4. November 2016, 14:10
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BVK: Lob und Tadel für geplante bAV-Reform

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat grundsätzlich begrüßt, dass die Bundesregierung noch vor der nächsten Bundestagswahl die betriebliche Altersvorsorge (bAV) stärken will. Einzelne Inhalte des Gesetzentwurfes sieht BVK-Präsident Michael H. Heinz aber auch kritisch.

Michael-H -Heinz in BVK: Lob und Tadel für geplante bAV-Reform

Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK)

“Wir unterstützen die Pläne, ein spezifisches Fördermodell für Geringverdiener einzuführen und die steuerliche und soziale Förderung der bAV zu erhöhen”, sagte Heinz in einer ersten Reaktion auf den Referentenentwurf zum Betriebsrentenstärkungsgesetz. “Damit werden die richtigen Weichenstellungen geschaffen, damit auch Geringverdiener in den Genuss der zweiten Säule der Altersvorsorge kommen und die klein- und mittelständischen Unternehmen gefördert werden.”

Auch für die steuerliche Optimierung der Riester-Rente sprach sich der BVK aus. Diese soll laut dem Referentenentwurf durch steuerliche Wirkmechanismen gestärkt werden.

Kritik an “Sozialpartner-bAV”

Mit Unverständnis reagierte der BVK dagegen auf die im Gesetz enthaltene Option, den Sozialpartnern zu ermöglichen, einen weiteren Durchführungsweg in der bAV zu eröffnen. “Leider sind die Bundesministerien bei diesem Punkt wieder etwas zurückgefallen und wollen Arbeitgebern zusammen mit den Gewerkschaften ermöglichen, eine Art Sozialpartner-bAV in den Betrieben einzuführen. Ob die Sozialpartner aber die nötige Kompetenz in zukunftsfester Kapitalanlage und Finanzplanung wie wir Versicherungskaufleute haben, wagen wir zu bezweifeln”, so Heinz.

Zumindest aber wolle der Gesetzgeber das Prinzip der Freiwilligkeit wahren und verzichte auf das gesetzliche Opting-Out-System, was gut sei. Heinz kündigte an, dass sich der BVK am weiteren Gesetzgebungsverfahren aktiv beteiligen werde.

GDV fordert Nachbesserung

Lob und Tadel gab es auch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). “Der Gesetzentwurf ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung. Insbesondere für Geringverdiener schafft die Reform Vorteile. Zu nennen sind insbesondere die geplanten Geringverdiener-Zuschüsse für bAV-Verträge sowie die Anhebung der Riester-Zulage. Welchen Beitrag die neuen tarifvertraglichen Instrumente zur weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung leisten können, wird die Praxis zeigen”, erklärte Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung und GDV-Altersvorsorgeexperte.

Hier müsse der Gesetzentwurf dringend nachgebessert werden, um neben unverbindlichen Zielrenten auch solche Lösungen zu ermöglichen, die die Arbeitnehmer in ihren Leistungsansprüchen absichern.

Mit der vorgeschlagenen Anhebung der Riester-Zulage unterstreiche die Bundesregierung, dass sie weiterhin zur Riester-Rente stehe. “Diesem ersten Schritt müssen jedoch weitere folgen, um die Riester-Vorsorge an die Einkommensentwicklung der vergangenen 15 Jahre anzugleichen. Schon heute können viele Kunden wegen der nominal auf 2.100 Euro eingefrorenen Höchstbeträge nicht einmal die vorgesehenen vier Prozent ihres versicherungspflichtigen Einkommens in einen Riester-Vertrag einzahlen”, betonte Schwark. So könne die Riester-Rente das sinkende Rentenniveau nicht mehr für jeden kompensieren. (kb)

Foto: BVK

2 Kommentare

  1. Danke für den Kommentar von Herrn Wichmann. Viele Millionen BAV-Vertragsinhaber werden noch bei Ablauf ihrer Verträge das große Erwachen bekommen und merken, wie sie beschissen wurden. Immer weniger Zinsen bringen weniger Ablaufleistung und von der Kapitalzahlung zahlt man 10 Jahre lang an die gesetzliche Krankenkasse den vollen Krankenkassenbeitrag. Die gesetzliche Rente wird auch noch geringer, da der BAV-Beitrag ja vom Brutto weggeht. Der Einzige der spart, ist der Arbeitgeber, denn der zahlt keine Sozialabgaben auf den Beitrag. Aber jeder Vertragsinhaber muß nach Ablauf den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrag
    an die gesetzliche Krankenkasse abführen.
    Ich fordere alle Betroffenen auf, sich zu wehren und seinen
    Abgeordneten auf die Pelle zu rücken, damit dieser etwas unternimmt. Es wäre doch gelacht, wenn das Millionen tun,
    diese Beamten, die in bestehende Gesetze eingegriffen hatten, zur Verantwortung zu ziehen. Altersarmut kommt,
    wenn die Leute nichts unternehmen. Wehrt Euch, Leute.

    Kommentar von Peter Wenzel — 8. November 2016 @ 00:03

  2. Es wird wieder einmal nicht darüber gesprochen, dass nach Kapitalauszahlung 18,5% von dem Kapital an die Krankenken abzuführen sind. Wer spart denn unter den Vorausetzungen noch an?

    Kommentar von Norbert Wichmann — 5. November 2016 @ 16:58

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