Anzeige
5. Juni 2012, 12:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pflege-Riester soll kommen

Der Koalitionsgipfel hat sich auf eine staatliche Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung geeinigt. Die private Vorsorge soll künftig mit fünf Euro im Monat bezuschusst werden. Opposition und Sozialverbände haben die geplante Einführung des “Pflege-Riesters” als “Klientelpolitik für die Versicherer” kritisiert.

Pflege-Riester soll kommen

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle, dessen Partei den Pflege-Riester beim Koaltionsgipfel am Wochenende letztlich durchgesetzt hatte, erklärte, dass durch diese Leistung in einer “zunehmend älter werdenden Bevölkerung diese Lücke im sozialen Sicherungssystem” geschlossen werde. Die Förderung setze einen wichtigen Anreiz zu mehr Eigenvorsorge.

Unstrittig ist, dass das System der deutschen Sozialversicherung (gesetztiche Pflegeversicherung) in seiner jetzigen Ausgestaltung angesichts des demografischen Wandels und steigender Kosten an seine Grenzen stößt. In diesem Szenario könnten entweder die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung weiter erhöht oder aber die Bürger nach dem Vorbild der Riester-Rente in der privaten Altersvorsorge stärker in die Pflicht genommen werden. Das soll nach dem Willen der Koalitionsspitzen nun geschehen. So ist es Ziel der zusätzlichen Versicherung, die Lücke zwischen tatsächlichen Pflegekosten und dem Betrag, den die gesetzliche Pflegeversicherung auszahlt, zu schließen.

Das Konzept ist am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligt worden. Nach Information des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” sollenprivate Versicherer ab Anfang 2013 erste Angebote vorlegen.

Geplant ist laut “Der Spiegel”, dass Bürger, die eine private Pflege-Zusatzversicherung abschließen, vom Staat einen Zuschuss von fünf Euro pro Monat erhalten – unabhängig vom Einkommen. Der Bürger solle selbst mindestens so viel einzahlen, wie er vom Staat bekommt (also monatlich fünf Euro oder mehr). Anders als bei der Riester-Rente seien aber keine steuerlichen Vorteile für die Privatvorsorge vorgesehen. Der Abschluss einer Pflege-Zusatzversicherung sei freiwillig. Versicherungsunternehmen, die einen Pflege-Riester-Tarif anbieten wollten, müssten gewisse Qualitätskriterien erfüllen. Diese sollen schon am Mittwoch im Kabinett diskutiert werden.

Der “Süddeutsche Zeitung” zufolge soll eine Tagegeld-Versicherung gefördert werden. Dabei werde pro Tag in der Pflege von der Versicherung eine zuvor bestimmte Summe ausgezahlt. Sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte sollten die neue staatliche geförderte Versicherung abschließen können. Eine Altersbeschränkung sei nicht vorgesehen. Allerdings solle es eine Karenzzeit von fünf Jahren nach dem Abschluss geben. Erst nach dieser Zeit könne die Leistung der Versicherung tatsächlich in Anspruch genommen werden.

Die Regierung strebe laut “Der Spiegel” zudem an, dass der Abschluss einer Zusatzversicherung diskriminierungsfrei ist. Sprich: Unternehmen sollten Antragsteller nicht ablehnen dürfen und auch nicht das Risiko prüfen, dass ein Antragsteller später ein Pflegefall werde.

Keine Zulage erhalten sollen demnach Menschen unter 18 Jahren und Personen, die vor Abschluss eines Pflege-Riesters bereits bestimmte Pflegeleistungen empfangen haben. Was mit jenen Kunden passiert, die bereits jetzt eine private Pflege-Zusatzversicherung ohne staatliche Förderung abgeschlossen haben, sei Informationen des Nachrichtenmagazins zufolge hingegen noch nicht geklärt. (te)

Foto: Shutterstock

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...