Anzeige
25. Juli 2017, 11:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Elternunterhalt: Zehn Situationen, in denen Kinder nicht zahlen müssen

Geld für den Unterhalt der eigenen Eltern zu zahlen ist neu und sowohl für den Pflegebedürftigen als auch für seine Kinder schwer zu akzeptieren. Daher stellt sich immer wieder die Frage: Wer muss überhaupt zahlen? Oder was ist zu tun, damit man den eigenen Kindern nicht zur Last fällt? Gastbeitrag von Margit Winkler, Institut Generationenberatung

Elternunterhalt: Zehn Situationen, in denen Kinder nicht zahlen müssen

Margit Winkler: “Wer Schulden hat oder Vermögen nicht ansammelt, kann nicht zur Zahlung herangezogen werden.”

Die Pflegebedürftigkeit ist die letzte Lebensphase. Es betrifft statistisch drei von vier Frauen. Bei Männern sind die statistischen Werte geringer, denn sie werden häufig von ihren Frauen gepflegt.

Doch in Zukunft wird sich auch das ändern, denn 31 Prozent der über 65-Jährigen leben in Single-Haushalten. Lesen Sie hier, in welchen Fällen Kinder nicht für ihre Eltern zahlen.

1. Sittliches Verschulden

Das liegt zum Beispiel vor, wenn Vater oder Mutter seine Bedürftigkeit durch Spiel-, Trunk- oder Drogensucht eigenverantwortlich verursacht hat. Dies ist dann anzunehmen, wenn eine Therapie abgelehnt wurde. Sonst wird die Sucht als unverschuldete Krankheit angesehen (OLG Celle vom 13.3.1990 – Az. 17 UF107/88).

Es gilt also nachzuweisen, dass eine Therapie zwar vorgeschlagen, aber nicht durchgeführt wurde. Hat Vater oder Mutter eine entsprechende Therapie ausgeschlagen, ist das Kind nicht zum Unterhalt verpflichtet.

2. Vernachlässigung

Wer früher seine Kinder nachweislich vernachlässigt hat, kann keinen Elternunterhalt von diesen verlangen. Das ist dann etwa der Fall, wenn man der Unterhaltszahlung nicht nachkam, sich jahrelang um seine Kinder nicht kümmert und diese geradezu verwahrlosen lässt (AG Leipzig vom 18.9.1996 – Az. 23 C 280/95).

Auch hier gilt die Nachweispflicht: Ist das Kind durch Aktivitäten des Jugendamtes bei einer anderen Familie groß geworden oder der Kindesunterhalt wurde nachweislich nicht oder nicht genügend gezahlt, kann kein Elternunterhalt zugemutet werden. Fühlt sich das Kind aber benachteiligt, weil beispielsweise Bruder oder Schwester bevorzugt wurde, ist das kein Grund.

Seite zwei: Durch Heirat mehr finanzieller Spielraum

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Die Unterhaltspflicht der Kinder gegenüber den Eltern ist n i c h t neu, sondern schon im § 1600 BGB mit einem Satz geregelt: “Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.”

    Kommentar von Ulrich Krückmann — 26. Juli 2017 @ 15:15

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Reform der Betriebsrente – VV-Fonds – Crowdinvesting – Maklerpools

Ab dem 23. November im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Generali: Dialog übernimmt auch das Sachgeschäft

Die Generali will sich im Maklermarkt neu aufstellen. Die Marke Generali arbeite künftig exklusiv mit dem langjährigen Vertriebspartner DVAG zusammen, die Cosmos Direkt sei weiterhin im Direkt- und Digital-Vertrieb tätig und die Dialog konzentriere sich auf den Maklermarkt, teilte das Unternehmen mit.

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: IVD fordert Eigentumsförderung

Die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen befinden sich derzeit auf der Zielgeraden, doch besonders bei der Wohnungspolitik bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. Darunter könnte auch die im Wahlkampf versprochene Eigentumsförderung leiden.

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: “Es kriselt überall in Europa”

Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des Ifo-Instituts warnte davor, dass sich die europäische Währungsunion in eine Transferunion verwandelt. Sinn war als Gastredner auf der 30. Feri-Tagung in Frankfurt eingeladen. Eines der Schwerpunktthemen der Veranstaltung war die Zukunft der Währungsunion.

mehr ...

Berater

DSGV-Präsident Fahrenschon tritt zurück

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, legt sein Amt im Einvernehmen zum 24. November 2017 nieder. Das teilt der DSGV mit. Die Amtsgeschäfte werden demnach übergangsweise vom Ersten Vizepräsidenten und Geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern übernommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marenave: Neuer Aufsichtsrat feuert den Vorstand

Der neu formierte Aufsichtsrat der Marenave Schiffahrts AG hat die Bestellung des bisherigen Alleinvorstands Ole Daus-Petersen mit sofortiger Wirkung widerrufen.

mehr ...

Recht

BGH: Riester-Verträge mit staatlicher Förderung nicht pfändbar

Verträge für die Riester-Rente sind nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht pfändbar, wenn sie staatlich gefördert wurden. Entscheidend sei, dass die Ansprüche nicht übertragbar sind, begründete der für Insolvenzrecht zuständige IX. Senat in Karlsruhe einen entsprechenden Beschluss.

mehr ...