Jah­res­wech­sel: Diese fünf Dinge ändern sich für Ver­si­cherte

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2022 steht vor der Tür und bringt Neuerungen mit sich. Was erwartet Versicherte in den Bereichen der Altersvorsorge oder der Kfz-Versicherung und welche Auswirkungen hat die Absenkung des Höchstrechnungszinses? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft klärt auf, was sich mit dem kommenden Jahr ändert.

Für die gesetzliche Rentenversicherung gelten ab dem 1. Januar 2022 neue Einkommensgrenzen. Versicherte in der allgemeinen Rentenversicherung und ihre Arbeitgeber müssen Beiträge bis zu einem Bruttoeinkommen von 7.050 Euro im Monat in den alten und 6.750 Euro in den neuen Bundesländern zahlen.

Altersvorsorge: Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung

Wer mehr verdient, muss für den Teil seines Bruttogehalts oberhalb dieser Einkommensgrenzen keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen. In der knappschaftlichen Rentenversicherung gilt eine Einkommensgrenze von 8.650 Euro in den alten und 8.350 Euro in den neuen Ländern.

Steuerersparnis und Sozialabgabenfreiheit

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) hat auch direkten Einfluss auf die betriebliche Altersversorgung (bAV). Arbeitnehmer können von ihrem Bruttogehalt per Entgeltumwandlung bis zu acht Prozent der jeweils aktuellen BBG steuerfrei und vier Prozent sozialabgabenfrei zur Investition in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds nutzen.

In der betrieblichen Altersversorgung bleiben damit 2022 Beiträge des Arbeitgebers in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds jährlich bis zu 6.768 Euro steuer- und bis zu 3.384 Euro sozialabgabenfrei. 2022 beläuft sich der in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für Leistungen der bAV geltende monatliche Freibetrag wie bereits im Vorjahr auf 164,50 Euro.

Basis-Rente: Höherer Beitrag absetzbar

Auch in der Basis-Rente („Rürup-Rente“) kommt es zum Jahreswechsel wieder zu einigen Anpassungen. Für 2022 sind 94 Prozent der Einzahlungen steuerlich abzugsfähig, bis zu einer Bemessungsgrenze von 25.639 Euro. Somit erkennt der Fiskus maximal 24.100 Euro der Aufwendungen als Sonderausgaben an. Für Ehegatten verdoppelt sich der Betrag. Zu den Sonderausgaben zählen auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder für ein berufsständisches Versorgungswerk.

Der Höchstrechnungszins wird abgesenkt

Das Senken des Höchstrechnungszinses von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent hat diverse Änderungen zur Folge: So haben mittlerweile eine Reihe von Anbietern angekündigt, künftig keine Riester-Rentenverträge anzubieten. Auch für die betriebliche Altersversorgung hat die kommende Senkung folgen.

Etliche Anbieter werden Es kommt zu Einschränkungen im Angebot von Riester-Renten, da zahlreiche Anbieter den Markt verlassen. Etliche Versicherer werden für die betriebliche Altersvorsorge im Neugeschäft voraussichtlich keine Beitragszusagen mit Mindestleistung mehr anbieten. Zudem werden die Garantiewerte bei den Altersvorsorgeprodukten sinken.

Die gesetzliche Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wird jedes Jahr an die Einkommensentwicklung angepasst. Ab dem 1. Januar 2022 bleibt die BBG in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) konstant und beläuft sich auf jährlich 58.050 EUR (monatlich 4.837,50 Euro). Die Versicherungspflichtgrenze liegt dann weiterhin bei 64.350 Euro jährlich (monatlich 5.362,50 Euro). Bis zur Versicherungspflichtgrenze müssen Beschäftigte gesetzlich krankenversichert sein. Wer über diesen Betrag hinaus verdient, kann sich privat krankenversichern lassen.

Kfz-Versicherung: Neue Typ- und Regionalklassen

Rund 4,3 Millionen Autofahrer profitieren 2022 in der Kfz-Haftpflichtversicherung von besseren Typklassen, für über sieben Millionen gelten künftig höhere Einstufungen. Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten. Typklassen spiegeln die Schadensbilanz eines Automodells wider. Hier können Autofahrer ihre Typklasse herausfinden.

In der Regionalklasse können sich im neuen Jahr rund 4,2 Millionen Autofahrer auf eine bessere Einstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung freuen, rund 5 Millionen Fahrer werden heraufgestuft. Die Regionalklassen spiegeln die Schadensbilanzen der einzelnen Zulassungsbezirke wider. Hier können Autofahrer ihre Regionalklasse ermitteln. (Quelle: GDV)

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