31. März 2020, 09:00
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Cash.-Interview mit Christian Lindner: “Ich breche eine Lanze für die Vermittlerbranche”

Cash. sprach mit FDP-Chef Christian Lindner über die hohen Zustimmungswerte für seine Partei bei den Finanzvermittlern.

DSC 5415 in Cash.-Interview mit Christian Lindner: Ich breche eine Lanze für die Vermittlerbranche

Christian Lindner: “Wir sollten ganz offensiv darüber sprechen, dass die unabhängige Finanzberatung durch selbständige Vermittler auch sozialpolitisch eine ganz wichtige Bedeutung hat.”

Herr Lindner, nach dem Skandal um die Wahl des thüringischen FDP-Landesvorsitzenden Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten auch mit den Stimmen der AfD im Februar haben viele politische Kommentatoren schwere Zeiten für Ihre Partei prognostiziert. Bei der Bürgerschaftswahl kurz darauf in Hamburg hat die FDP dann auch knapp den Wiedereinzug in die Bürgerschaft verpasst. Wie wollen Sie diesen Negativtrend stoppen und den Imageschaden, der durch die Ereignisse in Thüringen für Ihre Partei entstanden ist, beheben?

Lindner: Wir haben schnell Klarheit geschaffen. Mit der AfD arbeiten wir nicht zusammen, weil diese Partei nicht den einzelnen Menschen betrachtet, sondern nur in völkischen Kategorien denkt. Mit der Linkspartei bilden wir keine Regierungen. Damit haben wir unseren Standort beschrieben. Von unseren politischen Mitbewerbern wird jetzt der Versuch unternommen, jedes Eintreten für Marktwirtschaft, jede Kritik an Enteignung und Umverteilung, in den Kontext des Rechtspopulismus zu rücken. Wir sind regelmäßig damit konfrontiert, dass alles was in der Politik nicht links oder grün ist, automatisch undemokratisch sein soll. Bei diesem Versuch, das politische Koordinatensystem zu verschieben, werden wir nicht mitmachen, sondern uns widersetzen.

Eine Zielgruppe, auf die sich Ihre Partei bisher immer verlassen konnte, sind die Finanzvermittler. Bei der letzten Sonntagsfrage des Vermittlerverbandes AfW kam die FDP auf 38 Prozent der Stimmen. Sie wären Kanzler und könnten sich Ihren Koalitionspartner aussuchen. Was sagt Ihnen dieser hohe Zuspruch?

Lindner: Zu unseren Grundwerten gehört das Vertrauen in den Einzelnen und seine Freiheit. Wir haben Freude an Wettbewerb und Unternehmertum. Wir haben Respekt vor Leistung und Eigentum. Wir sind eine Partei, die marktwirtschaftliche Prinzipien noch hochhält, in einer Gegenwart, in der viele eher auf den Staat und die Bürokratie setzen. Und ganz offensichtlich gibt es im Bereich der Finanzvermittler und in der gesamten Finanzbranche, aber auch bei Familienunternehmern, Landwirten und Gründern viele, die unsere Werte teilen, ohne dass wir diesen Menschen nach dem Mund reden würden. Denn das machen wir nicht. Es gibt auch Punkte, in denen man nicht einer Meinung ist. Aber zumindest bei den Grundwerten stimmen wir wohl überein.

Seite zwei: “Die AfD zu wählen, ist der falsche Schritt”

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17 Kommentare

  1. Ich halte es für schizophren dass sich hier ein Kollege über die Streitkultur der AfD beschwert und dann im nächsten Satz diese Partei als ” Rattenfänger” und somit 6 Mio AfD- Wähler als Ratten beschimpft. Nein Herr Steininger: Nicht die AfD betreibt Stimmungsmache,sondern unsachliche Schreiber wie Sie,die keinerlei Argumente gegen Ihr Feindbild vorzubringen haben, außer den üblichen auswendig gelernten Sorechblasen (Gefahr für Deutschland,Nationalistisch….. ).Bezeichnend auch,dass dann wieder ein Höcke für Ihren Populismus herhalten muss.

