16. Juli 2019, 10:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Volatile Märkte: Anleger haben gelernt

Im vierten Quartal 2018 brachen die Kurse an den Finanzmärkten ein. Der Markt reagierte auf die erhöhte Volatilität, indem das Risikoprofil der Investments angepasst wurden. Dies zeigt die Schroders Global Investor Study 2019, für die mehr als 25.000 Teilnehmer in 32 Ländern befragt wurden.

Achim-K Ssner Schroders in Volatile Märkte: Anleger haben gelernt

Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH.

In Deutschland und Österreich reagierten 79 Prozent der Anleger auf die Instabilität, derselbe Prozentsatz, der auch im internationalen Vergleich gemessen wurde. Hervorzuheben ist, dass es sich bei den Umschichtungen keineswegs durchgängig um überhastete Kurzschlussreaktionen gehandelt haben dürfte.

Indiz dafür ist, dass in Deutschland 40 Prozent der Investoren die Marktschwäche ausnutzten und Gelder in risikoreichere Anlagen umschichteten, in Österreich war es sogar jeder Zweite (50 Prozent; weltweit: 35 Prozent).

Anleger agieren oft kurzfristig

Nachholbedarf herrscht wiederum beim Anlagehorizont der Deutschen. Der Studie zufolge halten deutsche Investoren ihre Kapitalanlagen im Durchschnitt 3,1 Jahre.

Sie liegen damit zwar über dem weltweiten Mittelwert (2,6 Jahre), jedoch um fast zwei Jahre unter dem allgemeinhin empfohlenen Anlagezeitraum von mindestens fünf Jahren. Ein Drittel (33 Prozent) der deutschen Investoren sagte sogar, dass sie ihre Anlagen weniger als ein Jahr halten.

Österreicher sind etwas kurzfristiger ausgerichtet und verkaufen ihre Anlagen nach durchschnittlich 2,8 Jahren. Weniger als ein Jahr sind 38 Prozent der österreichischen Anleger investiert.

Überhöhte Renditeerwartungen

Ein möglicher Grund für diesen kurzfristigen Ansatz: die weiterhin sehr optimistischen Ziele der Anleger. Weltweit erwarten die Anleger in den nächsten fünf Jahren im Durchschnitt eine Gesamtrendite (Erträge plus Kapitalzuwachs) von 10,7 Prozent pro Jahr. Vor einem Jahr betrug dieser Wert noch 9,9 Prozent. Jeder sechste erwartet sogar eine Jahresrendite von mindestens 20 Prozent.

Dies steht im Gegensatz zur Wertentwicklung der großen Aktienindizes wie dem S&P 500 und dem DAX. Diese verbuchten 2018 unter dem Strich allesamt Wertrückgänge. Die durchschnittliche Jahresrendite lag beim S&P 500 seit seiner Einführung im Jahr 1957 bei unter 8 Prozent.

Deutsche Investoren machen sich wenig Illusionen

Anleger aus Nord- und Südamerika besitzen mit 12,4 Prozent die höchsten Renditeerwartungen, verglichen mit 9,0 Prozent in Europa. Diese hohen Erwartungen erklären möglicherweise, warum mehr als die Hälfte der weltweit befragten Investoren (51 Prozent) angaben, dass sie in den vergangenen fünf Jahren ihre Anlageziele nicht erreicht haben.

Deutsche Investoren machen sich für die kommenden fünf Jahre dagegen wenig Illusionen. Die von ihnen erwartete Durchschnittsrendite liegt mit 6,8 Prozent deutlich unterhalb des globalen Mittelwerts. Dennoch gaben 46 Prozent an, die Investmentziele in den vergangenen Jahren verfehlt zu haben.

Eine etwas höhere Rendite von durchschnittlich 8 Prozent für die kommenden fünf Jahre erwarten österreichische Anleger. Andersherum sagten hier jedoch nur 44 Prozent, die Anlageziele in den vergangenen fünf Jahren nicht erreicht zu haben.

