Stuttgarter-Chef: „Schwaben geizen nicht mit Service“

Cash.: Hybridprodukte sind mittlerweile Marktstandard. Worin wollen Sie sich unterscheiden?

Karsten: Der innovative Ansatz liegt in der Mischung der drei Töpfe. Dort spielt die wirtschaftliche Kraft der Stuttgarter eine ganz entscheidende Rolle: die hohe Überschussbeteiligung aus dem Deckungsstock wirkt sich insgesamt positiv auf die Performance der Fondspolice aus. Gleiches gilt für die niedrigen Verwaltungskosten. In der Konsequenz erzielen wir in Schnitt eine sehr viel höhere Rendite als viele Wettbewerber. Das eröffnet uns neues Marktpotenzial.

Cash.: Sehen Sie auch eine Zukunft für klassische Versicherungsprodukte?

Karsten: In den letzten zwei Jahren haben klassische Produkte eine Renaissance erlebt und wieder mehr Mittelzuflüsse erhalten. Die Diskussion, dass die Lebensversicherung bei einem Garantiezins von 1,75 Prozent eigentlich tot sei, wird in erster Linie doch von den Häusern betrieben, die Mühe haben, diesen Satz noch zu verdienen. Die Faktenlage ist eine andere: Jemand, der bei der Stuttgarter heute eine Lebensversicherung abschließt, bekommt alles in allem eine Verzinsung von fünf Prozent. Wo sonst findet er dieses Niveau noch?

Cash.: Was planen Sie dort produktseitig?

Karsten: Klassische Produkte als langfristige Anlage haben wir weiterhin im Portfolio. Ein Beispiel ist auch die neue Fünf-Sterne-Ansparrente der Deutschen Bank, die als Partner die aus ihrer Sicht fünf solidesten deutschen Lebensversicherer ins Boot geholt hat. Die Stuttgarter zählt dazu, was uns durchaus stolz macht. Daneben werden wir natürlich auch in den anderen Geschäftsfeldern weiter aktiv sein und beispielsweise zum Sommer dieses Jahres unsere Berufsunfähigkeitsversicherung überarbeiten, die in den letzten Jahren bereits sehr gut am Markt angekommen ist und mit der wir einen überdurchschnittlichen Marktanteil erzielen konnten. Darüber hinaus runden wir unsere bAV weiter ab.

Cash.: Was kommt in der Sachversicherung?

Karsten: Dort spielt das Thema Unfallversicherung eine tragende Rolle. Unseren ohnehin attraktiven Tarif haben wir aktuell noch einmal auf die Belange der Makler zugeschnitten. Auch unsere Beratungs-Software haben wir um die Unfallkomponente ergänzt. Wir planen, mit diesem Produkt unser zweites Standbein als Unfallversicherer weiter auszubauen und dort einen größeren Marktanteil zu gewinnen. Fokussierung ist uns wichtig: Wir machen nicht alles, aber das, was mir machen, machen wir richtig.

Cash.: Wie sieht Ihre Kapitalanlagestrategie in der aktuellen Niedrigzinsphase aus?

Karsten: Unsere Strategie ist die einer extensiven Mischung und Streuung. Wir legen nicht alles in Bundesanleihen an, sondern engagieren uns auch in Anlageprodukten, die eine höhere Rendite abwerfen. Die Spannbreite der Möglichkeiten ist groß. Sie reicht bis zu Emissionen großer Industrien und unterschiedlicher Länder – in geringem Ausmaß auch sogenannten PIIGS-Staaten. Entscheidend ist, kumulierte Risiken zu vermeiden. Eine der solidesten Kapitalbasen, die man im deutschen Versicherungsmarkt finden kann, ermöglicht es uns zudem, in Sachen Aktienquote eher im oberen Grenzbereich unterwegs zu sein. Trends und Wellenbewegungen folgen wir grundsätzlich nicht. Im Immobilienbereich beispielsweise haben wir über Jahre hinweg kontinuierlich einen Bestand aufgebaut und verwalten diesen nach wie vor selbst. Das alles trägt dazu bei, dass wir langfristig mit unserer Realverzinsung über dem Branchenschnitt liegen.

Seite 4: Wie Karsten den Wechsel aus der Generali-Welt zur Stuttgarter erlebt hat

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