Gold 2022 – erneut Höchststände erreichbar?

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2021 schloss zwar mit einer negativen Jahresbilanz von -4,32 Prozent bei Gold und -12,30 Prozent bei Silber in US-Dollar. Doch am Ende des Jahres stiegen die Kurse wieder – und so könnte es auch in diesem Jahr weitergehen. Dafür gibt es mehrere Gründe, sagt Benjamin Louvet, Fondsmanager OFI Financial Investment Precious Metals bei OFI Asset Management.

„Als sich die Wirtschaft im Sommer erholte, aber gleichzeitig der Inflationsdruck stieg, signalisierten die Zentralbanken, eine Straffung der Geldpolitik in Betracht zu ziehen. Anleger, die sich der Folgen für die Zinssätze und damit auch für die Edelmetalle nicht sicher waren, stiegen vorsichtshalber aus Gold und Silber aus. Aber seitdem der Kurs der Fed zur Anhebung der Leitzinsen klar und das Ende der Anleihekäufe in Sicht ist, kaufen Anleger wieder verstärkt Gold – und nichts anderes war zu erwarten.

Die Bedingungen sind auch weiterhin gut. Wir sind davon überzeugt, dass die Fed die Zinssätze nur allmählich anhebt und unterhalb des Inflationsniveaus bleibt. Denn ein Anstieg der Zinssätze über die Inflationsrate hinaus würde sich destabilisierend auf viele hoch verschuldete Staaten auswirken, deren Schuldenlast so noch weiter in die Höhe getrieben würde. Hinzu kommt, dass die derzeit hohe Inflation mit Problemen in den Lieferketten verbunden ist, gegen die Zinserhöhungen kontraproduktiv wirken. Tatsächlich könnten die Zinsen sogar wieder sinken, wenn das Wirtschaftswachstum dieses Jahr zurückgeht.

Silber wiederum profitiert von der Energiewende. Im Jahr 2021 stieg die Photovoltaik-Kapazität im Vergleich zu 2020 um 30 Prozent (170 Gigawatt gegenüber 130 Gigawatt). Diese starke Erhöhung liegt aber immer noch weit unter den Empfehlungen der Internationalen Energieagentur (IEA) zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. Die IEA schätzt, dass wir von heute bis 2030 jedes Jahr Kapazitäten von 620 Gigawatt installieren müssen. Da die Solarindustrie im Jahr 2020 bereits 3.142 Tonnen Silber – das sind 12 Prozent der weltweiten Produktion – verbraucht hat, um „nur“ 130 Gigawatt zu generieren, wird der Silbermarkt wahrscheinlich unter hohem Druck stehen werden.

Wir meinen also, dass trotz des anhaltend unsicheren Umfeldes jetzt ein guter Zeitpunkt für Anleger ist, ihr Portfolio mit Edelmetallen zu diversifizieren. Denn wir gehen davon aus, dass die realen Zinssätze sinken, wodurch der Goldpreis wieder auf die Höchststände im Jahr 2020 klettern dürfte. Der Silberpreis könnte durch die hohe Nachfrage in der Energiewende schon in diesem Jahr zwischen 28 und 30 US-Dollar pro Unze liegen.“

Der Fonds: Der von Benjamin Louvet verwaltete UCITS-Fonds „OFI Financial Investment Precious Metals“ investiert konstant zu 35 Prozent in Gold und jeweils zu 20 Prozent in Silber, Platin und Palladium. Die restlichen fünf Prozent des Portfolios sind in Eurodollar investiert (3-Monats-LIBOR). Dieser Ansatz ermöglicht Anlegern einen breiten Zugang zu den wichtigsten Edelmetallen über Swaps, denn Louvet investiert nicht in die Rohstoffe selbst. Der 2012 aufgelegte Fonds ist in Euro währungsgesichert und börsentäglich liquide.

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