27. November 2019, 15:01
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Wer Fonds besitzt, verschenkt häufig Geld

Rund eine Billion Euro haben die Deutschen derzeit in offenen Publikumsfonds investiert. Als Folge der anhaltenden Minizins-Phase führt an dieser Geldanlage kaum noch ein Weg vorbei. Umso erstaunlicher: Selbst das Grundlagen-Wissen zu Fonds fehlt bei den meisten, ergab eine repräsentative GfK-Studie im Auftrag der Vermögensaufbau-Plattform Rentablo.

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Kennen Sie in etwa den Unterschied zwischen Aktienfonds und gemischten Fonds? Diese Frage, die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gestellt wurde, bejahte immerhin noch ein Fünftel der über 1.000 Befragten (21 %). Ähnlich sah es bei den Kenntnissen zum Unterschied zwischen Rentenfonds und Rentenversicherung (20 %) aus sowie bei der Frage, ob neben Banken und Sparkassen andere Fondsvermittler bekannt seien (18 %). Den Unterschied zwischen Indexfonds und Indexzertifikaten kannte hingegen nicht mal jeder Zehnte (7 %). Ähnlich schlecht stand es mit dem Wissen um Sparmöglichkeiten beim Ausgabeaufschlag (10 %) sowie bei Bestandsprovisionen (5 %, siehe Tabelle).

Einkommenshöhe und Bildungsstand machen den Unterschied

“Mit den technischen Daten ihres Smartphones kennen sich die Deutschen vermutlich besser aus als mit Fonds, obwohl dort eine beträchtliche Summe der privaten Ersparnisse steckt”, sagt Studien-Initiator André Rabenstein, Geschäftsführer von Rentablo. Auffällig bei den Studienergebnissen: Befragte mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von 2.500 Euro und mehr pro Monat kennen sich deutlich besser aus als der Durchschnitt der Befragten. So gaben in dieser Gruppe immerhin 30 Prozent an, den Unterschied zwischen Aktienfonds und gemischten Fonds sowie den zwischen Rentenfonds und Rentenversicherung zu kennen.

Verheiratete wissen generell mehr

Ähnlich stark wirkt sich, wie zu erwarten, der allgemeine Bildungsstand der Sparer auf ihr Fondswissen aus. So kennen sich Befragte mit Abitur durchweg besser mit Fonds aus als Befragte, die lediglich die Haupt- bzw. Volksschule absolviert haben. Letztere sind beispielsweise nur zu knapp 2 % vertraut mit dem Unterschied zwischen Indexfonds und Indexzertifikat, während es bei den Befragten mit Abitur immerhin noch rund 14 % sind.

Einen Einfluss auf die Fondskenntnisse scheint darüber hinaus zu haben, ob die Befragten einen Partner haben. So schnitten Verheiratete sowie in einer Partnerschaft lebende Befragte in punkto Fondswissen durchweg besser ab als die Gruppe der Ledigen bzw. der Geschiedenen, Verwitweten oder getrennt Lebenden. Beispiel Ausgabeaufschlag: Während jeder fünfte Befragte mit Partner die Bedeutung des Begriffs kannte, waren es nur 13 % der Alleinstehenden. Noch größer war bei dieser Frage die Wissenslücke zwischen den Geschlechtern. Während 25 % der Männer angaben, den Begriff zu kennen, waren es nur 10 % der Frauen, was zum Gesamtwert von 18 % führte.

Aus Wissen wird Geld

“Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass das Finanzwissen der Deutschen nicht nur allgemein schlecht, sondern auch sehr ungleich verteilt ist“, sagt André Rabenstein. „Bedauerlicherweise haben gerade die, die besonders auf gute Sparergebnisse angewiesen sind, kaum eine Ahnung von Fonds – geschweige denn von den Sparmöglichkeiten bei Abschluss- und Bestandsprovisionen“, sagt der Geschäftsführer von Rentablo, der unter anderem Ausschüttungen von Fondsprovisionen an die Sparer ermöglicht.

