Neues Inkassogesetz: EOS befürchtet negative Auswirkungen auf viele Gläubiger

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Der Deutsche Bundestag hat am Freitag ein neues Inkassogesetz verabschiedet, das unter anderem eine Kürzung der Gebühren vorsieht. EOS, eines der größten deutschen Inkassounternehmen und wichtiger Käufer notleidender Forderungen am Markt, rechnet dadurch mit negativen Konsequenzen für viele Gläubiger. Das Gesetz tritt voraussichtlich im Oktober 2021 in Kraft.

„Wir begrüßen die Intention des Gesetzgebers, mit der neuen Inkassoregulierung den Verbraucherschutz zu stärken. Allerdings sehen wir die Gefahr, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen höhere Zahlungsausfälle zu verzeichnen haben, weil zum Beispiel Kleinstforderungen künftig nicht mehr wirtschaftlich eingezogen werden können,“ erläutert Andreas Kropp, verantwortlicher EOS Geschäftsführer für die Region Deutschland.

„Zudem könnte die Zahlungsmoral sinken, was sich negativ auf die Gläubiger und die Wirtschaft insgesamt auswirkt.“ Das Gesetz sieht unter anderem eine geringere Inkassogebühr bei Kleinstforderungen bis 50 Euro vor.

Seinem Leitbild „For a debt-free world“ entsprechend schöpft EOS schon heute den gesetzlich möglichen Gebührenrahmen nicht immer aus, um säumigen Zahler*innen eine realistische Chance für die Rückzahlung ihrer offenen Forderungen zu geben. Zudem wurde ein eigenes Team gebildet, das sich mit Härtefällen auseinandersetzt und unter Berücksichtigung der Lebenssituation oder des Alters der Verbraucher*innen individuelle Lösungen sucht.

„Wer in den Dialog mit uns geht, kann sich auf unsere Gesprächsbereitschaft verlassen. Leider wird es aber auch immer Menschen geben, die kein echtes Interesse an der Begleichung ihrer Rechnungen haben“, so Kropp. „Hier sehe ich die Gefahr, dass das neue Gesetz als Einladung zum Schulden machen verstanden wird – zu Lasten der Gläubiger und aller rechnungstreuen Verbraucher*innen. Darüber hinaus hätte ich mir eine stärkere Zentralisierung der Inkassoaufsicht gewünscht, damit den wenigen schwarzen Schafen unserer Branche die Geschäftsgrundlage entzogen wird.“

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