PKV-Notlagentarif: Niedrigster Stand seit Einführung

Seit sechs Jahren gibt es den Notlagentarif in der privaten Krankenversicherung. Rund 102.000 Personen sind dort versichert. Der niedrigste Stand seit 2013. In einer aktuellen Analyse hat die Kölner Ratingagentur Assekurata nun die Worst-Case-Absicherung der PKV genauer unter die Lupe genommen.

 

Gerhard Reichl, Senior-Analyst bei Assekurata, Köln.

Versicherungsnehmer in der privaten Krankenversicherung, die ihren Beitrag nicht mehr zahlen oder zahlen können, wechseln nach entsprechenden Mahnungen in den Notlagentarif, in dem sie einerseits geringere Beiträge zu zahlen haben, andererseits nur eine Notfallversorgung erhalten.

Für die Versicherer war und sei der Tarif in erster Linie Bilanzkosmetik, da der Abschreibungsbedarf zurückgehe, schreibt Gerhard Reichl, Senior-Analyst Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH. Aus Kundensicht sei die Einführung des Notlagentarifs allerdings ein hilfreicher Schritt, da Kunden die Möglichkeiten hätten, durch geringere Beiträge schneller und leichter die Schulden abzubauen.

Versicherer und Kunde hätten das schließlich das Ziel, möglichst schnell in den Normaltarif zurückzukehren. Da dies nach den gesetzlichen Regelungen nur bei Ausgleich der Rückstände möglich sei, könne der Versicherer hier nur durch ein aktives Forderungsmanagement helfen.

Ende 2018 waren nach Angaben des PKV-Verbandes 102.200 Personen im Notlagentarif versichert (Vorjahr: 106.200). Der niedrigste Stand seit Einführung im Jahr 2013 (93.600).  2014 hatte der Tarif mit 114.400 Personen den bis dato höchsten Bestand erreicht. Der sinkende Trend spiegele auch die positive wirtschaftliche Lage in Deutschland der vergangenen Jahre wider, so Reichl.

Seite 2: Unternehmen mauern bei den Zahlen

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