22. Januar 2018, 11:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Pflegereform: Gemischte Bilanz nach einem Jahr

Seit Anfang 2017 gilt eine neue Einstufung von Betroffenen bei der Pflegeversicherung. Gut ein Jahr nach dem Start dieser jüngsten Pflegereform, fällt die Bewertung ihrer Wirkung jedoch äußerst unterschiedlich aus.

Pflegereform: Gemischte Bilanz nach einem Jahr

Beeinträchtigungen von Wahrnehmung und Erinnerung sollten durch die Reform besser berücksichtigt werden.

“Die Pflegereform bringt deutlich weniger, als von der Bundesregierung behauptet”, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die neue Einstufung von Betroffenen bei der Pflegeversicherung gilt sei Anfang 2017. Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff sollen unter anderem auch Beeinträchtigungen von Wahrnehmung und Erinnerung etwa bei Demenz besser berücksichtigt werden.

Reform greift bei niedrigem Pflegegrad

Brysch sagte unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium, zwar habe es Ende letzten Jahres 351.000 Leistungsbezieher mehr als im Vorjahr gegeben.

Doch mit 241.000 Betroffenen sei der größte Teil davon in den neuen Pflegegrad eins eingestuft worden. “Dieser dient vor allem der Vorbeugung.”

Ihnen stünden 125 Euro für hauswirtschaftliche Hilfe durch einen professionellen Anbieter zur Verfügung. An entsprechenden Anbietern mangele es.

“Bei den Pflegebedürftigen in den Pflegegraden zwei bis fünf ist der Anstieg dagegen mit den Vorjahren vergleichbar.” Die Zunahme betrage hier unter vier Prozent.

Bedarfsgerechte Angebote nötig

Die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung hatten eine positive Bilanz gezogen. “Mit der neuen Begutachtung konnten im Vergleich zu 2016 rund 304.000 Versicherte neu anerkannt werden”, sagte der Geschäftsführer ihres Verbands (MDS), Peter Pick.

Zum Start der Reform hatte der MDS mit rund 200.000 zusätzlichen Personen gerechnet, mittelfristig sollen es laut Regierung 500.000 sein.

Mehr Menschen hätten früheren und besseren Zugang zu den Leistungen bekommen, sagte Pick. Nun müssten bedarfsgerechte Angebote weiterentwickelt werden, ambulant und stationär, etwa in neuen Wohnformen und bei ergänzenden Unterstützungen. (dpa-AFX)

 

Mehr Beiträge zum Thema Pflege:

Pfleger fühlen sich von Politik im Stich gelassen

Neuer Pflege-TÜV kommt voraussichtlich erst 2019

Kassenverband: Mehr Geld allein bringt nicht mehr Pflegekräfte

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Thomas-Cook-Kunden sollen Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden

Das Justizministerium hat Pauschalreise-Kunden der insolventen Thomas Cook aufgefordert, ihre Ansprüche nicht nur bei der Versicherung, sondern auch beim Insolvenzverwalter anzumelden. Das sei Voraussetzung dafür, das versprochene Geld vom Bund zu erhalten, teilte das Ministerium am Freitag mit.

mehr ...

Immobilien

Neues Finanzierungskonzept: Sorgenfrei im Alter

Viele Menschen möchten sich im Rentenalter Wünsche und Träume erfüllen. Die notwendigen Geldmittel stecken dabei oftmals im Eigenheim fest. Um sich mithilfe der Immobilie den Lebensabend zu finanzieren, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Welche das sind und welche Vor- und Nachteile sie bieten, zeigt der Vergleich der Immobilienverkaufsmodelle.

mehr ...

Investmentfonds

London: Werden keine “Empfänger von EU-Regeln” nach Brexit

Unternehmerverbände in Großbritannien zeigen sich vor dem Brexit besorgt. Sie fürchten hohe Kosten durch Handelsbarrieren und warnen vor Preiserhöhungen für britische Verbraucher. Doch ihre Forderungen angesichts der Befürchtungen finden beim Finanzminister kein Gehör.

mehr ...

Berater

Sonntagsfrage unter Vermittlern: FDP siegt, SPD ohne Chance

Bei Finanzvermittlern steht weiterhin die FDP in der Gunst ganz oben, wenn es um die nächste Bundestagswahl geht. Das hat das 12. AfW-Vermittlerbarometer im November 2019 mit über 1.500 teilnehmenden Vermittlern ergeben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Habona erreicht Vollinvestition des Einzelhandelsfonds 06

Der Frankfurter Fondsinitiator und Asset Manager Habona Invest hat für seinen Einzelhandelsfonds 06 zum Jahresende 2019 sechs weitere Nahversorgungsimmobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 44 Millionen Euro und einer Gesamtmietfläche von circa 19.500 Quadratmetern erworben.

 

mehr ...

Recht

Winzerverband schlägt Schadenersatz statt Strafzölle auf Wein vor

Statt der Strafzölle auf Wein sollte die Bundesregierung den USA nach einem Vorschlag des Weinbauverbands Rheinhessen eine Schadenersatzzahlung anbieten. “Die deutsche Politik sollte jetzt unkonventionelle Lösungen anstreben”, erklärte Verbandspräsident Ingo Steitz.

mehr ...