblich verkürzen. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

“Ein Provisionsdeckel wäre verfassungswidrig”

Das 14. “Bonner Spitzentreffen”, das rund 40.000 Versicherungsvertreter in Deutschland repräsentiert, hat sich einstimmig gegen eine Deckelung von Provisionen im Zuge der Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) ausgesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium veröffentlicht geprüften Portfoliobericht

Solvium Capital, Anbieter von Direktinvestments in Container und Wechselkoffer, hat den aktuellen Portfoliobericht des Unternehmens vorgelegt. Anders als offenbar beim ehemaligen Konkurrenten P&R läuft demnach alles vertragskonform.

mehr ...

Recht

Welche finanziellen Vorteile die Eheschließung bringt

Heiraten – ja oder nein? Keine einfache Entscheidung, doch auch neben der Liebe gibt es gute Gründe dafür. Die Experten der DVAG erklären, wie sich Eheleute bei Steuern und Versicherungen besserstellen können und geben Tipps, was sie beachten sollten.

mehr ...