Anzeige
22. Juni 2018, 13:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Die griechische Krise ist heute Abend vorbei”

Griechenland verlässt den Euro-Rettungsschirm, nach acht Jahren. Das Land stand 2010 kurz vor der Staatspleite, nun verzeichnet es wieder Haushaltsüberschüsse, ist aber immer noch hoch verschuldet und hat eine hohe Arbeitslosenquote. So sieht die Abschlusserklärung der Eurogruppe aus:

Pierre-Moscovici-EU-Finanzkommissar-Europa-EU-shutterstock 1042002727 in Die griechische Krise ist heute Abend vorbei

EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici: “Das ist ein historischer Moment. Die griechische Krise ist heute Abend vorbei.”

Griechenland verlässt nach acht Krisenjahren das Euro-Rettungsprogramm und steht ab August finanziell wieder auf eigenen Beinen. Zum Abschluss erhält das hoch verschuldete Land noch einmal 15 Milliarden Euro an Krediten als Finanzpolster und Schuldenerleichterungen. Dafür verpflichtet es sich zur Fortsetzung des Spar- und Reformkurses. Das Paket vereinbarte die Eurogruppe in der Nacht zum Freitag in Luxemburg.

“Die Regierung wird niemals vergessen, was das griechische Volk durchmachen musste”

Die Beteiligten feierten diesen letzten großen Kraftakt. “Das ist kein banaler Moment”, sagte EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici. “Das ist ein historischer Moment. Die griechische Krise ist heute Abend vorbei.”

Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos betonte, die Regierung in Athen sei zufrieden mit der Vereinbarung. “Aber die Regierung vergisst nicht und wird niemals vergessen, was das griechische Volk in diesen acht Jahren durchmachen musste.”

Eurogruppen-Chef Mario Centeno meinte: “Es ist geschafft: Wir haben nach dieser langen und schwierigen Anpassung eine sanfte Landung hinbekommen.”

Details der Abschlusserklärung

Vor allem um die Schuldenerleichterungen war noch einmal stundenlang hart gerungen worden. Bundesfinanzminister Olaf Scholz fuhr dem Vernehmen nach einen strikten Kurs – der SPD-Politiker selbst äußerte sich in der Nacht nicht mehr offiziell.

Am Ende wurde laut Abschlusserklärung vereinbart, den Beginn von Zins- und Rückzahlungen älterer Kredite um weitere zehn Jahre hinauszuschieben. Außerdem soll Griechenland wieder Zinsgewinne der Europartner gutgeschrieben bekommen, sofern es politische Zusagen einhält. 2032 soll geprüft werden, ob noch einmal Schuldenerleichterungen nötig sind.

Die letzte Tranche von 15 Milliarden Euro aus dem seit 2015 laufenden dritten Rettungsprogramms soll weitgehend in Reserve gehalten werden. 5,5 Milliarden davon gehen direkt auf ein separates Konto nur für den Schuldendienst, die übrigen 9,5 Milliarden sollen zum Aufbau eines Finanzpolsters dienen.

“Glaubwürdiges Gesamtpaket”

Insgesamt werde Griechenland das Hilfsprogramm des Euro-Rettungsschirms ESM mit einem Puffer von 24,1 Milliarden Euro verlassen, heißt es in der Erklärung. Damit sei der Schuldendienst für 22 Monate in jedem Fall gesichert.

Hauptziel des Manövers ist es, das Vertrauen von Anlegern zu stärken und dem Land ab August die Aufnahme bezahlbarer Kredite zu erleichtern. Moscovici nannte das Gesamtpaket glaubwürdig. Das dritte Rettungsprogramm im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro läuft regulär im August aus. Bisher erhielt das Land daraus vergünstigte Kredite von knapp 50 Milliarden Euro.

Seite zwei: Aktuelle Lage in Griechenland

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Swiss-Re-Chef erwartet in diesem Jahr weitere schwere Stürme

Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re rechnet nach dem Hurrikan “Florence” in den USA und dem Taifun “Mangkhut” in Asien am Wochenende mit weiteren schweren Unwettern.

mehr ...

Immobilien

Immobilienunternehmen stellen Spezialisten auf Vorrat ein

In der Immobilienwirtschaft verschärft sich der Kampf um die besten Fach- und Führungskräfte immer weiter. Inzwischen sind Fälle, in denen Mitarbeiter drei bis sechs Monate vor Ankauf oder Projektbeginn auf Vorrat eingestellt werden keine Seltenheit mehr.

mehr ...

Investmentfonds

Handelsstreit als Chance für Europa

Donald Trump hat den Konflikt zwischen den USA und China erneut angefacht, indem er ankündigte, die Zölle auszuweiten. Beijing will sich dagegen wehren. Das kann die Nachfrage nach europäischen Produkten steigern, doch auch ihre Hersteller werden unter dem Streit leiden.

mehr ...

Berater

Charta: Michael Franke hört nach über 20 Jahren auf

Paukenschlag beim Maklerverbund Charta: Michael Franke, im Vorstand der Charta Börse für Versicherungen AG zuständig für die Bereiche IT und Maklerrecht, wird seinen zum Ende dieses Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R-Vertrieb: Schützenhilfe durch die Grünen

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zur Rolle der BaFin im Rahmen der P&R-Insolvenz, wirft kein besonders gutes Licht auf die Prüfungspraxis der Behörde, hilft aber dem Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Bindet der Mietvertrag auch den Ehepartner?

Wenn nur ein Ehepartner einen Mietvertrag unterschreibt, ist der andere nicht automatisch daran gebunden. Auch dann nicht, wenn sein Name im Mietvertrag genannt ist. Der Vermieter kann also nicht die Ehefrau verklagen, weil ihr Mann, der den Vertrag unterschrieben hat, keine Miete mehr zahlt. Dies entschied laut D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) das Landgericht Stuttgart.

mehr ...