Telematik-Tarife: Allianz und Generali bringen sich in Position

Die beiden größten Versicherer in Deutschland, die Allianz und die Generali, kündigten unlängst an, in den Markt für Telematik-Tarife einsteigen zu wollen. Die italienische Versicherungsgesellschaft unterstrich mit dem Kauf des britischen Datenanalysehauses MyDrive Solutions ihre Strategie, die Daten ihrer Kunden so umfassend zu nutzen wie nie zuvor.

Mehrere Versicherer hatten in den vergangenen Wochen die Einführung sogenannter Telematik-Tarife angekündigt – so auch die beiden größten deutschen Versicherer.

Ende letzter Woche berichtete das Online-Magazin „Gründerszene“ über den geplanten Einstieg der Allianz in den Markt für die sogenannten Pay-as-you-drive-Tarife.

Allianz und Generali setzen auf Pay-as-you-drive

Dr. Alexander Vollert, Vorstand Schaden- und Unfallgeschäft der Allianz sagte bereits im Juni, dass die Allianz das Thema Pay-as-you-drive-Tarif im Rahmen von mehreren Testfeldern untersuche und den Autoversicherungsmarkt intensiv beobachte.

Die Allianz sei der Meinung, dass die deutschen Autofahrer einen Telematik-Tarif annähmen, sofern ihre Datensicherheit sichergestellt und deutliche Vorteile erzielt werden könnten. Sie plane deshalb, 2016 einen Telematik-Tarif einzuführen.

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Generali plant Gesundheitsapp

Auch die italienische Versicherungsgruppe Generali bringt sich bereits in Position. Wie das britische Online-Versicherungsportal „Insurancejournal“ am Freitag berichtete, hat die Generali das britische Unternehmen MyDrive Solutions erworben, das sich auf die Erhebung von Nutzerdaten spezialisiert hat.

MyDrive verarbeitet Kundendaten, die über sogenannte Black Boxes in Autos und Smartphones erhoben werden. Aus den Daten sollen Algorithmen entwickelt werden, die das Nutzerverhalten beschreiben und voraussagen sollen.

Ziel des Kaufs ist laut Generali, „innovative und intelligente Produkte“ zu entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten seien.

Die italienische Gruppe setzt dabei nicht nur auf Telematik-Tarife. Nach aktuellen Medienberichten plant das Unternehmen über eine Gesundheitsapp, die Gesundheitsdaten ihrer Versicherten zu erheben und ihnen bei einer gesunden Lebensführung Rabatte einzuräumen. Bei Verbraucherschützern stößt das Vorhaben auf Kritik. (nl)

Foto: Shutterstock

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