Munich Re: Finanzgeschäfte retten das Katastrophen-Quartal

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re ist mit dem Verkauf von Tafelsilber glimpflich durch ein Katastrophen-Quartal gekommen.

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Zentrale der Munich Re in München

Obwohl die Waldbrände in Kanada und die Erdbeben in Japan am Gewinn zehrten, verdiente der Dax-Konzern im zweiten Jahresviertel mit 974 Millionen Euro unter dem Strich überraschend nur neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Glück bei den Währungskursen und der Verkauf hochverzinster Anleihen verhinderten einen stärkeren Einbruch. Vorstandschef Dr. Nikolaus von Bomhard sieht den Konzern damit auf Kurs zu seinem im Mai gekappten Gewinnziel.

Waldbrände und Erdbeben

Am Aktienmarkt wurden die Nachrichten zunächst positiv aufgenommen. Zum Handelsstart in Frankfurt gewann die Munich-Re-Aktie am Morgen 1,9 Prozent an Wert. Analysten hatten im zweiten Quartal nur mit halb so viel Gewinn gerechnet.

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Die Naturkatastrophen des zweiten Quartals hatten es nach einem ruhigeren Start ins Jahr in sich. Allein die Waldbrände in Kanada schlugen in der Rückversicherungssparte mit rund 400 Millionen Euro zu Buche, die Erdbeben in Japan mit 85 Millionen Euro. Dennoch bezifferte die Munich Re ihre Naturkatastrophenschäden nur auf 335 Millionen Euro – weil sie im gleichen Zuge Rückstellungen für Großschäden aus früheren Jahren auflöste. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel die jetzige Belastung aber immer noch 16 Mal so hoch aus.

Kombinierte Schaden-Kosten-Quote unter Druck

Formal reichten die Prämieneinnahmen der Schaden- und Unfall-Rückversicherung nun aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich im Jahresvergleich zwar von 93,3 auf 99,8 Prozent und blieb damit nur knapp unter der kritischen 100-Prozent-Marke. Ohne die Auflösung der Schadenreserven hätte sie die Schwelle gerissen.

Seite zwei: Finanzgeschäfte als Retter

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