8. Juni 2018, 16:26
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ICA 2018: Gauss-Preis für neuartige Kalkulation der Cyberversicherungen

Cyberangriffe verursachten 2016 allein in Deutschland Schäden von rund 65 Milliarden Euro. Weltweit waren es rund 450 Milliarden Euro. Ein großes Problem für die Assekuranz ist derzeit noch die Kalkulation solcher Ereignisse.

Nun hat ein dreiköpfiges Wissenschaftlerteam neuartige Ansätze für das Pricing von Cyberversicherungen entwickelt und dafür auf dem Internationalen Akturkongress (ICA) in Berlin den mit 10.000 Euro dotierten Gauss-Preis erhalten.

 

DAV1 in ICA 2018: Gauss-Preis für neuartige Kalkulation der Cyberversicherungen

31. Weltkongresses der Aktuare in Berlin

 

„Bisher gelten viele Cybergefahren als kaum versicherbar, da vor allem Konzepte für die sachgerechte Kalkulation von Großschäden fehlen. Diese Lücke schließt die preisgekrönte Arbeit von Prof. Dr. Stefan Weber und Kerstin Weske (Leibniz Universität Hannover) sowie Prof. Dr. Matthias Fahrenwaldt von der Heriot-Watt University in Edinburgh“, betonte Prof. Dr. Ralf Korn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Versicherungs- und Finanzmathematik (DGVFM), die den Preis zusammen mit der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. (DAV) vergibt.

Die Arbeit „Pricing of Cyber Insurance Contracts” der drei Aktuarswissenschaftler leiste damit einen herausragenden Beitrag, sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen gegen die materiellen Folgen von Cyberangriffen abzusichern. Laut Europol verursachten diese 2016 weltweit Schäden in Höhe von 450 Milliarden Dollar – allein 65 Milliarden davon in Deutschland.

„Gerade durch den Siegeszug des Internets der Dinge wird diese Zahl in den kommenden Jahr zweifellos weiter deutlich steigen“, skizzierte Korn den Bedarf nach entsprechenden Versicherungsprodukten auf der Preisverleihung beim Weltkongress der Aktuare (ICA 2018) in Berlin.

Ebenfalls ausgezeichnet wird Dr. Felix Hentschel von der Universität Ulm. Er erhält den mit 2.000 Euro dotierten Gauss-Nachwuchspreis für seine Dissertation „Planning for individual retirement: optimal consumption, investment and retirement timing under different preferences and habit persistence“.

Darin verbindet er mikroökonomische Modelle im Bereich der Altersvorsorge mit empirischen Beobachtungen und leistet damit einen relevanten Beitrag zur Diskussion der optimalen Altersvorsorge. Insbesondere in Zeiten von Niedrigzinsen, erhöhter Lebenserwartung und sinkender gesetzlicher Rentenansprüche stellt dies nach Meinung der Fachjury ein Thema von hoher Praxisrelevanz für die Versicherungswirtschaft dar. (dr)

Foto: Deutsche Aktuarvereinigung

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