21. März 2014, 09:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Psychisch Kranke vor Armutsfalle bewahren

Die Gründe für diese Entwicklungen liegen häufig in den hohen psychosozialen Belastungen einer von Stress geprägten Arbeitswelt, besonders im immer stärker wachsenden tertiären Sektor, der Dienstleistung.

Die Herausforderungen lösen oft Versagensangst und Depressionen aus. Ex-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hatte im letzten Jahr bereits geklagt, es machten sich viel zu wenige Betriebe Gedanken, wie sie ihre Belegschaft vor Stress und Burn out schützen können.

Gewerkschaften fordern “Anti-Stress-Verordnung”

Bei der Arbeitssicherheit seien deutsche Unternehmen international Spitze, bei der Reduzierung psychischer Belastungen gebe es noch Nachholbedarf. So klagt jeder zweite Arbeitnehmer Umfragen zufolge über zu starken Termin- und Zeitdruck, in einfachen Berufen wird häufig die Monotonie der Arbeit als demotivierend empfunden. Auch ständige Umstrukturierungsprogramme nervten die Menschen.

Grund genug für die Gewerkschaften, eine “Anti-Stress-Verordnung” ähnlich wie die “Lärm-und Vibrationsverordnung”, die den physischen Arbeitsschutz präzisiert, zu fordern. Die Arbeitgeber sind gegen neue Rechtsvorschriften, plädieren vielmehr dafür, bestehende Gesetze konsequent umzusetzen. Auch sie wissen, wie teuer Stresserkrankungen kommen.

2011 wurden beispielsweise bundesweit 59,2 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage registriert, was zu Produktionsausfallkosten von 5,9 Milliarden Euro führte. Allerdings haben sie die Sorge, dass mit neuen, unbestimmt formulierten “Mobbing-Paragraphen” eine Einflugschneise für querulatorische Aktionen geschaffen wird.

Unwürdige Verschiebebahnhöfe

Die Bundespsychotherapeutenkammer hat jüngst in einem Memorandum auf die schwierige Lage psychisch Kranker am Arbeitsplatz aufmerksam gemacht und gleichzeitig zahlreiche Verbesserungsvorschläge gemacht.

Oft geraten psychisch Kranke danach in ein sie belastendes Wechselspiel zwischen Kranken- und Rentenversicherung. So kann die Krankenkasse einen Arbeitnehmer mit gefährdeter oder geminderter Erwerbsfähigkeit aktiv auffordern, einen Antrag auf Rehabilitation zu stellen.

Sieht aber ein Gutachter den Erfolg einer Rehabilitationsmaßnahme nicht als gesichert an, wird der Reha- zum Rentenantrag, was bei der Hälfte aller Gesuche der Fall ist. Für den Frührentner entfällt dann der Anspruch auf Krankengeld.

Seite drei: Krankenkassen wälzen Last ab

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Nachfolgeplanung: Die Hoffnung ruht zu Unrecht auf dem Mitbewerber

Ein Drittel der Maklerbetriebe ist im Hinblick auf die eigene Altersversorgung auf den Verkauf des Betriebes angewiesen. Dessen ungeachtet haben 48 Prozent der Befragten noch keine Nachfolgeregelung geplant oder getroffen. Dies ist zentrales Ergebnis einer Studie zum Thema Unternehmensnachfolge in Maklerbetrieben, die die Versicherungsforen Leipzig gemeinsam mit den Maklerforen Leipzig und der Berufsakademie Dresden durchgeführt haben.

mehr ...

Immobilien

Warum der Mietendeckel Mietern nicht hilft

Der Berliner Senat will den sogenannten Mietendeckel einführen, die Bestandsmieten also für fünf Jahre einfrieren. Es soll eine Antwort auf die kräftigen Mietpreissteigerungen der vergangenen Jahre sein, die vielen Berlinern zu schaffen machen – 84 % der Berliner Haushalte leben zur Miete. Ein Kommentar von Nedeljko Prodanovic, Geschäftsführer Stonehedge, zum Mietdeckel

mehr ...

Investmentfonds

Doppelschlag von Fed und EZB

Auf der Pressekonferenz der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch war die Ansage von Jerome Powell eindeutig: Sollte der Handelskrieg weiter schwelen und somit auch das Erreichen des Inflationsziels gefährden, stehe die Fed Gewehr bei Fuß, um die Zinsen erstmals seit 2008 zu senken. Noch deutlicher war die Kunde, welche die sogenannten Dots verbreiteten. Ein Kommentar von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock.

mehr ...

Berater

Banken schöpfen digitales Potential nicht aus

Capco, Management- und Technologieberatung mit Fokus auf die Finanzdienstleistungsbranche, veröffentlicht eine neue Studie zum Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft von Banken. Befragt wurden Kunden und Führungskräfte von mehr als 100 Kreditinstituten zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen über den Stand der Digitalisierung im Kreditgeschäft. Das Zeugnis für die Banken fällt dabei ernüchternd aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Sehr positive Resonanz der Gläubiger auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter

Die Gläubiger in den Insolvenzverfahren der deutschen P&R Gesellschaften haben sehr positiv auf den Vergleichsvorschlag der Insolvenzverwalter reagiert. Bislang haben schon über 95 Prozent der Gläubiger bzw. deren anwaltliche Vertreter ihre Zustimmung zum Vergleich über die Forderungsfeststellung erklärt. Insgesamt wurden in den vier Insolvenzverfahren über 80.000 Schreiben an rund 54.000 Gläubiger verschickt.

mehr ...

Recht

Versicherungspolicen: Wo es Steuern zurückgibt

In diesem Jahr verlängert sich erstmalig die Frist zur Abgabe der Steuererklärung auf den 31. Juli. Besonders Steuererklärungs-Muffel wird die zwei-monatige Fristverlängerung freuen. Dabei kann man mit den richtigen Tipps und Kniffen durchaus eine ganze Menge der gezahlten Steuern wiederbekommen. Dies gilt auch für die abgeschlossenen Versicherungspolicen.

mehr ...