Anzeige
4. September 2012, 11:13
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Riester-Versicherungen in der Absatzflaute

Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) haben die Angst vor der Altersarmut neu befeuert: Gefährdet sind Menschen, die heute weniger als 2.500 Euro verdienen und keine Vorsorge betreiben. Doch ausgerechnet die für Geringverdiener vorgesehene Riester-Rente schwächelt.

Riester-Versicherungen schwächeln im Absatz

Wie das BMAS mitteilt, entschieden sich im zweiten Quartal 2012 84.000 Menschen für den Abschluss einer Riester-Rente. Die Gesamtzahl der Riester-Verträge lag damit Ende Juni bei knapp 15,6 Millionen (Ende 2011: 15,36 Millionen, siehe Grafik). Im Vergleich zum Jahresende 2011 stieg die Gesamtzahl der Riester-Verträge innerhalb des ersten Halbjahrs 2012 damit nur um 1,3 Prozent.

Den stärksten Zugang verzeichnete im traditionell schwächeren Zeitraum April bis Juni einmal mehr das Wohn-Riestern mit einem Zuwachs von 67.000 – das entspricht 80 Prozent aller Neuabschlüsse, erklärte das Ministerium. Es folgen die Riester-Banksparpläne mit plus 13.000. Das Schlusslicht bilden mit 2.000 zusätzlichen Abschlüsse die förderfähigen Versicherungen – gleichauf mit Fondssparplänen, die ebenfalls 2.000 neue Kunden im zweiten Quartal gewinnen konnten.

Stillstand bei Riester-Versicherungsverträgen

Die Gesamtzahl der Riester-Versicherungsverträge lag Ende Juni bei knapp 10,92 Millionen (Ende 2011: 10,88 Millionen) – innerhalb des ersten Halbjahrs 2012 konnte der Gesamtbestand damit nur um 0,3 Prozent zulegen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) führt das geringe Wachstum vor allem auf Sättingungstendenzen zurück, die auf das bereits hohe Verbreitungsniveau der Riester-Versicherungen in der Bevölkerung zurückzuführen seien.

Aus Sicht des BMAS sei hingegen ein deutlicher Trend im Riester-Abschlussverhalten der Bürger erkennbar. Diese Entwicklung führe „zu mehr konsequent sicherheitsorientiertem Riestern mittels Banksparplänen und eine Tendenz zur Sachwertanlage durch Investitionen in selbstgenutzte Immobilien über das Wohn-Riestern“.

Von der Leyen wirbt für Zuschussrente

Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, verknüpfte die Riester-Entwicklung mit der Forderung nach weiteren Reformschritten in der Altersvorsorge. So sei es entscheidend, dass sich Riestern auch für Geringverdiener lohne, die in Zukunft besonders von Altersarmut bedroht sind, betonte von der Leyen.

„Bleibt es beim jetzigen Recht, wird die Riester-Rente ebenso wie die Rente im Falle von Grundsicherung auch dann vollständig angerechnet, wenn jemand jahrzehntelang Einsatz gezeigt und Vorsorge betrieben hat. Das kann so nicht bleiben. Renten von Geringverdienern, die ein Leben lang fleißig waren, in die Rentenkasse eingezahlt und privat vorgesorgt haben, sollen zur Zuschussrente aufgewertet werden. Und die Riester-Rente kommt dann eins zu eins noch oben drauf. So lohnt sich frühes Sparen auch für Geringverdiener“, warb die Ministerin.

Riester-Versicherungen schwächeln im Absatz

Der Absatz von Riester-Versicherungsverträgen stagniert.

Quelle: BMAS (Stand: 31. August 2012)

Seite zwei: Verbraucherschützer kritisieren Zuschussrente

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

2 Kommentare

  1. Es geht ja schon mal in die richtige Richtung. Es muss zusätzlich gespart werden und da ist es weniger wichtig ob Riester oder ein anderes Produkt…

    Kommentar von Jan Lanc — 5. September 2012 @ 23:32

  2. Wunderbar diese Diskussionen, aber, “back to the roots”: Die gesetzliche Rente reicht für Niemanden für eine ausreichende Altersversorgung, niemehr! Erster Schritt: Ehrliche Aufklärung der Menschen; Zweiter Schritt: Aufzeigen der verschiednen Möglichkeiten des Aufbaues einer eigenen Altersvorsorge, mit oder ohne staatliche Förderung; Dritter Schritt: Geeignete Produkte anbieten; Und, Hand auf´s Herz, das bedeutet für die allermeisten: Konsumverzicht! Weniger Urlaub, das Auto eine Nummer kleiner, usw., aber wollen die Menschen Ehrlichkeit überhaupt ? Es bleibt spannend.. Liebe Grüße, Nils Fischer

    Kommentar von Nils Fischer — 5. September 2012 @ 11:47

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...