Tierisch gute Investments

Haustiere sind nicht nur des Menschen beste Freunde, mit ihnen lässt sich mittlerweile richtig Geld verdienen. Und dabei ist nicht die Rede von „Pet Influencern“ wie Jiff Pom oder der mittlerweile verstorbenen Grumpy Cat, die durch die sozialen Netzwerke berühmt wurden und ihre Besitzer reich gemacht haben. Ein Kommentar von Thorsten Becker, Fondsmanager bei J O Hambro Capital Management (JOHCM).

Die Rede ist von der Haustierbranche, die weltweit jährlich einen dreistelligen Milliardenbetrag in USD umsetzt. Bis 2025 sollen es nach einer Studie des Analysehauses Grand View Research weltweit 202 Milliarden USD sein.

Fast jeder zweite Haushalt besitzt ein Tier

Allein in Deutschland haben Unternehmen 2018 laut dem Zentralverband Zoologische Fachbetriebe Deutschland (ZZF) mit Hund, Katze und anderen Tieren rund 4,2 Milliarden EUR Umsatz im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel gemacht – Tendenz stetig steigend.

Rund 45 Prozent aller deutschen Haushalte haben ein Haustier. Und damit steht Deutschland nicht alleine da. Der bedeutendste Markt für Haustiere sind die USA.

Dort sind die Ausgaben für Haustiere nach Angaben der American Pets Product Association (APPA) im vergangenen Jahr um rund drei Milliarden auf 72,56 Milliarden USD im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

„Weltweit sind Haustierbesitzer bereit, immer größere Summen für ihre Lieblinge auszugeben“, bestätigt Fondsmanager Thorsten Becker von J O Hambro Capital Management (JOHCM). In den USA ist der Bereich „Health und Wellness“ für Tiere in der letzten Dekade jedes Jahr um 5,2 Prozent gewachsen.

Für die nächsten Jahre werden weitere jährliche Zuwächse von 4,2 Prozent prognostiziert. „Haustiere sind ein Milliardengeschäft und damit für Investoren eine Branche, die es lohnt, sich genauer anzuschauen“, ist sich Becker sicher.

Wandel der Branche birgt Gewinner und Verlierer

Neben der Generation der „Baby Boomers“ sind laut APPA in den USA in erster Linie die sogenannten Millennials für das rasante Wachstum der Branche verantwortlich, also Haustierbesitzer, die zwischen 1980 und den späten 1990er Jahren geboren wurden.

Die Gründe hierfür sind laut Becker vielschichtig: „Traditionelle Meilensteine wie Hochzeit, Hauskauf und Familiengründung werden aus finanziellen Gründen immer später angegangen.“

Grund dafür seien die steigenden Immobilienpreise, aber auch hohe Studienkosten, für die sich immer mehr junge Amerikaner verschuldeten. „Statt Kinder und Familie legt sich die Generation dafür häufiger ein Haustier zu. Und für dessen Wohlergehen greift sie auch gerne in die Tasche“, sagt Becker.

Dabei spiegele sich die zunehmende „Vermenschlichung“ der Tiere, wie sie auch in den sozialen Netzwerken zu beobachten sei, im Konsumentenverhalten der Haustierbesitzer wider.

 

Seite 2: Krisensichere Anlage?

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