Pflege: Deutschland fehlt der Masterplan

Nach wie vor ist ein Arbeitsplatz in der Pflege nur für die wenigsten attraktiv. Mit der „Konzertierten Aktion Pflege“ und einem 111-Punkte-Plan will die Bundesregierung das nun ändern. Dass das reichen wird, bezweifelt eine aktuelle Studie der Stiftung Münch.

Was muss Deutschland bei der Pflege anders machen? Ein Blick über die Grenzen lohnt sich.

Beim Thema Pflege hinkt die Bundesrepublik anderen Ländern hinterher, auch weil ein Masterplan fehlt, sagt Professor Michael Ewers, Direktor des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Berliner Charité.

Er leitete die aktuelle Münch-Studie „Pflege in anderen Ländern – vom Ausland lernen“. Hierzulande bewege man sich im Vergleich zum Ausland auf Sonderwegen und isoliere sich dadurch.

„Wir brauchen einen Masterplan Pflege, der weit in die Zukunft weist und deutlich über die Konzertierte Aktion Pflege hinausgeht“, sagte Ewers auf einer Pressekonferenz in Berlin. Darüber hinaus sei der 111-Punkte-Plan nicht konkret genug.

Ähnliche Probleme wie in Deutschland

Ein Blick auf die Pflegesituation in anderen Ländern kann ihm zufolge zeigen, was in Deutschland anders werden muss. In der Studie untersuchten er und seine Kollegen diesbezüglich Großbritannien, Kanada, Schweden und die Niederlande.

Auch diese Länder haben mit einem Fachkräftemangel ebenso wie mit Problemen bei der Sicherung der pflegerischen Versorgung bei gleichzeitig wachsendem Bedarf zu kämpfen.

Genau wie die Bundesregierung hierzulande bemühen auch sie sich um bessere Arbeitsbedingungen, die Integration von Pflegekräften mit geringerer Qualifikation und Rekrutierung von Personal aus dem Ausland. Dabei bleiben die vier Staaten aber nicht stehen.

Seite zwei: Was machen andere Länder anders?

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