19. September 2019, 11:00
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Prognose bei Nickel: Aufwärtstrend hält an

Nickel hat in den letzten drei Monaten um 54 Prozent auf 18.175 US-Dollar pro Tonne zugelegt, der Subindex Bloomberg Industrial Metals dagegen nur um 1,4 Prozent (bis 12. September 2019), was zum Teil auf das ab Januar 2020 in Kraft tretende Verbot von Nickelerz-Exporten aus Indonesien zurückzuführen ist. Ein Kommentar von Nitesh Shah, Director, Research, WisdomTree.

NiteshShah Web-Kopie in Prognose bei Nickel: Aufwärtstrend hält an

Nitesh Shah, Director, Research, WisdomTree

Nickel ist ein silberweißes Metall, das Stahl und andere Legierungen besser gegen extreme Temperaturen und korrosive Umgebungen zu schützen vermag.

Nach dieser starken Rally steht es nun im Ruf, die Anlageportfolios zu stärken. Wir glauben nicht, dass der Aufwärtstrend bei Nickel vorbei ist, aber der nächste Eintritt in die Gewinnzone könnte mehr Zeit brauchen.

Nickel befindet sich bereits in einem der größten Angebotsdefizite aller Industriemetalle. Das nun schon auf 2020 vorgezogene Verbot indonesischer Erzausfuhren war erst im Jahr 2022 erwartet worden. Es könnte dazu führen, dass es zu einer Unterversorgung bei Nickel kommt. Obwohl es genügend Lagerbestände gibt, um den kurzfristigen Bedarf zu decken, besteht die Gefahr, dass sich das Defizit ausweitet.

Warum verbietet die indonesische Regierung den Erz-Export?

Die Regierung will mehr Kontrolle über die Nickel-Lieferkette ausüben. Mit Elektrofahrzeugen und den Batterien, die die Nickelnachfrage positiv antreiben, will die indonesische Regierung das Land für den bevorstehenden Anstieg der Nachfrage nach dem gefertigten Metall strategisch positionieren.

Mit dem Exportverbot will sie mehr Verarbeiter und Schmelzer ermutigen, ihre Betriebe in Indonesien zu gründen, bevor sie das fertige Nickelprodukt exportieren.

Es ist eine riskante Politik, welche die indonesische Regierung bereits zwischen 2014 und 2017 mit mangelndem Erfolg ausprobiert hat. Im Jahr 2017 wurde das Verbot bis 2022 verschoben, mit der Entscheidung vom August 2019 jedoch nun auf Januar 2020 vorgezogen.

Langfristige Perspektiven für Nickel

Angesichts der Nachfrage aus dem Batteriemarkt (Einführung von Elektrofahrzeugen zur Steigerung der Rohstoffnachfrage) bleiben wir bei einer optimistischen Einschätzung für das Metall.

Obwohl dies im langfristigen Kontext zu sehen ist, deuten Prognosen von Wood Mackenzie darauf hin, dass der Nickelmarkt von 2,3 Mio. Tonnen bis 2040 auf nahezu 4 Mio. Tonnen anwachsen könnte.

In diesem Zeitraum würde das in Batterieanwendungen verwendete Nickel von weniger als 5 Prozent des Nickelbedarfs auf über 30 Prozent steigen.

Prognose für den gesamten primären Nickelbedarf

Die Preise, die sich – wie im Juni 2019 – bei schwachen 12.000 US Dollar pro Tonne befanden, hätten jedoch nicht für den dringend notwendigen Start der Nickelförderung ausgereicht, denn die Nachfrage wird in den kommenden Jahren voraussichtlich steigen.

Mit Preisen von jetzt über 18.000 US Dollar pro Tonne hat sich die Wahrscheinlichkeit hierfür verbessert. Dieser Preisgewinn reicht wahrscheinlich immer noch nicht aus, um den Bergbau in dem Umfang zu fördern, der notwendig ist, um genügend Metall aus dem Boden zu holen, damit der zukünftige Batteriebedarf gedeckt werden kann.

Aber es ist ein Anfang in die richtige Richtung. Neue Mining-Projekte – mit bekanntermaßen langen Vorlaufzeiten – dürften die kurzfristige Knappheit nicht mildern, aber die Bestände können kurzfristig genutzt werden. Der Nickelbestand ist nicht grenzenlos.

Gemessen an der Form der Nickel-Futures-Kurve – die sich bis 2022 in einer Rückwärtsbewegung befindet – sind die Lagerbestände knapp. Wir gehen daher davon aus, dass die Preise weiter steigen müssen, möglicherweise langfristig über 24.000 US Dollar pro Tonne, um die vom Markt in den nächsten Jahrzehnten benötigte Menge an Nickel freisetzen zu können.

Aber das Plus von 6.000 US Dollar auf den heutigen Preis könnte viel länger dauern als die 3 Monate, die benötigt wurden, um die letzten 6.000 US Dollar zu kumulieren. Es ist also eine langfristige Angelegenheit, auf nahe Sicht ist das indonesische Erzverbot inzwischen weitgehend eingepreist.

Foto: Wisdom Tree

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