Anzeige
7. September 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Tillinghast: Fondspolicen nicht gefragt

Das Neugeschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen ist in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2005 stark eingebrochen. Nach dem Wegfall der Steuervorteile für Kapitallebensversicherungen zum Ende 2004 und den daraus resultierenden Überhangeffekten im ersten Quartal 2005 ist der Absatz im zweiten Quartal diesen Jahres um 83,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Tillinghast, einem von drei Geschäftsbereichen der Frankfurter Unternehmensberatung Towers Perrin.

So sind im ersten Halbjahr 2005 sind die Neugeschäftszahlen für fondsgebundene Lebensversicherungen (FLV) und fondsgebundene Rentenversicherungen (FRV) zusammen im Vergleich zur Vorjahreshalbjahr um 8,6 Prozent gesunken. Der wesentliche Rückgang (Minus 25 Prozent) musste dabei jedoch im Bereich Lebensversicherung verzeichnet werden.

?Doch erst wenn das zweite Quartal isoliert betrachtet wird, zeigt sich das wahre Ausmaß der Veränderung?, erklärt Dr. Mohammad Majidi, Tillinghast-Consultant und Autor der Studie. Während im 2. Quartal 2004 noch laufende Jahresprämien in Höhe von 126,5 Millionen Euro neu zugegangen sind, waren es von April bis Juni 2005 nur noch 20,5 Millionen Euro.

Das FRV-Neugeschäft dagegen bleibt im ersten Halbjahr mit 392,9 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, kann dadurch jedoch die ?FLV-Lücke? derzeit nicht schließen. Dagegen konnten sich fondsgebundene Riester- und Basis-Rentenprodukte weiter etablieren: Das Neugeschäft mit fondsgebundenen Riester-Produkten ist um 40 Prozent auf 14 Millionen Euro gestiegen. Bereits im Jahr der Einführung hat das Neugeschäft der fondsgebundenen Basis-Renten mit 16,4 Millionen Euro die fondsgebundenen Riester-Rentenprodukte überholt.

Tillinghast erwartet, dass der FLV-Absatz im laufenden Jahr niedrig bleibt. Wie die Statistik zeigt, kann dieser Ausfall noch nicht durch FRV-Neugeschäft kompensiert werden. ?Versicherer, die in der Lage sind, die entstandene Lücke schnell mit innovativen Rentenprodukten oder betrieblichen Vorsorgelösungen zu füllen, können sich daher in den nächsten Jahren einen Vorsprung verschaffen?, sagt Marcel Schmitz, Principal bei Towers Perrin.

Gerade in Anbetracht der anhaltenden Niedrigzinsphase seien Gesellschaften gut beraten, sich über flexible fondsgebundene Rentenversicherungsprodukte im Markt zu positionieren. Durch die absehbare Senkung des Rechnungszinses bei konventionellen Produkten sei eine weitere Fokussierung der Vertriebe auf fondsgebundene Versicherungsprodukte zu erwarten.

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Roland bringt neues Rechtsschutz-Produkt

Roland Rechtsschutz hat ein neues Produkt für die telefonische Rechtsberatung, Mediation und Konfliktlösungsunterstützung entwickelt.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

Überraschend guter Start für UBS

Die Großbank UBS hat zu Jahresbeginn mehr verdient als erwartet. Das lag unter anderem an der Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump. Doch das Management der Bank warnte vor überzogenen Erwartungen an das restliche Jahr.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank überweist 28 Milliarden Euro aus Versehen

Bei der Deutschen Bank knirscht es derzeit nicht nur in der Vorstandsetage. Im täglichen Geschäft hat das größte deutsche Geldhaus vor Ostern aus Versehen 28 Milliarden Euro überwiesen, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag in Frankfurt bestätigte – das ist mehr als die gesamte Bank derzeit an der Börse wert ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: War es wirklich eine Sachwertanlage?

Der erste Bericht der Insolvenzverwalter der drei insolventen Unternehmen der P&R-Gruppe wirft einige grundlegende Fragen auf. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...