29. Juni 2019, 07:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Nach dem Handels- ist vor dem Währungskrieg

Die Welt ist handelskriegerischer geworden und die „Kriegsschäden“ bleiben nicht aus. Überall schmelzen die Wachstumsprognosen wie Vanilleeis in der Sommerhitze. Besonders tiefe Wunden reißt Trumps Handels-Feldzug bei asiatischen und europäischen Exportnationen. Die Halver-Kolumne

Halver-Robert-Baader-Bank-BBO4957 in Nach dem Handels- ist vor dem Währungskrieg

Robert Halver, Baader Bank: “Kriegsgewinner sind Aktien und Edelmetalle.”

Die bedeutende deutsche Autobranche befindet sich bereits im Abschwung, was auch die dritte Gewinnwarnung von Daimler innerhalb eines Jahres bestätigt. Denn selbst auf dem bislang so robusten chinesischen Automarkt sind die Verkaufszahlen eingebrochen. Und wenn schon Deutschland als Konjunkturlokomotive schwächelt, wie sollen dann erst die Modelleisenbahnen in anderen europäischen Ländern Zugkraft entwickeln?

Export-Darwinismus durch die Notenbank

Große wirtschaftliche Wirkung konnte die Rettungstruppe der EZB trotz all ihrer Üppigkeit bislang nicht erzielen. Kapitulation kommt für sie dennoch nicht in Frage. Um die Folgen des Handelskriegs zu mildern, macht die EZB jetzt an der Devisenfront mobil. Ein schwacher Euro soll Export-Europa konkurrenzfähiger machen. Dazu müssen Zinsen und Anleiherenditen im Euro-Raum weiter sinken.

Tatsächlich, wenn Draghi bei Anleihekäufen von noch “beträchtlichem Spielraum” spricht, klingt das nicht nach geldpolitischer Abrüstung. Und siehe da, die Kriegsrhetorik der EZB funktioniert bereits. Fast bankrotte Euro-Länder können sich so günstig verschulden wie noch nie zuvor. Je schlechter die Bonität, desto niedriger die Renditen. Die Marktwirtschaft am Rentenmarkt ist tot, es lebe die Planwirtschaft.

„America First“ auch beim Export

Trump ärgert sich über die „Währungsmanipulationen“ der EZB grün und blau. Auch die USA wollen keinen starken Dollar mehr, man will exportieren. Das gibt dem US-Präsidenten neue Munition, um gegen die noch zinssenkungsrenitente Fed zu schießen. Hier beneidet Trump seinen chinesischen Amtskollegen, der der weisungsgebundenen People’s Bank of China einfach den Befehl gibt, viel und billiges Geld zu verteilen. Denn auch China ist kein währungspolitischer Friedensengel. Angesichts einer auch handelsseitig angeschlagenen Binnenkonjunktur bleibt für Peking die Exportförderung über einen möglichst schwachen Yuan wichtig.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Noch in diesem Jahr wird die US-Notenbank ihre Leitzinsen senken und damit in den Währungsabwertungskrieg eintreten. Übrigens, von jeher war der Fed das konjunkturpolitische Hemd immer näher als der stabilitätspolitische Rock.

Im Übrigen würde eine Dollar-Hausse eine Währungs-Baisse der Schwellenländer einläuten. Dann schnürten eine Kapitalflucht in die USA und ein schmerzhafter Zins- und Tilgungsdienst den umfangreich in Dollar verschuldeten Emerging Markets den Hals zu. Damit fehlte ihnen Kaufkraft für den Import amerikanischer Produkte.

Seite zwei: Die dicke Bertha schießt weltweit um sich

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DISQ: Die besten Kfz-Versicherer

Und es gibt erhebliche Preis-Leistungs-Unterschiede in der Kfz-Versicherung. Im Idealfall lassen sich bis zu 80 Prozent einsparen. Das zeigt das neue DISQ-Rating unter 27 Kfz-Versicherern, darunter 19 Filial- sowie acht Direktversicherer. Drei Einzeltarife erhielten ein „sehr gut“. Auf Platz eins kamen der Marktführer HUK-Coburg und  der Direktversicherer CosmosDirekt.

mehr ...

Immobilien

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Investmentfonds

Clartan Associés und Ethos bündeln Expertise in einem ESG-Fonds

Der unabhängige Vermögensverwalter Clartan Associés und die im Bereich der sozial-verantwortlichen Investitionen langjährig erfahrene Schweizer Ethos lancieren gemeinsam einen europäischen Nachhaltigkeitsfonds: den Clartan Ethos ESG Europe Small & Mid Cap.

mehr ...

Berater

Plansecur-Messe 2020 komplett digital

Die Finanzberatungsgruppe Plansecur lädt zu ihrer coronabedingt ersten virtuellen Finanzplanungsmesse ein. Auf der ausschließlich für geladene Berater und Partner geöffneten Online-Veranstaltung werden rund 400 Teilnehmer erwartet.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...