Rente raus aus dem Parteien-Streit

Betrachtet man sich die Ergebnisse der jüngsten Blackrock Investor Pulse Studie, ist 86 Prozent der Menschen in Deutschland bewusst, dass sie selbst mehr Verantwortung für ein auskömmliches Einkommen im Alter tun müssen, ihr Verhalten ist oft aber keine rationale Reaktion zur Inangriffnahme dieses Problems.

Dies hat nicht nur mit tradierten Vorbehalten von Sparern und einer mangelhaften Aktienkultur, verbunden mit einem fragwürdigen Sicherheitsfetischismus zu tun, sondern auch mit einem zu komplexen, oft unüberschaubaren System zu tun. Mehr Transparenz ist deswegen ein Gebot der Stunde.

Transparenz durch Technologie als erster Schritt

Die Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit verstärkter privater Vorsorge würde erheblich wachsen, wenn Verbraucher wie in zahlreichen anderen Ländern ihre erworbenen Ansprüche und erkennbaren Defizite über die Elektronik abrufen könnten. Technologisch ist die Entwicklung eines solchen Systems kein Problem, es muss nur politisch gewollt werden.

Ein solches System könnte noch in diesem Jahr Bestandteil der Koalitionsvereinbarung der Regierungsparteien nach der Bundestagswahl werden. Schon nach der Wahl 2013 gab es diesen Plan, es blieb allerdings bei einem frommen Wunsch. Das sollte sich ändern.

Prof. Dieter Weirich ist neben Klaus Morgenstern Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), einer in Berlin angesiedelten Denkfabrik für Generationengerechtigkeit, die von Unternehmen der Finanzwirtschaft getragen wird. Der gelernte Journalist und ehemalige Bundestagsabgeordnete war früher Intendant der Deutschen Welle, des deutschen Auslansdsrundfunks.

Foto: DIA

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