26. April 2018, 11:16
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Berufstätige Frauen und Mütter stärken die Rentenversicherung

Eine deutlich stärkere Erwerbsbeteiligung von Müttern könnte die Beitragszahler der gesetzlichen Rentenversicherung bis 2050 um insgesamt rund 190 Milliarden Euro entlasten. Zugleich würde der Staat rund 13,5 Milliarden Euro an Steuerzuschüssen einsparen. Zudem würde das Rentenniveau steigen, bei niedrigeren Beiträgen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Frauenquote in Berufstätige Frauen und Mütter stärken die Rentenversicherung

Eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen sorgt für niedrigere Rentenbeiträge und ein höheres Rentenniveau für alle.

 

„Eine stärkere Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt leistet einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der Rentenfinanzen“, sagt Oliver Ehrentraut, Vize-Direktor von Prognos. Zudem werde der Fachkräftemangel etwas entschärft und ein stärkeres Wirtschaftswachstum ermöglicht – dank niedrigerer Beitragssätze für die Rentenversicherung. „Dadurch haben die Beschäftigten wiederum größere Spielräume für die private Altersvorsorge“, so Ehrentraut.

Niedrigere Beiträge, höheres Rentenniveau

Für das Jahr 2015 errechnet Prognos einen Beitragssatz von 23,6 statt 24,1 Prozent. Das Rentenniveau läge mit 41,6 Prozent um 0,7 Punkte höher als bei Berücksichtigung des Status quo. Die Schätzungen beruhen auf der Annahme, dass die Erwerbsbeteiligung von Müttern künftig noch stärker ansteigt als im Trend der vergangenen Jahre. Für diesen Fall rechnet Prognos für 2050 mit einer Erwerbstätigenquote – bei Frauen mit Kindern unter 18 Jahren – von 85,5 statt wie bisher von 66,9 Prozent – bei einer Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 29,6 statt 26,3 Stunden. Bliebe es hingegen beim aktuellen Trend, würde die Erwerbstätigenquote bis 2050 nur auf 71,3 Prozent steigen, die Wochenarbeitszeit bliebe unverändert.

Schnelle Rückkehr in den Beruf zahlt sich aus

Von einer stärkeren Berufstätigkeit profitieren aber vor allem die Mütter selbst. Nach Berechnungen von Prognos ist die gesetzliche Rente einer Frau, die relativ schnell nach Geburt ihrer zwei Kinder in den Beruf zurückkehrt und bald darauf in Vollzeit arbeitet, um über 50 Prozent höher als die einer Mutter, die die Erziehungszeit für beide Kinder voll ausschöpft und anschließend nur in Teilzeit arbeitet. Eine schnelle Rückkehr in den Beruf lohnt sich besonders für gut ausgebildete Frauen mit einem entsprechend höheren Gehalt.

Riester lohnt sich: insbesondere für Frauen mit Kindern

Einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung ihrer Vorsorgesituation leistet zudem die Riester-Rente. Mit ihr könnten Frauen ihre Alterseinkünfte um fast 20 Prozent aufstocken – abhängig von ihrem Gehalt. „Die Riester-Rente ist das zentrale Instrument, um die Lücke in der Altersvorsoge von Frauen zu schließen“, betont denn auch GDV-Geschäftsführer Peter Schwark. Dank der Zulagen – für alle nach 2008 geborenen Kinder gibt es aktuell 300 Euro im Jahr – sei die Riester-Rente gerade für Mütter interessant. (dr)

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