    Kommentar von Peter Hausen — 2. April 2020 @ 11:39

  2. Zwei Dinge bewegen mich beim Lesen dieses Beitrages und der Kommentare:
    1. Auch Herr Lindner macht den Fehler und behauptet, das Einige bei der Honorarberatung “ganz völlig ohne Beratung bleiben” Das ist Falsch, warum, lieber eine provissionsgetriebene schlechte Beratung als gar keine Beratung? Auch eine kundenorientierte Honorarberatung muss nicht teuer sein und können sich meine Kunden aus Ostthüringen (Niedriglohnsektor) leisten.
    2. Leider merkt man an vielen Diskussionsbeiträgen sehr deutlich, wie die Leute ticken. Diese Aggressivität, dieses Beschimpfen, dieses ständig Andere beleidigen hat leider durch das Aufkommen der AfD eine Dimension erreicht, die mit demokratischer Streitkultur schon nicht mehr viel zu tun hat. Nur inhaltslose Polemik, nationalistisches Palaver ala Höcke und Stimmungsmacherei gegen Alles und Jeden, das Kennzeichnet die Partei und ihre Anhänger und macht sie zu einer Gefahr für Deutschland. Umso Unverständlicher ist für mich, das diesen Rattenfängern, die gerade in unserer Branche keinerlei Alternativen und Antworten bieten soviel Berufskollegen hinterher rennen. Mit dem Erstarken dieser Partei wird mir bange für die Zukunft!

    Kommentar von Holger Steiniger — 1. April 2020 @ 22:13

  3. Es fehlt eine Aussage zur Übertragung der Aufsicht über die 34 f ler von der IHK zur Bafin.

    Kommentar von Rainer Sunderdiek — 1. April 2020 @ 10:55

  4. Hallo Herr Lindner
    Vorab möchte ich voranstellen , daß ich seit der Wende immer die FDP gewählt habe , da mir die
    persönliche und unternehmerische Freiheit immer
    schon wichtig sind. Die Ministerpräsidenten Posse
    in Thüringen ist schon genug diskutiert worden und
    ich glaube wenn man eins daraus lernen kann ist es die Tatsache das hier die meisten Parteien deutlich gezeigt dass Sie keine Ahnung von demokratischen Verhalten haben.
    Ich frage Sie Herr Lindner wofür ( Bitte keine Slogans) stehen Sie und wofür steht die FDP.
    Gerade jetzt wo tagtäglich von allen Seiten
    unsere Freiheit und Grundrechte eingeschränkt werden und jeder der mitunter sinnfreie Aktionen
    wie z. B. die Aufsicht der BaFin über alle 34 f Vermittler kritisch hinterfragt wird im besten Fall nur ignoriert.
    Ich bin davon überzeugt , dass vor allem massive
    Investitionen in die Ausbildung investiert werden
    müssen und das wir dafür einstehen das Leistung
    sich wieder lohnen muss. Ich wünsche mir das wir im persönlichen und geschäftlichen Umgang
    respektvoll miteinander umgehen.

    Kommentar von Jens Wilhelm — 31. März 2020 @ 23:21

  5. Wieso behaupten Sie,dass die AfD für Versicherungsmakler/- Finanzdienstleister,Kollege Gläser? Die AfD ist gegen ein Provisionsverbot,gegen die DSGVO und gegen eine Überregulierung unseres Berufsstandes.Das reicht mir völlig,um diese Partei zu wählen.Die FDP ist für mich eine Blender- und Opportunistenpartei,die sich je nach Gusto an den meistbietenden verkauft.Und alle anderen Parteien versuchen seit Jahren unseren Berufsstand zu vernichten,sind daher unwaehlbar

    Kommentar von Stefan Klausen — 31. März 2020 @ 23:03

  6. Sehr geehrter Herr Lindner,
    vielen Dank für die klaren Worte in Ihrem Interview.
    Besonders in meiner Tätigkeit als Makler für Investments fühle ich mich von der aktuellen Politik und deren regulierten Ziele völlig falsch orientiert. Richtig ist, dass wir klare Regeln und Festlegungen brauchen. Welchen Nutzen hat der Verbraucher durch eine überregulierte Beratung und unsere Unterstellung durch die BaFin. Wir, die Makler und freien Vermittler wollen das so nicht. Man schafft damit diesen Berufsstand ab. Da kann auch eine programmlose AFD nicht helfen. Wer dieser Meinung ist, der irrt. Die IHK ist ein kompetenter Ansprechpartner. Darüber hinaus werden wir von Wirtschaftsprüfern über unsere Tätigkeit getestet und geprüft. Unsere Mandanten erwarten eine ganzheitliche Beratung in ihren finanziellen Angelegenheiten. Was wir dazu benötigen sind einwandfreie und unkomplizierte Finanzprodukte am Markt.
    Lieber Herr Linder, bitte bleiben Sie auf Kurs – der ist richtig!
    Mit freundlichen Grüßen
    Uwe Gläser

