23. Dezember 2011, 12:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Höhere PKV-Prämien: „Verbraucher ratlos“

Nach Meinung von Gerd Güssler, Chef des Analysehauses KVpro.de, können Versicherte, die einen Tarifwechsel nach Paragraf 204 VVG vornehmen, je nach Fall und Tarif zwischen 100 und 300 Euro im Monat sparen. Dabei hat der Versicherte zwei Möglichkeiten:

Er kann beispielsweise den Tarifwechsel mit seinem Versicherer selbst aushandeln. Güssler weist darauf hin, dass der Versicherer nach Paragraf 6 (2) der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVGinfoV) verpflichtet ist, seinen Kunden bei Beitragserhöhungen darüber zu informieren, dass Tarife innerhalb der Gesellschaft gewechselt werden können. Kunden, die älter als 60 Jahre alt sind – und in erster Linie von den jüngst angekündigten Beitragssteigerungen betroffen sind, müssen von ihrem Anbieter über Tarife informiert werden, die einen ähnliches Leistungsniveau bewahren und dabei günstiger ausfallen. Darüber hinaus muss der Versicherer, auf die Möglichkeit eines Wechsels in den Standard- oder Basistarif hinweisen, ergänzt Güssler.

Professionellen Rat gibt es nicht umsonst

PKV-Kunden, die sich einen Wechsel auf eigene Faust nicht zutrauen, bleibt die Möglichkeit, sich an einen Versicherungsmakler oder Versicherungsberater zu wenden. Doch den professionellen Rat gibt es nicht umsonst, betont der Chef von KVpro.de. Da der Makler bei einem internen Wechsel im Normalfall keine Provison erhält, hat der Versicherungsnehmer eine Gebühr zu entrichten, die sich zumeist an dem im ersten Jahr eingesparten Beiträgen orientiert. Bei einem eingesparten Beitrag von beispielsweise 300 Euro im Monat, wären dann 3.600 Euro an den Makler zu entrichten (zwölf mal 300 Euro), rechnet Güssler vor. Werden alternativ die Dienste eines Versicherungsberaters in Anspruch genommen, so orientiert sich die Vergütung wie bei einem Rechtsanwalt an einer Gebührenordnung. Laut Güssler fallen für eine Tarifumstellung drei bis acht Arbeitsstunden an. Bei einem Stundensatz von 100 Euro ergäben sich somit Gesamtkosten von 300 bis 800 Euro.

Sowohl Kleinlein als auch Güssler raten von einem kompletten Wechsel des privaten Krankenversicherers ab, da dieser mit dem Verlust der Alterungsrückstellungen verbunden ist, wenn der Vertrag vor 2009 abgeschlossen wurde. Auch bei danach abgeschlossenen Verträgen wird die Alterungsrückstellung lediglich anteilig übertragen, teilt der BdV mit. Außerdem steht eine erneute Gesundheitsprüfung an, die beim neuen Versicherer zu Beitragszuschlägen oder Risikoausschlüssen führen kann. Deshalb warnt Kleinlein: „Privatversicherte sollten nicht voreilig den privaten Krankenversicherer wechseln, sondern zuerst einen Tarifwechsel bei ihrem Versicherer prüfen.“ (lk)

Foto: BdV

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BKK-Dachverband verurteilt Spahns Angriffe auf die Selbstverwaltung der GKV

Der BKK Dachverband hat heute die neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Neu gewählt als Vorsitzender wurde Ludger Hamers als Versichertenvertreter, der Andreas Strobel ablöst. Weiterhin mit an der Spitze steht auch Dietrich von Reyher als Arbeitgebervertreter. Wofür der neue Aufsichtsrat eintreten will.

mehr ...

Immobilien

Volltilger-Darlehen im Zinstief: Planungssicherheit ist gefragt

Jeder zehnte Bauherr oder Immobilienkäufer und jeder dritte Anschlussfinanzierer wählt ein Volltilger-Darlehen. Warum der Anteil gestiegen ist. 

mehr ...

Investmentfonds

UniCommerz oder CommerzING? Oder was kommt als nächstes?

Nach den gescheiterten Fusionsbestrebungen zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank sind neue Gerüchte über eine mögliche Fusion von Commerzbank mit UniCredit bzw. ING aufgekommen. In seinem Gastbeitrag schreibt Alex Pelteshki, CoManager des Kames Strategic Global Bond Fonds, darüber, dass die Commerzbank eine radikale Lösung braucht. Was weniger eindeutig ist, ob eine dieser beiden Kombinationen sie erfüllen kann.

mehr ...

Berater

Provisionsdeckel: “Markteintrittsbarriere für neue Vermittler”

Dass im Zuge der Überprüfung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) ein Provisionsdeckel von 2,5 Prozent bei Abschlussprovisionen diskutiert wird, ist aberwitzig und für die Stärkung einer qualifizierten Beratung absolut kontraproduktiv und schädlich. Gastbeitrag von Michael H. Heinz, Bundesverband deutscher Versicherungskaufleute (BVK)

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Vertriebshaftung wegen Anschreiben

Das Landgericht Berlin hat einen Finanzdienstleister zur Rückabwicklung der Investition eines Anlegers bei dem inzwischen insolventen Container-Anbieter P&R verurteilt. Zum Verhängnis wurde dem Vertrieb ein unbedachter Satz in einem Anschreiben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...