15. August 2018, 13:59
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Factor Investing: Value ist immer auch Growth

Zum Stichwort Value fällt wohl als erstes der Name Warren Buffett. Factor-Investing-Strategien gehen jedoch anders vor. Was ist Value-Investing eigentlich und wo lauern die Fallen? Teil drei der Cash.-Online Reihe zum Thema Factor Investing. Gastbeitrag von Alexandra Morris, Skagen Funds.

Alexandra Morris Investment-Director-Kopie in Factor Investing: Value ist immer auch Growth

Alexandra Morris: “Unserer Auffassung nach sind die Faktoren Value und Growth untrennbar miteinander verbunden. “

Value Investing ist ein kontroverser Begriff, da er unterschiedliche Dinge bezeichnen kann.  Das gilt auch im Zusammenhang mit Factor Investing.

Der Begriff Factor Investing beschreibt den Aufbau eines Portfolios auf Grundlage quantitativer Faktoren, die in der Vergangenheit zu hohen Renditen geführt haben. Zu diesen Faktoren zählen sowohl der value-orientierte als auch der growth-orientierte Investmentansatz.

Value Investing: Mehr als nur der Blick auf’s KGV

Wenn Anleger auf Value Investing setzen, dann legen sie vor allem ihren Fokus auf günstige Preisfaktoren wie Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis. Geldanlagen in Unternehmen, die zu niedrigen Kursen gehandelt werden und daher auf den ersten Blick preiswert erscheinen, werden deshalb als Value Investing bezeichnet.

Laut Definition stehen Value-Aktien sogenannte Growth-Aktien gegenüber. Sie werden oftmals zu höheren Preisen gehandelt, da sie bessere Wachstumsaussichten bieten. Im Allgemeinen sind Value Investoren von Marktgeschehnissen unabhängiger als andere, da sie sich bei ihrer Anlagestratgie auf eine Auswahl von marktunabhängigen Unternehmensdaten stützen. In “Value” steckt auch immer ein bisschen “Growth”.

Skagen beispielsweise handelt nach einer Anlagephilosophie, die für das ungeschulte Auge als wertorientiert erscheinen mag. Und tatsächlich weisen viele der in unseren Fonds enthaltenen Positionen vergleichsweise niedrige Kosten auf, die für Firmen in Value-Fonds charakteristisch sind. Allerdings basiert diese Art der Portfoliokonstruktion nicht nur auf einer einfachen quantitativen Berechnung der Preisfaktoren.

So geht Skagen vor

Stattdessen ermitteln wir den Unternehmenswert anhand von fünf unterschiedlichen Daten: Die bisherige Leistung sowie die Gewinnaussichten, der Einsatz der Geschäftsleitung für den Aktionärsgewinn, die Nachhaltigkeit der Firmenstruktur und das Engagement gegenüber anderen Stakeholdern.

Sobald der Unternehmenswert geschätzt ist, prüfen Portfoliomanager, ob der aktuelle Kurs so weit unter dem Firmenwert liegt, dass ein Investment mit ausreichender Sicherheit möglich ist.

Seite zwei: Value und Growth: “Untrennbar miteinander verbunden”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GDV: Entscheidung der Fed handelt gegen steigenden politischen Druck

Gestern entschied sich Jerome Powell dazu, seinen Kurs der Zinspolitik fortzusetzen. Die Auswirkungen für Deutschland scheinen geringer als gedacht zu sein .Ein Kommentar von Klaus Wiener, Chefvolkswirt des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

mehr ...

Immobilien

Auch Eigenleistungen, Bausparvertrag oder Riester-Rente sind Eigenkapital

Eine Finanzierung der eigenen vier Wände sollte mit 15 Prozent Eigenkapital auf sichere Beine gestellt werden. Dabei zählt hier nicht nur das Ersparte. Auch Eigenleistungen wie Tapezieren oder Malern können als Eigenkapital angerechnet werden und machen den Hausbau so für Normalverdiener mit geringen Ersparnissen möglich.

mehr ...

Investmentfonds

Schwache Wirtschaft, niedrige Inflation, hohe Staatsverschuldung: Europa in der Krise?

Seit Anfang des Jahres häufen sich die negativen Wirtschaftsmeldungen: Immer weiter werden Konjunkturprognosen nach unten korrigiert und im Mai entfernte sich auch die Inflation wieder deutlich von der 2- Prozent-Zielmarke der EZB. Gleichzeitig sind die hohen Verschuldungsquoten und Reformstaus vieler europäischer Staaten bedenklich. Ein Kommentar von Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

Nachbearbeitungspflichten: Burnout des Vertreters schränkt Wahlrecht nicht ein!

Das OLG Köln hat kürzlich darüber entschieden, ob der Vertreter Provisionen auch dann zurückzuzahlen hat, wenn er aus gesundheitlichen Gründen selbst keine Nachbearbeitung vorgenommen hat. Ein Gastbeitrag von Jürgen Evers, EversRechtsanwälte für Vertriebsrecht .

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...