22. Dezember 2016, 12:24
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Merry Compliance statt Christmas?

Im Laufe der letzten Jahre konnten wir eine dramatische Entwicklung beobachten: Die Anzahl der Flaschen in unserer Branche nimmt stetig ab – und nein, das ist keine gute Nachricht. Zu verdanken ist dies der Compliance.

Die Pradetto-Kolumne

Compliance

“Übrig geblieben sind die vielen Weihnachtskarten und auch da mag keine rechte Freude aufkommen, wenn schon dort Hinweise aufgedruckt sind, die klarstellen, man wolle keinesfalls Einfluss auf das Geschäft nehmen.”

Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Jahr als Maklerpool.

Unser Geschäft war damals noch überschaubar, aber es war gut bezahlt. Die Versicherer waren noch nicht wild entschlossen durch die Politik die Provisionen begrenzen zu lassen.

Auch die Verbraucherschützer konzentrierten sich auf Mängel an den Produkten, statt dem Verkäufer seine Einnahmen madig zu machen.

Produkt muss “politically correct” sein

Heutzutage geht es eigentlich nicht mehr um faire Preise für den Kunden, sondern um die Frage, wer wie viel verdienen oder besser nicht verdienen darf.

Obwohl der Kunde nicht weiß, was der Begriff “Compliance” eigentlich bedeutet, ist es heute wichtiger, dass ein Produkt “politically correct” hergestellt und verteilt wird, als die Frage, ob es dem Kunden überhaupt noch einen Nutzen bringt – und die IDD scheint was Neid und Missgunst angeht neue Maßstäbe setzen zu wollen.

Dieses Jahr erinnert mich das Weihnachtsfest daran, wie trübselig die Entwicklung verläuft. Weihnachten! Das war für den Vermittler früher so etwas wie ein 14-tes Gehalt in Sachleistung.

Wir waren damals nicht groß, aber der Gabentisch war reich gefüllt. Jeder Versicherer übersandte uns reichlich Geschenke. Wer damals einen großen Vertrieb oder Pool hatte, hätte sicherlich nebenbei eine Spirituosenhandlung betreiben können. Von Lebkuchen aus Nürnberg, Marzipan aus Lübeck, Printen aus Aachen, Wurst aus München hätte man ein Jahr lang essen können.

Seite zwei: 16 Jahre Compliance später

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4 Kommentare

  1. Sehr geehrter Hr.Engelhard,
    wie oft im Alltag, auch bei den Ärzten, einige große Versicherungen mit vorherrschender Lobbyarbeit,sind damit ganz zufrieden (Ausschliesslichkeit) wie es aktuell läuft.
    Die anderen Versicherungsgesellschaften und
    Makldrorganisationen müßten schleunigst einen Medienpool gründen, der dann genug Geld und auch Lobbyarbeit, vor allem auch im Kundeninteresse, finanziell stemmen kann.
    Destruktive Meldungen in der Presse und wirklich dumme Politikerentscheidungen könnten dann sich nicht mehr so flächendeckend und Meinungsbildend in der Öffentlichkeit breit machen. Das wäre ganz sicher nicht nur im Eigeninteresse sondern auch Volkswirtschaftlich
    (dringend benötigte Altersversorgung) äußerst notwendig.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 23. Dezember 2016 @ 14:26

  2. Danke an Herrn Oliver Pradetto! ….und ich kann Ihm undden Ausführungen der Herren Strassnig und Engelhardt nur ein tief empfundenes “Genau, so ist`s” hinzufügen. Es tut gut, dies zu lesen.

    Kommentar von Gertrud Treffer — 23. Dezember 2016 @ 13:40

  3. Sehr guter Artikel! Compliance gab es schon immer, allerdings wurde das für alle Deutschen noch verständlicher ausgedrückt. Das hier von den Spitzen der Deutschen Poltik gerade of das Gegenteil vorgelebt wird, macht die überextreme Regulierung für Vermittler noch unverständlicher. Jetzt folgt dann noch das Protokoll, dass das Beratungsprotoll korrekt ausgefüllt wurde…..
    Im selben Moment bestätigt ein Kunde im Internet über Fintechs, dass er alle Bedingungen,
    natürlich und vor allem ohne jede Erklärung auch verstanden, mit allen Für undWider,nach 10 Minuten Eingabe seinen neuen Vertrag.
    Lach Verbraucherschutz und Politiker….

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 23. Dezember 2016 @ 11:30

  4. Oliver Pradetto hat ja völlig recht. Aber wie konnte das alles geschehen? Wir haben der Entwicklung zugesehen und der Politik die Entscheidung überlassen. Und wenn sich beispielsweise traditionsreiche deutsche Unternehmen “Compliance” auf die Fahnen schreiben, was ja nichts anderes bedeutet, als die selbstverständliche Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien, aber auch freiwilliger Kodizes in Unternehmen, so können die Mitarbeiter dieser Unternehmen mit dem Begriff wenig anfagen, wenn die Führung kriminelle Handlungen fördert und letztlich nach dem Aufdecken auch noch Boni kassieren. Wie denkt ein Mitarbeiter dieser Unternehmen, wenn sein Arbeitsplatz vakant wird, weil man ja Personalkosten einsparen muss? Ein unsauberer privater Haushalt kann sich Meister Propper bedienen, um dadurch eine Umkehr einzuleiten. Unserere Gesellschaft hat die Gelegenheit dazu bei der Bundestagswahl 2017.

    Kommentar von Ralf-Rüdiger Engelhardt — 23. Dezember 2016 @ 09:43

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