Bayerische entwickelt Telematiktarif: Wer nicht fährt, bezahlt (fast) nichts

Im ersten Halbjahr 2020 plant die Bayerische stufenweise einen App-basierten Telematik-Tarif und verknüpft „pay as you drive“ mit „pay how you drive“. Hierfür haben der Münchener Versicherer und das Schweizer Insurtec Kasko2go ein gemeinsames Projekt gestartet.

Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen

Basis für den neuen Tarif ist ein Produkt, dass bereits in der Schweiz zusammen mit der Dextra Versicherung AG, einer Beteiligung der Bayerischen, erfolgreich eingeführt worden sei, teilte der Versicherer mit. Davon sollen künftig auch deutsche Versicherungskunden profitieren.

Der Tarif belohnt sicheres und umweltbewusstes Fahrverhalten mit Rabatten von bis zu 50 Prozent gegenüber klassischen Kfz-Tarifen. Die Prämie wird anhand der tatsächlich gefahrenen Kilometer und des Fahrstils berechnet.

Einzigartig in Deutschland im Vergleich zu bestehenden Telematiktarifen sei die Verknüpfung von Pay-as-you-drive mit Pay-how-you-drive. Das heißt: Wer mit seinem Auto nicht fährt, bezahlt auch fast nichts.

Und der Kunde hat jederzeit Transparenz über seine Kosten. Der Tarif berechnet sich auf Basis des individuellen Fahrverhaltens. Mithilfe von Telematik und künstlicher Intelligenz wird so das Risiko des jeweiligen Fahrstils bewertet. Je verantwortungsbewusster und umweltfreundlicher die Fahrweise, desto geringer fällt die zu zahlende Versicherungsprämie aus.

Um den Tarif nutzen zu können, wird kein zusätzliches Gerät, sondern ausschließlich eine auf dem Smartphone installierte App benötigt. Die Abrechnung erfolgt dabei kilometergenau.

Die App für den deutschen Markt wird ab Frühjahr verfügbar sein. Und ganz anders als alle zur Zeit verfügbaren Angebote kann der Kunde die App auch dann schon nutzen, wenn er noch keinen Versicherungsvertrag abgeschlossen hat. So kann er prüfen und testen, ob die hier gebotenen Lösung wirklich einen Mehrwert für ihn bietet, denn nicht für jeden Fahrer ist ein Telematik-Tarif auch von Vorteil.

Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen: „Mit Kasko2go ergänzen wir unser Produktportfolio und bieten Kunden die Möglichkeit, für nachhaltiges Fahren mit attraktiven Konditionen belohnt zu werden. Nach unserer Analyse schätzen viele Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn sie für die tatsächlich genutzte Leistung bezahlen.“

Da Autofahrerinnen und -fahrer künftig über uns den bestmöglichen Schutz immer dann, wenn sie ihn brauchen, für eine faire Prämie abschließen können, erhofft sich der Versicherer langfristig ein großes Interesse an dieser innovativen Idee.

„Damit setzen wir auch unsere Vision einen Schritt weiter um: Wir wollen dazu beitragen, dass unsere Kunden nur für den Versicherungsschutz bezahlen, den diese auch tatsächlich benötigen“, sagt Gräfer.

Genadi Man, CEO von Kasko2go: „Der Nutzungs-basierte Autoversicherungsmarkt wird laut den großen Analystenhäusern bis 2027 jährlich um rund 24 Prozent wachsen. Die Marktdurchdringung in Deutschland liegt bei unter ein Prozent – diese Potenziale möchten wir heben. Mit unserem neuartigen und skalierbaren Ansatz wollen wir langfristig nicht nur dazu beitragen, Deutschlands Straßen sicherer zu machen. In Zeiten steigenden Umweltbewusstseins trifft das Produkt den Zeitgeist und belohnt auch umweltbewusstes Fahrverhalten. Man spart also Kosten, verbessert die Verkehrssicherheit und entlastet die Umwelt – eine sinnvolle und wertschöpfende Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“ (dr)

Foto: Die Bayerische

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