16. September 2019, 15:26
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Trotz Wachstumsdelle wird es nicht zur Rezession kommen

Die Weltkonjunktur befindet sich in einer anhaltenden Phase der Wachstumsverlangsamung, die sich angesichts verbreiteter wirtschaftspolitischer Unsicherheit vor allem auf das produzierende Gewerbe konzentriert. Der ISM-Einkaufsmanagerindex, der das Produzentenvertrauen in den USA misst, ist im August auf 49,1 gefallen. Was dies bedeutet.

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Ist dies ein Vorbote einer spätzyklischen Malaise? Wir befinden uns zwar in einer Phase der Abschwächung inmitten des Konjunkturzyklus, doch dürfte sich das Wirtschaftswachstum gegen Ende 2019 wieder beschleunigen. Die Wachstumshemmnisse in Form einer globalen Abschwächung der Industrie werden die weltwirtschaftliche Dynamik nicht dauerhaft abwürgen.

Konjunkturschwäche durch Lagerabbau definiert

Ein Faktor, der aufzeigt, dass eine Schwächephase inmitten des Konjunkturzyklus bevorsteht, ist der Abbau von Lagerbeständen durch die Unternehmen, die mit sinkender Nachfrage nach ihren Gütern rechnen. Dadurch verlangsamt sich der Lagerzyklus.

Derzeit beobachten wir etwas, das einer konjunkturellen Schwäche inmitten des Zyklus gleicht. So ist die Industrieproduktion zurückgegangen und in den USA beträgt das Verhältnis zwischen Lagerbeständen und Absatz 1,45. Dieses Niveau liegt in der Nähe der zyklischen Hochs, die in den Jahren 1995 (1,44) und 2016 (1,47) registriert wurden.

Die Ähnlichkeit der Werte ist vielversprechend. Problematisch ist allerdings, dass in der Vergangenheit eine Verlangsamung im Lagerzyklus auch mit Abschwächungen einherging, die am Ende das Wachstum zum Stillstand brachten (zum Beispiel im Jahr 2001).

Eine Abschwächung des Lagerzyklus ist daher zwar ein notwendiges, aber kein hinreichendes Kriterium, wenn es um die Frage geht, ob wir uns in einer Abschwächung inmitten des Konjunkturzyklus oder in einer spätzyklischen Malaise befinden.

Zeitversatz nach Inversion der Renditekurve

Dessen ungeachtet deuten einige Indikatoren darauf hin, dass sich die Lage noch verschlechtert. Dazu gehört vor allem die Inversion der Renditekurve von US-Staatsanleihen – typischerweise Vorbote einer Rezession. Was allerdings variiert, ist der Zeitraum zwischen dem Warnsignal und dem tatsächlichen Beginn des Abschwungs.

Als Konsens hat sich die Meinung herausgebildet, dass die aktuelle Inversion der US-Renditekurve eine Rezession in etwa 18 Monaten ankündigt. Dies würde bedeuten, dass wir uns in der Spätphase des Konjunkturzyklus befinden.

Untersuchungen des Internationalen Währungsfonds haben allerdings gezeigt, dass Volkswirte eine Rezession nur in Ausnahmefällen frühzeitig vorhersagen können. So haben sie lediglich in fünf von 153 Fällen richtig gelegen.

 

Seite 2: Zeitversatz beim Index für produzierendes Gewerbe

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