Zielgruppe Selbstständige: Renaissance der Rürup-Rente

„Totgesagte leben länger“ – so könnte man derzeit die Entwicklungs-möglichkeiten und damit auch die Chancen in der Beratung für die Basis- oder Rürup-Rente charakterisieren.

Gastbeitrag von Dirk Kober, BCA

Selbstständige: Kober
„Die Basis-Rente wird verglichen mit anderen Anlagen immer wettbewerbsfähiger.“

Gleich aus drei Richtungen füllt frischer Wind die Segel dieses Vehikels der ersten Altersvorsorgeschicht nach der viel beschworenen Absatzflaute: die besonderen Vorsorgemerkmale der Rürup-Hauptzielgruppe „Selbstständige“, die aktuelle und wohl noch länger anhaltende Finanzmarktsituation und nicht zuletzt der Gesetzgeber liefern derzeit gute Argumente für den Abschluss dieser Vorsorgeform. Wobei alles ineinander spielt.

Selbstständige attraktive Zielgruppe

Als die Basis-Rente im Jahr 2005 aus der Taufe gehoben wurde, stand speziell die Zielgruppe der Selbstständigen im Fokus der Initiatoren beziehungsweise des Gesetzgebers. Die Basis-Rente wurde als günstige, weil staatlich geförderte Alternative für Personen konzipiert, die – wie eben viele Selbstständige – gerade in der Ansparphase überdurchschnittlich ein höheres Einkommen, keinen Zugang zu Riester-Verträgen und zu einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) haben oder in ein Versorgungswerk einzahlen müssen.

Die Förderung erfolgt für diese Konstellation, anders als bei Riester auch durch Zuschüsse, ausschließlich über steuerliche Vorteile. Damit wird auch der zunehmenden Veränderung in den Arbeitsbiografien – mal völlig selbstständig, mal dazuverdienend, mal wieder angestellt – und anderen Wechselfällen des Lebens Rechnung getragen.

Selbstständigkeit Risikofaktor für Altersarmut

Hinzu kam spätestens ab 2008 bereits eine erste Implikation aus der Finanzmarkt- und strukturell auch Wirtschaftskrise: Selbstständigkeit geriet nun auch als möglicher Risikofaktor für Altersarmut – insbesondere von Solo- Selbstständigen ohne Angestellte – ins Blickfeld der Verantwortlichen. Wie ist dies heute zu bewerten?

Selbstständige: Rürup
Nach einer der aktuellsten Datenquellen vom 16. November 2011 (Beschluss des DIHK-Vorstands „Altersvorsorge von Selbstständigen in Deutschland – Die Weichen richtig stellen“) ist die tatsächliche Altersvorsorgesituation Selbstständiger „derzeit weitgehend unklar.

Nach Schätzungen des DIHK gibt es ca. 3,7 Millionen hauptberufliche Selbstständige. Rund 1,9 Millionen von ihnen sind grundsätzlich obligatorisch für das Alter abgesichert, sei es über die Gesetzliche Rentenversicherung, in die einige bestimmte Gruppen von Selbstständigen, zum Beispiel Künstler, einbezogen sind, oder etwa in den Versorgungswerken der Freiberufler.

Danach dürften ca. 1,8 Millionen Selbstständige – allenfalls also die Hälfte aller Selbstständigen – keinem obligatorischen Altersvorsorgesystem angehören. Die Zahl der Soloselbstständigen, als Teilgruppe aller Selbstständigen, wird auf insgesamt 2,4 Millionen geschätzt, wobei offen ist, wie hoch der Anteil der nebenberuflich Tätigen ist.

Seite zwei: Selbstständige hoch attraktive Zielgruppe für die Basis-Rente

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