Abschlussprovisionen: Jeder Dritte erhält über 40 Promille

Der durchschnittliche Abschlussprovisionssatz, den die deutsche Lebensversicherungsbranche gewährt, ist im Jahr 2018 leicht gestiegen. Rund 30 Prozent des Neugeschäfts kapitalbildender Produkte entfällt auf Versicherungsvermittler, die mehr als vier Prozent Abschlussprovision erhalten. Dies ergibt sich aus einer aktuellen Abfrage der BaFin.

Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht der BaFin

Bereits im vergangenen Jahr hatte die BaFin für die Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) eine Abfrage bei den inländischen Lebensversicherern unter ihrer Aufsicht durchgeführt.

Es wurde untersucht, welche Auswirkung die Reduzierung des Höchstzillmersatzes von 40 Promille auf 25 Promille auf die Zahlungen der Lebensversicherer an Versicherungsvermittler – hier und im Folgenden inklusive angestelltem Außendienst – hat.

Grundlage der damaligen Abfrage war das Neugeschäft des Jahres 2017. „Im Hinblick auf die Umsetzung der Richtlinie über den Versicherungsvertrieb – IDD – und die neuen gesetzlichen Vorgaben zur Vertriebsvergütung1 hat die BaFin ihre Abfrage auf Basis des Neugeschäfts des Jahres 2018 jetzt aktualisiert“, erläutert Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht der BaFin.

Das 2018 erzielte Neugeschäft lag mit 108,4 Milliarden Euro Beitragssumme 3,6 Prozent über dem Neugeschäft des Jahres 2017 von 104,6 Milliarden Euro Beitragssumme. Die von den Lebensversicherern gezahlten Abschlussprovisionen, also die Zahlungen an Vermittler zur Vergütung des Vermittlungserfolges, sind von 3,9 Milliarden Euro für das Neugeschäft im Jahr 2017 auf 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2018 gestiegen. Der durchschnittliche Provisionssatz, also der Anteil der Abschlussprovisionen an der Beitragssumme, ist damit leicht von 3,77 Prozent (2017) auf 3,82 Prozent (2018) gestiegen.

 

Seite 2: Bis zu sieben Prozent Abschlussprovision

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