Greil: „‚Tweet‘-Politik hält Wirtschaft und Finanzmärkte weiter in Atem“

Mit der Einführung neuer Importzölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar ab 1. Juni 2019 schlägt China im Handelsstreit mit den USA zurück. „Die Schlüsselfrage ist, ob Donald Trump tatsächlich mit seiner Drohung, die US-Zölle auf alle noch nicht verzollten China-Importe auszuweiten, Ernst macht“, sagt Robert Greil, Chefstrategie bei Merck Fink Privatbankiers, in seinem Kommentar.

Robert Greil, Chefstrategie bei Merck Fink Privatbankiers.

Mit der Einführung neuer Importzölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar ab 1. Juni 2019 schlägt China im Handelsstreit mit den USA zurück. „Die Schlüsselfrage ist, ob Donald Trump tatsächlich mit seiner Drohung, die US-Zölle auf alle noch nicht verzollten China-Importe auszuweiten, Ernst macht“, sagt Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck weiter:

Basisszenario bleibt unverändert

„Unser Basisszenario ist aber weder diese Eskalation noch eine schnelle Einigung etwa auf dem G20-Gipfel Ende Juni. Vielmehr halten wir einen länger andauernden Handelsstreit zwischen den USA und China ohne einen umfassenden Deal für am wahrscheinlichsten.“ Greil warnt, dass in diesem Fall das Wirtschaftswachstum in China um einen halben und in den USA, aber auch in Europa, um jeweils rund einen Viertelprozentpunkt sinken dürfte. Greil: „Ich denke, dass damit die Handelskonflikte für die Finanzmärkte wichtiger bleiben als etwa der Ausgang der EU-Parlamentswahlen oder die Brexit-Saga.“

Nachdem diese Woche sowohl das Ifo-Geschäftsklima als auch die Einkaufsmanagerindizes die zunehmende Skepsis auf Unternehmensseite gezeigt haben, werden kommende Woche am Dienstag das GfK-Konsumklima für Deutschland wie das US-Verbrauchervertrauen verdeutlichen, wie optimistisch die privaten Konsumenten sind.

Neue Zahlen und Europawahl sind wichtige Trendindikatoren

In Deutschland stehen neben den Einzelhandelsumsätzen nächste Woche am Mittwoch der Arbeitsmarktbericht sowie am Freitag der Inflationsbericht jeweils für Mai an. Für die Eurozone insgesamt kommen am Dienstag noch Geldmengenzahlen und das Wirtschaftsvertrauen hinzu. Im Fokus steht in Europa aber natürlich der Ausgang der EU-Parlamentswahlen.

In den USA wird am Donnerstag die zweite Schätzung des Bruttoinlandsprodukts im Startquartal 2019 mit Details publiziert. Hinzu kommen am Freitag die Konsumausgaben und das finale Michigan-Verbrauchervertrauen.

Und in Asien stehen am Montag Chinas Industriegewinne im Fokus, bevor am Freitag die offiziellen Einkaufsmanagerindizes im Reich der Mitte und Japans Arbeitsmarktbericht inklusive Einzelhandelsumsätzen und Industrieproduktion die Makro-Datenwoche abschließen.

 

Foto: MerckFinck

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