12. Dezember 2016, 10:41
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CFD-Verbot der BaFin: „Dagegen sind wir Waisenknaben“

Das von der Finanzaufsicht BaFin angekündigte Verbot gehebelter Finanzwetten (CFD) lenkt den Blick auf einen Zockermarkt, gegen den die Risiken geschlossener AIF geradezu harmlos aussehen. Der Löwer-Kommentar

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„Warum geschlossene Fonds so häufig und heftig in der öffentlichen Kritik – auch von Verbraucherschützern – stehen, CFD bislang hingegen kaum, ist nur schwer nachzuvollziehen.“

Das Kürzel CFD steht für „Contract for Difference“. Damit sind Verträge gemeint, die sich auf die Entwicklung eines Basiswertes beziehen, also etwa eines Aktienindex oder eines Wechselkurses. Der Gewinn oder Verlust aus dem Vertrag resultiert aus der Differenz zwischen einem von dem Investor festgelegten und dem späteren tatsächlichen Kurs des Basiswertes – eine Wette also.

Der Kapitaleinsatz beträgt in der Regel nur einen Bruchteil des Transaktionsvolumens, so dass schon winzige Veränderungen des Basiswertes zu hohen Gewinnen oder Verlusten – auch weit über den Kapitaleinsatz hinaus – führen können. Das entspricht dann einer Wette auf Kredit.

„Erhebliche Bedenken“ der BaFin

Die BaFin will diese gehebelten Geschäfte künftig für Privatanleger untersagen und hat eine entsprechende Verfügung angekündigt. Die Behörde hat unter anderem wegen der unkalkulierbaren Verlustrisiken „erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz“, was ihr seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes Mitte 2015 ein Eingreifen ermöglicht. Nur ungehebelte CFD-Kontrakte sollen erlaubt bleiben.

Zugegeben: Mit Sachwertanlagen hat das Ganze nun so gar nichts zu tun, zumal die CFD-Kunden – „Anleger“ mag man sie kaum nennen – den Basiswert nicht erwerben. Es handelt sich vielmehr um eine reine Wette, die offenbar meistens innerhalb weniger Stunden eingelöst wird. Und doch lohnt ein Blick auf diesen Markt – und sei es nur, um die Risiken und Kritik etwa in Bezug auf geschlossene alternative Investmentfonds (AIF) in eine etwas andere Relation zu rücken.

Seite 2: Zocker am Werk

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2 Kommentare

  1. Das ist doch Quatsch was der Autor hier erzählt. Bitte sorgfältig recherchieren ! Die BAFIN will nur CFDs mit Nachschußpflicht verbieten, sonst nichts. Das heißt, wenn Konten ohne Nachschußpflicht eingeführt werden müssen, wie es schon einige CFD-Anbieter getan haben, ändert sich für die Privatanleger nichts, außer daß sie mehr Sicherheit haben als vorher. Ohne Nachschußpflicht kann man nicht mehr als den eigenen Einsatz verlieren.

    Kommentar von verdi — 12. Dezember 2016 @ 18:19

  2. Herr Löwer wundert sich, dass es auch bei den CFDs einen Verband gibt. Eigentlich sollte er sich doch viel mehr wundern, dass es womöglich bald bei den geschlossenen Investmentvermögen keinen eigenständigen Verband mehr gibt!

    Kommentar von Buntspecht — 12. Dezember 2016 @ 16:58

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