13. September 2019, 12:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

TÜV-Verband: E-Scooter brauchen Blinker

Der TÜV-Verband hat drei Monate nach der Einführung von E-Scootern in Deutschland eine Ausstattungspflicht der Elektrotretroller mit Blinkern gefordert. “Die Erfahrungen der vergangenen Monate mit E-Scootern haben gezeigt, dass das Abbiegen im laufenden Verkehr häufig zu gefährlichen Verkehrssituationen führt”, sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV).

Shutterstock 1237701508 E-Scooter in TÜV-Verband: E-Scooter brauchen Blinker

“E-Scooter-Fahrer sollten die Hände unbedingt am Lenker lassen, um die Stabilität des Fahrzeugs nicht zu gefährden. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer sehen dann aber oft zu spät, wenn Elektrotretroller die Fahrtrichtung ändern oder die Spur wechseln”, so Dr. Bühler.

Frauen sind sicherheitsorientierter als Männer

Eine entsprechende Verpflichtung zur Ausstattung von E-Scootern mit “Fahrtrichtungsanzeigern” sollte zügig in die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) aufgenommen werden. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands sind 70 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass alle E-Scooter mit Blinkern ausgerüstet werden sollten.

Auffällig ist, dass Frauen hier deutlich sicherheitsorientierter sind als Männer. 81 Prozent der weiblichen Befragten sind für eine Blinker-Pflicht, aber nur 59 Prozent der Männer.

Laut den Ergebnissen der Umfrage fordern die Bundesbürger darüber hinaus weitere Sicherheitsvorgaben für die Nutzung von Elektrotretrollern. 82 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass für E-Scooter-Fahrer eine Null-Promille-Grenze gelten sollte und 73 Prozent sind für eine Helmpflicht.

Jeder Zweite ist der Meinung, ein Führerschein sei nötig

Auch hier sind Frauen deutlich sicherheitsaffiner als Männer. Knapp neun von zehn Frauen (89 Prozent) sind für eine Null-Promille-Grenze im Vergleich zu 74 Prozent der Männer. Für eine Helmpflicht plädieren 81 Prozent der Frauen und 65 Prozent der männlichen Befragten.

Immerhin 58 Prozent der Bundesbürger sind sogar der Meinung, dass E-Scooter-Fahrer mindestens einen Mofa-Führerschein vorweisen sollten. Die Ausbildung vermittelt grundlegendes Wissen über die Verkehrsregeln und umfasst sechsmal 90 Minuten Theorie in der Fahrschule sowie einmal 90 Minuten praktisches Üben.

Es folgt eine rein theoretische Prüfung mit 20 Fragen. Das könnte gerade für jüngere E-Scooter-Nutzer sinnvoll sein, die weder über einen Auto- noch einen Motorradführerschein verfügen. E-Scooter dürfen ab einem Alter von 14 Jahren gefahren werden.

Wünsche sollten schwer durchsetzbar sein

In der Praxis dürften schärfere Sicherheitsvorgaben allerdings nur schwer durchsetzbar sein. Der TÜV-Verband setzt sich zwar für eine Helmpflicht ein. Bisher ist das Tragen eines Helms laut Straßenverkehrsordnung aber erst für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 Km/h vorgeschrieben. E-Scooter dürfen dagegen nicht schneller als 20 Km/h fahren.

Auch eine Null-Promille-Grenze für eine einzelne Fahrzeugkategorie ist derzeit kaum zu rechtfertigen. Der TÜV-Verband setzt daher auf eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

“Alle Beteiligten sollten auf Risiken aufmerksam machen”

“Alle Beteiligten, allen voran E-Scooter-Verleiher, Händler und Behörden, sollten auf die Risiken der Elektrotretroller aufmerksam machen”, sagte Bühler. “E-Scooter-Fahrer sind im fließenden Verkehr ohne Knautschzone oder Schutzkleidung unterwegs.”

Zudem müsse bekannter werden, dass bei der Nutzung von E-Scootern für den Konsum von Alkohol und Drogen die gleichen Regeln gelten wie beim Auto- und Motorradfahren.

Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.003 Personen ab 14 Jahren. Die Frage lautete: “Ich lese Ihnen nun einige Aussagen zum Thema E-Scooter im Straßenverkehr vor. Bitte sagen Sie mir jeweils, ob Sie den Aussagen zustimmen oder nicht.” Auswahl: stimme voll und ganz zu / eher zu.

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Heß, WWK: „Verzahnung von Vertrieb und Marketing ist essentiell“

Die WWK hat Thomas Heß zum Bereichsleiter des Marketings der WWK und zum Organisationsdirektor für die neu geschaffene Sonderdirektion des WWK Partnervertriebs ernannt. Cash. sprach mit dem ausgewiesenen Marketing- und Vertriebsexperten über das enorme Aufgabenspektrum, den Erfolg bei Riester und die Herausforderungen im Markt.

mehr ...

Immobilien

Squeeze-out bei der Isaria Wohnbau AG

Die Hauptaktionärin der Isaria Wohnbau AG, ein mit dem US-amerikanischen Lone Star Funds verbundenes Unternehmen, will die Isaria komplett übernehmen und initiiert ein “Squeeze-out”, also das Herausdrängen der Minderheitsaktionäre.

mehr ...

Investmentfonds

Die größten Unternehmen zahlen am wenigsten Steuern

Das globale Steuersystem belohnt die Unternehmen beim Erreichen einer Größe, was sich eigentlich negativ auf die Gesellschaft selbst auswirkt, weil dadurch die Ungleichheit gefördert wird, ein wichtiger Vektor für die Verbreitung des Coronavirus. Ein Beitrag von Dr. Sandy Brian Hager und Joseph Baines.

mehr ...

Berater

Versicherung gegen Betriebsschließung: “Keine unbedachten Entscheidungen treffen”

Im Rahmen des jüngsten Streits um das Thema Betriebsschließungsversicherungen zwischen Versicherern und Versicherten, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, nehmen Stephan Michaelis und Boris-Jonas Glameyer von der Kanzlei Michaelis aus Hamburg Stellung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsches Solar-Unternehmen Hep kauft US-Projektentwickler

Der Entwickler von Solarparks und Fondsanbieter Hep aus Güglingen kauft den US-amerikanischen Projektentwickler Peak Clean Ernergie mit einer Projektpipeline von mehr als 4.000 Megawatt – inklusive 400 Megawatt Projekte nahe Baureife. Zugriff darauf hat zunächst ein aktueller Hep-Spezialfonds.

mehr ...

Recht

Zahlungsnot durch Corona: So sparen Versicherte jetzt Kosten

Die Corona-Krise versetzt viele Menschen in Zahlungsprobleme. Einige Versicherer reagieren mit Kulanzregeln und Sonderlösungen. Die besten Tipps: So sparen Versicherte jetzt Kosten.

mehr ...