2. April 2020, 09:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Grüner Fisher: Wichtige Rechnungen in fallenden Märkten

Die Märkte sind nach wie vor auf Achterbahnfahrt, weitestgehend richtungslos und warten auf gute Nachrichten von der Corona-Front. Die Grüner Fisher Investments GmbH hat sich die Lage an den Kapitalmärkten eingehender angesehen. Nachfolgend die Einschätzung der Lage.

B Rsenkurse1 in Grüner Fisher: Wichtige Rechnungen in fallenden Märkten

Prozentuale Zahlenspiele

Immer wenn Aktienmärkte eine schwierige Phase durchmachen, haben viele Anleger mit zunehmender Furcht zu kämpfen. Die Ursachen hierfür liegen nicht nur in den negativen Schlagzeilen begründet, sie basieren auch auf einer einfachen Rechnung: Um die prozentuale Abwärtsbewegung in einem Bärenmarktszenario auszugleichen, müssen Aktienmärkte eine prozentual erheblich stärkere Aufwärtsbewegung vollführen, um den Ausgangspunkt wieder zu erreichen. Ganz konkret hat der MSCI World Index in US-Dollar innerhalb von ca. fünf Wochen bis zu 34,0 Prozent verloren. Ausgehend vom bisherigen Tiefpunkt am 23. März 2020 müssen also nicht weniger als 51,6 Prozent Zuwachs erzielt werden, um diesen Kursverfall wieder auszugleichen.

Erholungsbewegungen im Fokus

Zum zwischenzeitlichen Tiefpunkt haben die globalen Aktienmärkte – mit hoher Dynamik – bereits einiges wiedergutgemacht. Es ist allerdings nicht empfehlenswert, sich in kurzfristigen Zahlenspielen zu verstricken, denn in der aktuellen Phase werden die Aktienmärkte weiterhin von einer hohen Volatilität geprägt sein. Erneute Rückschläge und große Tagesbewegungen dürften weiterhin das Bild bestimmen. Aufschlussreich ist dagegen die genauere Betrachtung, wie Erholungsbewegungen generell ablaufen und welche Dynamik letztendlich dafür sorgt, dass Aktienmärkte im langfristigen Bild immer wieder neue Höchststände erreichen.

Lange Historie als gute Basis

Der breite US-Aktienindex S&P 500 ist aufgrund seiner langen Historie geeignet für Aussagen zu einer „typischen“ Erholungsbewegung. Im Median dauert es 20 Monate, bis die Verluste eines Bärenmarkts ausgeglichen sind. Neu startende Bullenmärkte erreichen den Breakeven also viel schneller, als die durchschnittliche Aktienmarktrendite vermuten lässt. Der Grund ist einfach: In der durchschnittlichen Rendite sind alle Bärenmärkte inkludiert, die Rendite in den Bullenmarktphasen liegt also erheblich höher. Der S&P 500 Total Return weist seit 1925 eine Durchschnittsrendite von 10,8 Prozent aus – in diesem Tempo würde es über vier Jahre dauern, bis eine Abwärtsbewegung wie die aktuelle ausgemerzt wäre. Im Bullenmarkt wird allerdings eine Durchschnittsrendite von 23,7 Prozent erreicht und dementsprechend fallen die Erholungsbewegungen oftmals dynamischer und schneller aus, als im Bereich der Tiefpunkte vermutet wird.

Wie substantiell ist der Abschwung tatsächlich?

Angesichts der schieren Wucht, mit der die Aktienmärkte getroffen wurden, stellen viele Marktbeobachter die Frage, ob die historische Marktbetrachtung überhaupt gerechtfertigt ist. Zugegeben, die Umstände sind heute in vielerlei Hinsicht einzigartig – noch nie ist ein Bärenmarkt so schnell eingetreten. Trotz der düsteren Stimmung werden Märkte wohl zukünftig aber weiterhin funktionieren, wie sie es schon immer getan haben. Sie werden wirtschaftliche Wendepunkte früh antizipieren und zur Normalität zurückkehren. Die Frage ist nicht „ob“, sondern „wann“.

Fazit

Aktuell müssen Anleger mit vielen Fragezeichen umgehen können. Wie lange wird die Geschäftstätigkeit noch eingeschränkt sein? Ist China eine gute Blaupause für eine Erholungsbewegung? Wird COVID-19 gebändigt und verflüchtigt es sich in den Sommermonaten? Wie hoch stehen die Chancen, dass die Rückkehr zur Normalität in vielen Geschäftsbereichen so einfach gelingen kann? Mangelnde Gewissheit kann frustrierend sein, aber genau in diesen Situationen sind die Anleger im Vorteil, die es schaffen, trotz aller Widrigkeiten einen kühlen Kopf zu bewahren.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Pensionskassen: Mit Volldampf in den Untergang?

Der Niedrigzins beschäftigt Pensionskassen seit 10 Jahren. Diese Entwicklung nimmt durch die Corona-Krise weiter an Fahrt auf. Arbeitgeber sollten jetzt Risiken evaluieren und Handlungsoptionen prüfen, meint das Beratungshaus auxilion.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Die unbequeme Wahrheit über Erfolg in der Selbstständigkeit

Wenn Sie als selbstständiger Finanzdienstleister sich wirklich von der Konkurrenz abheben und zu den besten gehören möchten, dann geht das nur außerhalb der Komfortzone. Gastbeitrag von Trainer und Berater Dieter Kiwus

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Hälfte der Steuerzahler will Soli-Ersparnis zurücklegen

Mehr als die Hälfte der Steuerzahler, die im kommenden Jahr durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags mit einer Entlastung rechnen, will das zusätzliche Nettoeinkommen zurücklegen. Das ergab die jüngste Umfrage im Deutschland-Trend des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere im Auftrag des DIA durchgeführt worden ist.

mehr ...