    Kommentar von Uwe Gläser — 31. März 2020 @ 19:03

  7. Hinweis der Cash.Online-Redaktion: Es wurden keine Kommentare des Users Paolo Boos zu diesem Artikel gelöscht.

    Kommentar von brodtmann — 31. März 2020 @ 18:48

  8. Wenn dieser rückkratlose Mensch für die Finanzbranche es zumindest schafft, dass er für die Brnache was tut… aber so wie vieli (und ich) den einschätzen, ist das wieder nur Geblubber. Der bewegt politsch gar nichts mehr. der ist überall unten durch. Auch FDPler die ich kenne halten derzeit einfach nur den Mund weil es zu viele von diesen Abziehbildern git die sich über ausgrenzungen profilieren würden.
    Die FDP zu wählen ist solange der falsche Schritt solange solche Abziehbilder an der Spitze sind. Solange kann man nur entweder nicht wählen oder die AFD.
    Ein Trauerspiel sondergleichen was uns da geboten wird.

    Kommentar von Patriks Welt — 31. März 2020 @ 18:02

  9. Schade, dass sich nun auch Cash-Online am Anti-AfD-Bashing beteiligt. Offenbar sitzen inzwischen auch in Euren Redaktionsstuben linke Meinungsmacher. Wie langweilig

    Kommentar von roman turhan — 31. März 2020 @ 18:01

  10. Ist das hier eine Finanzzeitschrift oder ein Ableger der TAZ, bei der jeder mal gegen die AfD hetzen darf? Einfach erbärmlich. Sowas wie Ihr sollte sich nicht Journalismus schimpfen

    Kommentar von paolo boos — 31. März 2020 @ 17:58

  11. Die AfD zu wählen ist genau der richtige Weg, denn die 1-Mann Partei FDP ist nur eine Blenderpartei

    Kommentar von ludwig paulick — 31. März 2020 @ 17:54

  12. Der Löschhansel in Eurer Zensurabteilung ist genauso unseriös und parteiisch wie Euer Interviewer. Hätte ich mein Abo bei Euch nicht längst gekündigt, würde ich es spätestens heute tun.

    Kommentar von horst wigger — 31. März 2020 @ 17:45

  13. Wann veröffentlicht Ihr eigentlich das Interview mit dem AfD-Vertreter, damit der sich gegen die Falschbehauptungen eines Herrn Lindner wehren kann? Ihr seid doch seriöse Journalisten, die politsch neutral agieren, oder irre ich mich da etwa?

    Kommentar von Horst Wigger — 31. März 2020 @ 17:42

  14. Und die Wendehals-und Mehrheitsbeschafferpartei FDP, die sich stets an den Meistbietenden verkauft, soll die bessere Alternative zur Alternative sein? Ihr ernst, Herr Lindner?

    Kommentar von stefen sieger — 31. März 2020 @ 17:39

  15. Habe hier 2 Kommentare geschrieben: Beide wurden in Rekordzeit gelöscht. Mein einziges “Vergehen”: Ich habe mich als AfD-Wähler “geoutet” und gefragt, ob die AfD-von Cash ebenfalls interviewt wird, um die Möglichkeit zu bekommen, auf Lindners Vorwürfe/-Falschbehauptungen eingehen zu können. Offenbar reicht das im Jahr 2020 bereits, um zensiert zu werden. Willkommen in der “Demokratie”

    Kommentar von paolo boos — 31. März 2020 @ 17:36

  16. Bekommt jetzt eigentlich auch ein AfD-Vertreter bei Euch das Recht auf ein Interview,um Stellung zu Euren unverschämten Vorwürfen zu beziehen? Ich gehöre zu den 14%, die die AfD gewählt haben und ich forderere das.

    Kommentar von paolo boos — 31. März 2020 @ 17:27

  17. Schon die erste Frage ist eine Frechheit. Der eigentliche Skandal in Thüringen war, dass die Bundeskanzlerin eine demokratische Wahl befohlen hatte, rückgängig zu machen, weil ihr das ergebnis nicht “passte”. Nehmen sie das zur Kenntnis, Herr Cash-Schreiberling. Warum 38% meiner Kollegen die FDP wählen, bleibt deren Geheimnis. Ich wähle AfD.

    Kommentar von paolo boos — 31. März 2020 @ 17:24

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