5. Juni 2019, 11:30
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Factor Investing: Zu viel Marketing-Wunschdenken

Nur wenige Factor-Investing Strategien funktionieren. Warum werden alle anderen Strategien trotzdem angeboten? Darüber hat Cash.-Online mit Alexander Raviol, Partner und CIO Alternative Solutions bei Lupus alpha gesprochen. Teil 13 (1/2) der Cash.-Online-Reihe zum Thema Factor Investing

 in Factor Investing: Zu viel Marketing-Wunschdenken

Alexander Raviol: “Wenn man schaut, welche Investmentstile langfristig funktionieren, dann ist die Menge überschaubar.”

Cash.: Factor-Investing-Strategien gibt es schon länger. Warum boomen sie erst seit wenigen Jahren?

Raviol: Das liegt an der Niedrigzinsphase. Alle Investoren, gerade die institutionellen, sind auf der Suche nach alternativen Renditequellen. Factor Investing erweckt oft den Eindruck, als ob es eine Zusatzrendite gebe, fast ohne zusätzliche Risiken. Daran sind die Fondsanbieter selbst nicht ganz unschuldig. Bei einigen ist etwas zu viel Marketing-Wunschdenken dabei, was man mit mathematischen Analysen im Portfolio-Management erreichen kann. Als Portfolio-Manager sind wir durchaus affin zu mathematischer Herangehensweise, und wir haben deswegen einen sehr kritischen Blick darauf, was Mathematik kann und wie sie eingesetzt wird.

Werden die Hoffnungen und Versprechen auf Zusatzrenditen von Faktor Strategien erfüllt?

Raviol: In der Breite nicht. Es gibt mittlerweile mehr kritische Stimmen dazu. Wenn ich die Presse, Seminare und wissenschaftliche Papers zu diesem Thema mit den Inhalten von vor zwei oder drei Jahren vergleiche, sind diese deutlich kritischer und reflektierter geworden.

Meine Wahrnehmung ist, dass viele Strategien auch wieder verschwinden.

Raviol: Ja, das ist tatsächlich so. Es gibt immer wieder Modewellen, auch im Asset Management, die nicht nachhaltig sind. Wenn man schaut, welche Investmentstile langfristig funktionieren, dann ist die Menge überschaubar. Fondsanbieter versuchen, diese zugrundeliegende Schwäche zu kompensieren, indem sie mit mathematischen Faktoren vermeintlich „intelligent anlegen“ oder Faktoren abwechselnd übergewichten. Das ändert allerdings nichts an dem grundsätzlichen Konstruktionsfehler, dass in den meisten Faktoren keine Renditequelle steckt.

Seite zwei: Warum werden diese Strategien trotzdem aufgelegt?

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