20. November 2017, 10:48
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Wo waren die KVGen und Emissionshäuser?

„Sachwerte Summit“ nannte sich eine Veranstaltung der Börsen-Zeitung vergangene Woche in Hamburg. Doch der wichtigste Teil der Sachwertbranche fehlte fast komplett. Dabei wäre einiges zu bereden. Der Löwer-Kommentar

Stefan-Loewer-cash-format in Wo waren die KVGen und Emissionshäuser?

“Ob und wie der dringend erforderliche Dialog zwischen Anbietern und Vertrieb wirklich stattfindet, ließ sich mangels Anwesenheit der Anbieter nicht überprüfen.”

Rund 65 Personen umfasste die Teilnehmerliste des „Sachwerte Summit“, zu dem die Börsen-Zeitung – genauer gesagt: deren Veranstaltungs-Arm WM Seminare – am letzten Donnerstag in den InnovationsCampus der Handelskammer nach Hamburg geladen hatte.

Anwesend im Tagungsraum, der deutlich kleiner war als in den Vorjahren, waren indes gefühlt kaum mehr als 40 Teilnehmer, jedenfalls nicht gleichzeitig. Vor allem eine Gruppe fehlte fast vollständig: Die Anbieter von alternativen Investmentfonds (AIFs) und Vermögensanlagen, also Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) und Emissionshäuser.

Lediglich BVT-Geschäftsführer Marcus Kraft hatte sich für einen Vortrag auf den Weg von München nach Hamburg gemacht. Ansonsten wurde auf Chef-Ebene nur Hermann Klughardt gesichtet, Geschäftsführer von Voigt & Coll. aus Düsseldorf, der aber schon länger keine neue Vermögensanlage aufgelegt hat.

Teilnehmerliste von Rechtsanwälten dominiert

Neben Hansainvest als Service-KVG (und Sponsor der Veranstaltung) waren auch unterhalb der Chefetage gerade einmal zwei weitere aktive KVGen aus dem Bereich der Publikumsfonds vertreten. Ansonsten: Fehlanzeige. Die Teilnehmerliste wurde dominiert von Rechtsanwälten, weiteren Fachberatern, einigen Banken und wenigen Vertrieben.

Dabei versprach das Programm durchaus handfeste Informationen. So zählten zu den Referenten unter anderem Rechtsanwalt Dr. Rolf Kobabe von der Kanzlei Luther Rechtsanwälte, Gero Gosslar, stellvertretender Geschäftsführer des Immobilienverbands ZIA und dort als Chef der künftigen Abteilung „Investitionskapital“ Nachfolger des scheidenden BSI-Chefs Eric Romba, sowie Oberregierungsrätin Heidi Landauer, Referentin bei der Finanzaufsicht BaFin und zuständig für die Aufsicht über KVGen, Investmentvermögen und Verwahrstellen.

Inhaltlich ging es nicht nur, aber zu einem großen Teil um Regulierung und den Start der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II im Bankenvertrieb zum Jahreswechsel. Das Desinteresse der KVGen ließe sich vielleicht noch erklären, wenn hier alle Unklarheiten beseitigt wären. Doch das ist keineswegs der Fall. Im Gegenteil.

Seite 2: Wichtige Fragen noch immer offen

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2 Kommentare

  1. Die Veranstaltung schrumpft seit Jahren. Im wesentlichen sind Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer aus Hamburg unter sich. Am Vortag fand in Berlin der Hauptstadtgipfel des Branchenverbandes AfW statt. 2 Konferenztage in Folge genehmigen sich nicht viele Anbieter.

    Kommentar von Jürgen Braatz — 22. November 2017 @ 10:04

  2. Da Kapitalverwaltungsgesellschaften keine Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind, sind sie aufsichtsrechtlich nicht verpflichtet, einen Zielmarkt für ihre Produkte zu bestimmen. Es wird sich zwar einbürgern, dass die KVGs einen Zielmarkt zur Verfügung stellen, aber alle Beteiligten sollten sich bewusst sein, dass dies nur eine überobligatorische Hilfestellung ist. Daher sind aufsichtsrechtlich einzig und allein die Vertrieb für die Erstellung des Vertriebszielmarktes verantwortlich. Eine Haftung der KVG für einen fehlerhaften Zielmarkt lässt sich wohl nur aus einer entsprechenden Regelung in der Vertriebsvereinbarung ableiten. Diese Haftung würde jedoch die aufsichtsrechtlichen Probleme des Vertriebs nicht mindern, wenn er unbesehen einen Zielmarkt von jemanden übernimmt, der aufsichtsrechtlich gar nicht verpflichtet ist, einen Zielmarkt zu bestimmen.

    Kommentar von Buntspecht — 20. November 2017 @ 15:40

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