Zwischenbilanz: Gothaer erwartet Schäden von bis zu 450 Millionen Euro

Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Rhein-Erft-Kreis
Apokalyptische Zerstörungen durch die Flutkatastrophe wie hier in Erftstadt gab es auch in anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Die Gothaer Versicherung hat rund sechs Wochen nach der durch Tief "Bernd" verursachten Überschwemmungskatastrophe eine erste Zwischenbilanz gezogen. Der Kölner Versicherer rechnet mit einem Schadenvolumen zwischen 400 bis 450 Millionen Euro.

„Oberste Priorität aller unserer Maßnahmen in dieser Ausnahmesituation hatte für die Gothaer die schnelle Hilfe für die Menschen in den betroffenen Regionen. Dies sowohl durch unmittelbare finanzielle Auszahlungen als auch durch Unterstützung in der Schadenbewältigung direkt vor Ort“ erklärt Oliver Schoeller, Vorstandsvorsitzender des Gothaer Konzerns.

Seit dem Unwetter Mitte Juli haben die Schadenregulierer und Vertriebspartner des Versicherers 3.444 der bislang rund 7.200 gemeldeten Schäden besichtigt. Mehr als 28 Prozent konnten bereits vollständig bewertet und reguliert werden. An Soforthilfen hat der Versicherer inzwischen fast 140 Millionen Euro ausgezahlt. Das erwartete Schadenvolumen dürfte bei 400 bis 450 Millionen Euro liegen.

Gothaer Hilfsfonds: rund 100.000 Euro Spenden zugesagt

Um in den betroffenen Regionen auch über die Versicherungsleistungen für Gothaer Kundinnen und Kunden hinaus zu helfen, hatte das Unternehmen im Juli einen Hilfsfonds mit einem Volumen von zunächst 500.000 Euro ins Leben gerufen. Gefördert werden vor allem soziale Projekte oder solche, die zu einem nachhaltigen Wiederaufbau in den betroffenen Regionen beitragen.

Nach Angaben des Versicherers wurden aus dem Fonds bereits 100.000 Euro ausgezahlt. Darunter 25.000 Euro für den Wiederaufbau von Spielplätzen in Bad Münstereifel und 10.000 Euro für die Instandsetzung eines Kinderheims in Rheinbach.

Weitere Projekte sind der Wiederaufbau eines Seniorenheims in Euskirchen, die Unterstützung von zerstörten Kindergärten sowie die Instandsetzung von Sportplätzen und Vereinsheimen in den betroffenen Regionen. Hinzu kommen kleinere Maßnahmen wie das Sponsoring eines Foodtrucks in Iversheim, der Anwohner und Helfende mit einer warmen Mahlzeit versorgte.

Psychologische Unterstützung

Über den so genannten Gothaer Mental-Kompass unterstützt das Unternehmen zudem die Menschen aus den Katastrophengebieten bei psychischen Problemen oder mentalen Überforderungssituationen.

Experten vermitteln bei Bedarf zudem auch Kontakte zu Fachärzten und helfen, zeitnah Termine zu bekommen. „Uns ist sehr bewusst, dass viele der Betroffenen nicht nur materielle Schäden erlitten haben, sondern auch mental stark belastet oder sogar traumatisiert sind“, sagt Schoeller. Als Gesundheitsdienstleister wolle man für diese Menschen in der Not da sein.

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