Lernen nicht verboten

Foto: Florian Sonntag
Frank O. Milewski, Chefredakteur Cash.

Cyberschutz, Betriebshaftpflicht und vor allem Betriebsschließung sind die Themen, die seit Beginn der Pandemie besonders viel und intensiv diskutiert werden. Gerade die möglichen Attacken aus dem Netz auf die betriebliche Infrastruktur haben seit der deutlichen Zunahme von Homeoffice seit Ausbruch der Pandemie in deutschen Firmen eine neue Dimension erreicht, die nach adäquater Absicherung über Cyberschutz-Policen verlangt, um den Geschäftsbetrieb auch weiterhin zu gewährleisten.

Apropos Geschäftsbetrieb, für viel medialen Lärm und jede Menge Thermik auch in juristischer Hinsicht sorgt und sorgte zuletzt das Thema Betriebsschließungsversicherung. Vieles lief dort offensichtlich nicht so wie geplant oder besser erwartet. Ärgerlich ist dies natürlich, wenn davon auch Existenzen abhängen. Auf der anderen Seite stellt Covid-19 auch einen Ausnahmezustand dar.

Eine Pandemie mit diesen Dimensionen und Auswirkungen für alle Bereiche des öffentlichem, privaten und wirtschaftlichen Lebens hat es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben. Daraus zu lernen muss auch erlaubt sein. Beispielsweise hat die Deutsche Aktuarvereinigung sich des Themas bereits angenommen. Eine Aussage, die ihr Chef unlängst getätigt hat, weist bereits in eine gewisse Richtung.

„Für eine derartige Absicherung müssten sich die Prämien nach unseren Berechnungen in der Betriebsschließungsversicherung grob gerechnet verzehnfachen. Einen solchen Vertrag würde wohl kein Unternehmen abschließen“, führt Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung aus. Entsprechend seien andere Absicherungskonzepte gefragt. „Deshalb unterstützen wir ausdrücklich den Gedanken eines Public-Private-Partnerships für den Versicherungsschutz im Pandemiefall. Aber hier sind noch sehr viele Fragen zu klären“, so Bader weiter.


Das scheint zumindest Stand heute eine der größten Baustellen im Segment Gewerbeversicherung zu sein. Aber auch die wird sich schlussendlich zufriedenstellend fertigstellen lassen. Grundsätzlich gilt für die Sparte, dass der Vertrieb sich dort lukrative Umsatzfelder erschließen kann. Wenn man den Aufwand sich fortzubilden und die notwendige intensive und vor allem individuelle Bedarfsanalyse der zu versichernden Firmen nicht scheut. (FM)

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