“Viele Investoren verfehlten zuletzt ihr Anlageziel”

„Wenn Anleger ihre Investment-Allokation hektisch umschichten, um dadurch auf Marktveränderungen kurzfristig reagieren zu wollen, führt dies selten zu langfristig guten Ergebnissen. Ganz im Gegenteil: Investoren laufen damit Gefahr, den Entwicklungen beständig hinterherzulaufen. Eine geeignete Lösung können Multi-Asset-Strategien sein.”, so Achim Küssner, Geschäftsführer der Schroder Investment Management GmbH, in der zugehörigen Pressemitteilung.

“Zudem verdeutlicht die Schroders Global Investor Study 2019, dass viele Investoren zuletzt ihre Anlageziele verfehlt haben – auch in Deutschland und Österreich. Um dies zu ändern und selbst in angespannten Marktsituationen auskömmliche Renditen zu erwirtschaften, bieten wir unseren Kunden zahlreiche Möglichkeiten an. Dazu zählen unter anderem Investments in alternative Anlageklassen sowie Private Assets.“, so Küssner weiter.

“Anleger werden immer in Spannung gehalten”

„Das Auf und Ab an den Märkten wird Anleger immer in Spannung halten. Worauf es ankommt, ist aber eine Fokussierung auf lange Zeiträume. Wenn Anleger ihre Investments vor allem bei schwierigen Marktbedingungen zurückfahren und verändern, wirkt sich dies oftmals nachteilig auf ihre Portfolios aus und führt letztlich zu enttäuschenden Renditen.”, so Charles Prideaux, Global Head of Product and Solutions bei Schroders, in der zugehörigen Pressemitteilung.

 

Foto: Schroders

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Oliver Bäte, Allianz: “Wollen die Führungsstrukturen immer effizienter machen”

Bei Europas größtem Versicherer Allianz muss sich das Management größere Sorgen um Arbeitsplätze machen als das Fußvolk. Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte will eher beim Management als bei den einfachen Mitarbeitern einsparen.

mehr ...

Immobilien

Senatorin: Mietniveau in Berlin ist aus den Fugen geraten

In Berlin ist das bundesweit einmalige Mietendeckel-Gesetz in Kraft getreten. Aus Sicht der zuständigen Senatorin bringt es das Mietniveau wieder ins Lot. Das allein reiche aber nicht.

mehr ...

Investmentfonds

Buffett schwächelt zum Jahresende – Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

Der US-Staranleger Warren Buffett hat mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zum Jahresende deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Dezember fiel der operative Gewinn im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro), wie Berkshire Hathaway am Samstag in Omaha mitteilte. Vor allem im Rückversicherungsgeschäft – einem wichtigen Standbein von Buffetts Konglomerat – lief es schlechter.

mehr ...

Berater

Händler-Plattform Shopify macht bei Facebook-Währung Libra mit

Die bei Facebook entwickelte Digitalwährung Libra kann nach einer Serie prominenter Abgänge einen Neuzugang vermelden. Die kanadische Firma Shopify, die eine E-Commerce-Software entwickelt, trat am Freitag der Libra Association bei, von der das Projekt verwaltet wird.

mehr ...

Sachwertanlagen

INP bestückt ihre offenen Spezialfonds mit weiteren Pflegeheimen

Die INP-Gruppe hat durch den Erwerb von vier Pflegeeinrichtungen und Pflegewohnanlagen an verschiedenen deutschen Standorten das Immobilienportfolio ihrer offenen Spezial-AIF für institutionelle Investoren in den vergangenen sechs Monaten weiter ausgebaut.

mehr ...

Recht

Wie Sie Haftungsrisiken mit einer Betriebsaufspaltung verringern

Wer sein Vermögen in den eigenen Betrieb steckt, möchte es vor Haftungsrisiken schützen. Mit einer Betriebsaufspaltung ist das möglich. Doch es lauern auch Fallstricke.

mehr ...