Die offene Flanke der Digitalisierung: Wie Online-Finanzprodukte die Stärken von Beratern hervorheben

Viele Analysen zur Digitalisierung prophezeien dem Beraterberuf, was sie fast allen Berufsgruppen zu prophezeien scheinen: “Ziehen wir uns warm an, es wird ungemütlich.” Dabei laufen solche defensiven Ansätze Gefahr, den Blick darauf zu verdecken, dass die Digitalisierung auch eine Chance für Berater sein kann, ihre grundlegenden Stärken neu zu entdecken. Ein Gastbeitrag von Martin Schemm, Leiter des Produktpartner-Geschäfts bei iwoca.

Martin Schemm, Leiter des Produktpartner-Geschäfts bei iwoca.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Welt der digitalen Unternehmenskredite. Hier besteht aktuell besonders unter Selbständigen und kleinen Unternehmen eine hohe Nachfrage nach Darlehen, die vom Markt nicht vollständig abgedeckt wird. So zeigen Daten der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), dass jedes vierte kleine deutsche Unternehmen mit weniger als 1 Mio. Euro Umsatz von konkreten Schwierigkeiten beim Zugang zu Krediten berichtet.

Hinzu kommt ein neues Angebot

Inzwischen gibt es allerdings neue digitale Anbieter im Markt, die sich genau darauf spezialisiert haben, die existierenden Angebotslücken zu schließen. Dabei erlaubt ihnen ihre Spezialisierung, auch dort Produkte anbieten zu können, wo die klassischen Hausbanken häufig passen müssen. Nehmen wir als Beispiel einen kurzfristigen Unternehmenskredit von 50.000 Euro.

Bei traditionellen Banken können Antrags-, Auszahlungs- und Folgeprozesse so komplex (und somit teuer) sein, dass sich die Auszahlung des Kredits wirtschaftlich für die Bank häufig gar nicht mehr lohnt. Ein digitaler Anbieter, der seine Prozesse genau für diesen Fall ausgelegt hat, kann den Antrag viel schneller und effizienter bearbeiten – und somit die existierende Lücke im Kreditangebot füllen.

Zusätzlich besteht ein beträchtlicher Informationsbedarf

Eine große Herausforderung dabei ist allerdings, dass heutzutage dort, wo klassischerweise die Hausbank als Universalbank ein breites Spektrum an Produkten abgedeckt hat, inzwischen eine hohe Anzahl an spezialisierten Anbietern existiert. Wo also in der Vergangenheit Kleinunternehmer für einen Kredit einfach den kurzen Weg zu ihrer örtlichen Bankfiliale wählten, stehen sie jetzt einer viel komplexeren Welt aus Anbietern und Produkten gegenüber.

Eine neue Studie, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov unter Selbständigen und Kleinunternehmern für iwoca durchgeführt hat, liefert erste konkrete Beweise für dieses Dilemma, dem sich Kreditsuchende ausgesetzt sehen: Jeder vierte der Befragten mit Krediterfahrung (23 %) gibt bereits heute an, dass es ihr oder ihm durch das größere Online-Angebot schwerer fällt, sich einen Überblick über alle verfügbaren Produkte im Markt zu verschaffen.

Das Ergebnis: Gute Chancen für Berater

Hier ist die offene Flanke, die Berater für sich nutzen können. Selbständige und Kleinunternehmer sind auf der Suche nach einem verlässlichen Partner, der ihnen bei der Orientierung durch die digitale Welt der neuen Finanzprodukte hilft. Dabei können sie auf das bauen, was schon immer ihre Stärke gewesen ist – das Vertrauen der Kunden:

Die gleiche YouGov-Umfrage hat gezeigt, dass 30 % der Selbständigen und Kleinunternehmer ihren Berater als eine der verlässlichsten Anlaufpunkte auf der Suche nach Krediten betrachten. Mit diesem Wert sind sie bereits jetzt in Reichweite der traditionellen Hausbank, welche von 42% der Befragten als eine der zuverlässigsten Quellen auf der Kreditsuche angegeben wurde.

Wie gut diese Symbiose zwischen Beratern und digitalen Anbietern funktioniert, sehen wir bei uns bereits in der alltäglichen Praxis: Als digitaler Anbieter von Unternehmenskrediten verfügen wir bereits über ein Netzwerk von über 1.000 Partner-Beratern. Unter ihnen sind beispielsweise Finanzberater und Vermittler, Versicherungsmakler und Unternehmensberater. Sie sind für uns die starke Brücke zwischen digitalem Angebot und kleinen Unternehmen vor Ort.

 

Foto: iwoca

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