Anzeige
26. Juni 2017, 13:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Das Geschäftsmodell der Versicherer ist bedroht”

Deutschlands Versicherer haben zwar Strategien, um dem Megatrend Digitalisierung zu begegnen, verknüpfen diese aber nicht ausreichend mit ihren langfristigen IT-Planungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Beratungshauses EY Innovalue und des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen, die von Guidewire Software gesponsert wurde.

Shutterstock 386397835 in Das Geschäftsmodell der Versicherer ist bedroht

Laut Hato Schmeiser von der Universität St. Gallen könnten Google, Amazon und Facebook in den Markt eintreten und die Versicherer auf ihrem eigenen Feld schlagen.

Die Studie zeigt den Status quo der Digitalisierung bei 15 Versicherern und die Auswirkungen für deren IT-Abteilungen. Demnach müssen sich die Rolle der IT und die Arbeitsabläufe in den Unternehmen für langfristigen Erfolg fundamental wandeln. Außerdem müssen Qualifizierungsrückstände bei den Belegschaften aufgeholt werden, so die Studie.

Laut Studie schätzen Versicherer zentrale Themen der Digitalisierung wie Big Data oder künstliche Intelligenz zwar als sehr relevant ein und sehen sie als Teil ihrer Digitalisierungsstrategien, binden sie aber nicht effektiv in ihre Abläufe ein. Gründe hierfür seien unter anderem Ressourcen- und Kapazitätenmängel in den IT-Abteilungen. Dies bedrohe die Wettbewerbsfähigkeit der Versicherer.

Im Rahmen der Studie wurden auch IT-Experten der Versicherer zu unterschiedlichen Digitalisierungsaspekten befragt. Die Mehrheit rechnet in Zukunft mit einer wesentlich zentraleren Rolle ihrer Abteilungen als Innovationstreiber für das gesamte Unternehmen. Allerdings seien sie für diese neue Rolle nicht ausreichend gerüstet. Entwicklerkapazitäten und Spezialisten fehlen demnach bei knapp der Hälfte der befragten Unternehmen. Die Studienautoren empfehlen Versicherungsunternehmen, für die Digitalisierung wichtige IT-Mitarbeiter gezielt zu fördern und zu rekrutieren.

Internetkonzerne als Gegner

“Das Geschäftsmodell der Versicherer steht vor einem Umbau. In Zeiten der Digitalisierung geht es für sie darum, ihre Datenschätze für passgenaue Angebote zu nutzen. Sie verfügen über äußerst wertvolle Daten, tun sich aber schwer, diese mit den veränderten Kundenbedürfnissen zu verzahnen. Wenn sie hier nicht schnell aufholen, werden Internetkonzerne, wie zum Beispiel Google, Amazon und Facebook, mit entsprechenden Know-how im Bereich der Datenverknüpfung in den Markt eintreten und Versicherer auf ihrem eigenen Feld schlagen”, sagte Professor Dr. Hato Schmeiser, Lehrstuhlinhaber und Geschäftsführer des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen. (kb)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

ERGO forciert Lebensversicherung

ERGO holt Markus Krawczak zum Januar 2019 als Vorstand für den Maklervertrieb Leben. Zusätzlich hat ERGO zum 1. November 2018 das neue Ressort betriebliche Altersversorgung gegründet. Dieses wird von Jan Niebuhr geleitet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung: So hoch sind die durchschnittlichen Kreditsummen

Dr. Klein hat bundesweit Alter und Kredithöhe von Immobilienkäufern untersucht. Während Eigenheimerwerber in Sachsen-Anhalt besonders jung sind, kaufen Hamburger und Berliner später eigene vier Wände. Auch bei der Kreditsumme gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Krypto-Indexfonds

Krypto-Fonds gibt es bereits. Ein Schweizer Vermögensverwalter ist sich dennoch sicher, mit einem neuen Fonds den Krypto-Markt zu stärken. Regulierung muss Krypto-Anlageprodukten nicht schaden, sie kann ihnen auch nützen, so der Anbieter.

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...