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3. Mai 2012, 13:10
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AOK-Studie: PKV fehlen jährlich 24 Milliarden Euro

Der Systemstreit zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherern (GKV/PKV) geht in eine neue Runde: Laut einer aktuellen AOK-Studie berücksichtigt die PKV die künftigen finanziellen Belastungen zu wenig in ihrer Prämienkalkulation. Der PKV-Verband widerspricht vehement.

Jürgen Graalmann, AOK

Jürgen Graalmann, AOK

Laut der Studie eines Unternehmensberaters im Auftrag des AOK-Bundesverbandes fehlen der PKV jährlich 24 Milliarden Euro, um in den nächsten 40 Jahren die Kosten durch demografischen Wandel, medizinischen Fortschritt und die Entwicklung des Kapitalmarkts aufzufangen. Wie die Zeitschrift „Stern“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, müssen die neun Millionen Privatversicherten daher in Zukunft mit stark steigenden Beiträgen rechnen. Mit Verweis auf die AOK-Studie müssten die PKV-Anbieter von jedem Mitglied 2.700 Euro Prämie im Jahr zusätzlich verlangen, heißt es im „Stern“.

Basis der Modellrechnungen ist laut AOK, dass sich die Einnahmen und Ausgaben der PKV wie bisher entwickeln und die Zahl der Versicherten stabil bleibt. Demnach werde die weiter steigende Lebenserwartung unterschätzt, was rund 200 Euro pro Jahr ausmache. Der Anstieg der Ausgaben für Ärzte und Medikamente sei zudem zu niedrig angesetzt; hierfür seien zusätzliche 1.670 Euro notwendig. Hinzu kämen die sinkenden Renditen am Kapitalmarkt, die mit mindestens 830 Euro zusätzlich im Jahr zu veranschlagen seien. Um all diese Kosten aufzufangen, müsste die Prämie auf besagte 2.700 Euro pro Jahr steigen, teilt die größte Krankenkasse Deutschlands mit.

„Wir wollten die Frage ehrlich beantworten, welches System die Menschen künftig unabhängig von Alter, Einkommen und gesundheitlicher Verfassung am besten versorgen kann“, erklärt Jürgen Graalmann, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Die Kassen stünden in diesem Wettbewerb nicht schlecht da. Hierbei gehe es nicht nur um das privatwirtschaftliche Geschäftsmodell der PKV, so Graalmann, „das geht uns nichts an“. Wenn jedoch immer mehr Privatversicherte ihre Prämien nicht zahlen könnten, dann sei das auch ein sozialpolitisches Problem, so Graalmann weiter.

Seite 2: PKV-Verband widerspricht mit deutlichen Worten

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1 Kommentar

  1. Wenn dem so ist fehlt der Gesetzlichen Krankenversicherung 1350 mrd € (derzeitige Rücklage auf die jetzt versicherten gerechnet) zuzüglich 216mrd€ jährlich (immer angenommen das auf 1 Privatversicherten 9 Gesetzlich versicherte kommen) Das ist die fehlende demografische Reserve der GKV. Jeder GKVversicherte müsste einmalig 18750 € und jährlich 2700€ aufbringen. So wird der Ball rund

    Kommentar von cw — 3. Mai 2012 @ 13:53

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