Lagrange Monitor: Präferenz für Core- und Core-plus-Investments bleibt

Porträtfoto von Lagrange Direktorin Monika Bednar
Foto: Lagrange Financial Advisory GmbH
Monika Bednarz, Director von Lagrange: "Insgesamt haben sich die Immobilienmärkte in der Corona-Pandemie als bemerkenswert robust erwiesen."

Deutsche institutionelle Investoren wollen ihr Engagement in Immobilien-Spezial-AIF mehrheitlich steigern oder zumindest konstant halten. Dabei bleibt weiterhin die Vorliebe für hochwertige und erstklassige Objekte. Corona hat keinen Einfluss.

Im Rahmen der Umfrage zu dem „Fondsmonitor“ der Lagrange Financial Advisory GmbH für das erste Halbjahr 2021 ergab sich ein Indexstand von 7,33 Punkten (Ende 2020: 7,12 Punkte). Ein Stand von 1 entspräche dabei einer starken Reduzierung, ein Stand von 11 einer starken Erhöhung des Immobilienanteils unter den Spezialfonds-Anlagen.

Mehr als die Hälfte der befragten institutionellen Investoren gab an, den Immobilienanteil in ihrem Fondsportfolio in den kommenden zwölf Monaten steigern zu wollen, berichtet Lagrange. Ein Drittel plant demnach, den Anteil konstant zu halten, und nur acht Prozent beabsichtigen eine Reduzierung. Damit sei das Interesse an einer Ausweitung des Immobilien-Spezial-AIF-Anteils noch etwas stärker ausgeprägt als das ebenfalls zunehmende Interesse an Immobilienanlagen generell.

Bezüglich der Risikokategorien zeigt sich weiterhin eine klare Präferenz für Core- und Core-plus-Investments, also hochwertige oder erstklassige Objekte, auf die zusammen 72 Prozent aller Nennungen entfallen. Auf Value Add (Immobilien mit Aufwertungspotenzial) entfielen 21 Prozent der Nennungen. Opportunistische Investments spielen mit acht Prozent weiterhin nur eine geringe Rolle spielen.

Interesse an Wohnimmobilien geht zurück

Mit Blick auf die verschiedenen Nutzungsarten sei weiterhin eine starke Präferenz für Wohnimmobilien und Logistikimmobilien erkennbar, so Lagrange. Beide kommen jeweils für rund 15 Prozent der Befragten infrage. Im Vergleich zu Ende 2020 nahm das Interesse an Wohnimmobilien, die damals noch für 19 Prozent der Befragten infrage kamen, jedoch leicht ab, während sich bei den Logistikimmobilien keine Veränderung ergab. An dritter Stelle lagen erneut Büroimmobilien mit elf Prozent (Ende 2020: zwölf Prozent). Für Einzelhandelsimmobilien mit mindestens 70-prozentigem Lebensmittel-Anteil interessieren sich neun Prozent (Ende 2020: zehn Prozent) der Teilnehmer und damit ebenso viele wie sich Investments in gemischte Wohn- und Gewerbeimmobilien vorstellen können.

Unter den verschiedenen Zielregionen für die Investments der Immobilien-Spezial-AIF ist Deutschland weiterhin am beliebtesten, wobei der Anteil mit 17 Prozent niedriger liegt als Ende 2020 (22 Prozent). Beliebteste Auslandsmärkte sind erneut Frankreich und die Benelux-Staaten sowie nun auch Österreich mit jeweils acht Prozent. Dicht danach folgen Skandinavien und die Schweiz mit jeweils sechs Prozent sowie Australien, Irland, USA und UK sowie südeuropäische Länder mit jeweils fünf Prozent.

Wichtigster Grund für Investments in Immobilien-Spezial-AIF ist für 36 Prozent der Befragten die Risikodiversifikation im Portfolio. Auch die Nutzung von spezifischen Chancen an den Immobilienmärkten (21 Prozent) sowie der Mangel an Anlagealternativen (19 Prozent) sind nach der Lagrange-Umfrage wesentliche Motive für die Beteiligung an diesen Investmentvehikeln.

Finanzierung keine Herausforderung

Auf die Frage nach den derzeit größten Herausforderungen im Zusammenhang mit Investitionen in Immobilien-Spezial-AIF wurden hohe Immobilienpreise und geringe Anfangsrenditen zwar mit 42 Prozent immer noch am häufigsten genannt, jedoch ist dieser Anteil im Vergleich zu Ende 2020 (55 Prozent) spürbar zurückgegangen. Deutlich an Bedeutung gewonnen haben laut Lagrange dagegen das geringe Angebot an geeigneten Investmentobjekten mit 29 Prozent (Ende 2020: 18 Prozent) sowie das Risiko von Preis- und Mietrückgängen mit 27 Prozent (Ende 2020: 23 Prozent). Die Finanzierung von Immobilienkäufen hingegen stellt mit zwei Prozent der Nennungen (Ende 2020: 5 Prozent) offenbar keine Herausforderung dar.

Die Möglichkeit, Anteile an Immobilien-Spezial-AIF über den Zweitmarkt zu erwerben beziehungsweise zu verkaufen, ist immerhin bereits für knapp die Hälfte der Befragten von Interesse. „Während sich viele Investoren im angelsächsischen Raum bereits seit längerer Zeit am Zweitmarkt engagieren, gewinnt diese Möglichkeit inzwischen auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung“, sagt Dr. Sven Helmer, Managing Director von Lagrange. „Gerade in Zeiten geringer Objektverfügbarkeit an den Investmentmärkten kann ein Zweitmarktinvestment in einen bereits investierten Immobilien-Spezial-AIF besonders attraktiv sein, weil das gewünschte Immobilien-Exposure dann von Anfang an vorhanden ist und nicht erst im Laufe des Investitionszeitraumes aufgebaut werden muss.“

Ein Einfluss der Corona-Pandemie auf die Asset-Allokation wird von einer übergroßen Mehrheit verneint. Monika Bednarz, Director von Lagrange, erklärt: „Insgesamt haben sich die Immobilienmärkte in der Corona-Pandemie als bemerkenswert robust erwiesen. Das spiegelt sich auch in den aktuellen Präferenzen deutscher institutioneller Investoren wider. Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage für den Lagrange Fondsmonitor zeigen, dass diese bei den Assetklassen und Zielregionen inzwischen ein etwas breiteres Spektrum im Blick haben. Dass Finanzierungsthemen offenbar keine Probleme für diese Zielgruppe sind, dürfte nicht zuletzt auf die relativ starke Sicherheitsorientierung und die gemäß den regulatorischen Vorgaben konservative Finanzierungsstrategien zurückzuführen sein.“

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