430.000 Versicherte in der betrieblichen Pflege: Erfolgreicher Start für Careflex Chemie

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R+V und Barmenia sind die beiden Konsortialpartner

430.000 Kunden in knapp vier Monaten: Nach dem Start von Careflex Chemie am 1. Juli ziehen die beiden Konsortialpartner Barmenia und R+V eine erste und äußerst positive Zwischenbilanz.

Die deutschlandweit erste Pflegevorsorge, bei der über einen Tarifvertrag eine Absicherung erfolgt, scheint erfolgreich gestartet. Seit Versicherungsbeginn am 1. Juli 2021 sind nach Angaben beider Versicherer bisher rund 430.000 Beschäftigte der chemischen Industrie über die arbeitgeberfinanzierte Pflegezusatzversicherung Careflex Chemie abgesichert worden.

Zielmarke 500.000 Versicherte soll in wenigen Monaten erreicht werden

Damit besäßen fast alle der 409.000 tarifgebundenen Beschäftigten über ihren Arbeitgeber eine bessere Absicherung gegen finanzielle Risiken im Pflegefall. Zudem hätten zahlreiche Arbeitgeber auch ihre außertariflichen Mitarbeiter in die branchenweite Pflegeabsicherung einbezogen.

Die R+V Krankenversicherung, Wiesbaden, und die Barmenia Krankenversicherung, Wuppertal, bieten das Pflegemodell in einem paritätisch geführten Konsortium an. Beide erwarten, dass in den kommenden Monaten die Marke von 500.000 Versicherten erreicht wird.

Die arbeitgeberfinanzierte Pflegezusatzversicherung war von der Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC in ihrem aktuellen Tarifvertrag für alle Tarifbeschäftigten vereinbart worden. Der monatliche Zahlbeitrag für jeden Beschäftigten liegt bei 33,65 Euro.

Der Versicherte erhält im Pflegefall zusätzlich zu den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung ein Pflegemonatsgeld von 300 Euro bei ambulanter Pflege oder 1.000 Euro bei stationärer Pflege. Da es sich um eine branchenweite Lösung handelt, entfallen individuelle Gesundheitsprüfungen. Bei einem Wechsel der Branche oder mit Renteneintritt kann der Arbeitnehmer die Versicherung eigenfinanziert fortsetzen. Versicherte Beschäftigte können darüber hinaus ihre Leistungen aufstocken und auch Familienmitglieder über Careflex Chemie absichern.

Vorbild für andere Branchen?

„Mit dem Thema Pflege muss sich jeder beschäftigen, denn bei einer Wahrscheinlichkeit von 89 Prozent für ein Ehepaar wird es uns fast alle betreffen. Das individuelle Risiko ist sehr hoch und die finanzielle Absicherung durch den Staat vergleichsweise niedrig“, betont Nina Henschel, Vorständin der R+V Krankenversicherung.

Mit dem Tarifvertrag und der Entscheidung für das Pflegevorsorgemodell setze die Chemiebranche ein wichtiges Zeichen in der Gesellschaft. Als tarifliche Pflegevorsorge sei Careflex Chemie Modell und Vorbild für andere Branchen.

Auch Andreas Eurich, Vorstandsvorsitzender der Barmenia Krankenversicherung AG, hält die Pflegevorsorge für ein effektives Instrument, um die Pflege für Beschäftigte nachhaltig abzusichern: „In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Finanzierungslücke zwischen der gesetzlichen Absicherung und der Unterbringung und Pflege im Heim oder ambulant eher weiter vergrößert, ist das arbeitgeberfinanzierte Modell einer Pflegeabsicherung nahezu ideal, um die Menschen im Pflegefall vor finanziellen Einbußen zu schützen. Die Politik sollte darüber nachdenken, dieses Modell steuerlich noch günstiger zu gestalten“, argumentiert Eurich.

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