So beantworteten die Sparer die Fondswissen-Fragen der Studie:

Ich kenne ziemlich genau…
1. den Unterschied zwischen Aktienfonds und gemischten Fonds: 21%
2. den Unterschied zwischen Rentenfonds und Rentenversicherung: 20%
3. neben Banken und Sparkassen andere Fondsvermittler: 18%
4. die Bedeutung des Begriffs “Ausgabeaufschlag”: 18%
5. den Unterschied zwischen geschlossenen und offenen Fonds: 15%
6. den Unterschied zwischen Fonds-Manager und Fonds-Gesellschaft: 14%
7. den Unterschied zwischen Aktienfonds und Geldmarkt-Fonds: 14%
8. den Unterschied zwischen Fonds-Rendite und Fonds-Dividende: 14%
9. den Unterschied zwischen einem Fonds-Sparplan und einem Fonds- Auszahlplan: 13%
10. die bei Fonds laufend anfallenden Provisionen (Bestandsprovisionen): 12%
11. den Unterschied zwischen Fonds-Portfolio und Fonds-Performance: 11%
12. Sparmöglichkeiten beim Ausgabeaufschlag: 10%
13. den Unterschied zwischen Indexfonds und Indexzertifikat: 7%
14. Sparmöglichkeiten bei Bestandsprovisionen: 5%
15. den Begriff “Total Expense Ratio”, TER: 4%

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. Ein interessanter Beitrag. Auf diesen Artikel scheint sich der Spruch “Wissen ist Macht” übertragen zu lassen. Auch bei mir stelle ich immer wieder Wissenlücken fest. Und diese Lücken im Wissen, können im Bereich der Geldanlagen zu größeren Verlussten führen.

    Daher kann ich es auch nachvollziehen, wenn einigen Menschen der Umgang mit der Finanz-Materie schwer fällt. Ich habe mich im Bereich Fondsanlagen mal schlau gemacht. Daaer kann ich mir vorstellen, dass ganz besonders solchen Menschen ein guter Fondsvermittler weiterhelfen kann – sicherlich nicht unbedingt in der Beratung und Aufklärung, aber zumindest darinn, die Ausgaben zu senken, die gegen die Erträge eines Fonds zu stellen sind. Denn wenn schon die Zeit fehlt, sich ein wenig zu belesen, so sollten zumindestens die Risiken des finanziellen Verlusstes minimiert werden.

    Kommentar von SaloDAVIDmon — 26. Dezember 2019 @ 12:12

  2. Oh man… Das ist ja Mal eine Statistik. Es wissen ernsthaft 18% nicht, was der Ausgabeaufschlag ist?

    Sicherlich werde auch ich meine Wissenlücken aufweisen. Aber na gut, ich finde es auch verständlich, dass man nach der Arbeit und allen anderen Lebensaufgaben nur noch schwer in solche Themen einsteigen kann. Ich kann mir vorstellen, dass sich das manche Vermittler auch zu nutze machen, um ihre Kunden über den Tisch zu ziehen. Mir selber fehlt auch oftmals die Zeit und auch einmal das Wissen, desshalb bin ich froh, dass ich mit meinem Fondsparplan bei Fondssparer24 gut aufgehoben bin. Denn auch Sparplan-Fonds ohne Ausgabeaufschlag lohnen sich.

    Auf jeden Fall ist die Statistik echt interessant aber auch erschreckend. Denn ich lese hier nicht nur heraus, dass den Menschen das Wissen fehlt – sondern das gerade die Zeit fehlt, sich mit solch einem wichtigen Thema auseiander zu setzen. Denn über die Finanzen, wird wohl so gut wie jeder Bereich des gesellschaftlichen Lebens gesteuert.

    Kommentar von Eberhard1000 — 18. Dezember 2019 @ 10:03

  3. Ein interessanter Beitrag. Auf diesen Artikel scheint sich der Spruch “Wissen ist Macht” übertragen zu lassen. Auch bei mir stelle ich immer wieder Wissenlücken fest. Und diese Lücken im Wissen, können im Bereich der Geldanlagen zu größeren Verlussten führen.

    Daher kann ich es auch nachvollziehen, wenn einigen Menschen der Umgang mit der Finanz-Materie schwer fällt. Ich habe mich im Bereich Fondsanlagen mal schlau gemacht. Daher kann ich mir vorstellen, dass ganz besonders solchen Menschen ein guter Fondsvermittler weiterhelfen kann – sicherlich nicht unbedingt in der Beratung und Aufklärung, aber zumindest darinn, die Ausgaben zu senken, die gegen die Erträge eines Fonds zu stellen sind. Denn wenn schon die Zeit fehlt, sich ein wenig zu belesen, so sollten zumindestens die Risiken des finanziellen Verlusstes minimiert werden.

    Kommentar von Rainer — 10. Dezember 2019 @ 10:31

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