„Wir verstehen uns als Sicherheitsmanufaktur unserer Partner“

Foto: C. Daitche, Fotobonn
Andreas Schwarz, Vorstand Credit Life: "Viele Menschen denken bewusster über Risiken nach."

Biometrische Risiken sind untrennbar mit dem Leben verbunden. Ob Immobilienfinanzierung, Autokredit oder Kauf eines neuen Fernsehers. Finanzierungspläne und Zahlungsverpflichtungen stehen und fallen mit dem Beruf, dem Einkommen und der eigenen Gesundheit. Umso wichtiger ist hier eine passende Absicherung. Cash. sprach mit Andreas Schwarz, Vorstand bei Credit Life, über die Absicherung biometrischer Risiken im Rahmen einer ganzheitlichen, sicheren Finanzierung.

Wo liegen die Wurzeln von Credit Life?
Schwarz: Die Wurzeln der Credit Life reichen mehr als 40 Jahre zurück. Mit dem Erwerb der Ontos Restschuld-Lebensversicherungs AG im Jahr 1979 begann unser Weg hin zu einem der führenden Spezialisten für die Absicherung von biometrischen Risiken. Unter der Marke Credit Life bieten wir keine Produkte „von der Stange“ an. Wir verstehen uns als Sicherheitsmanufaktur unserer Partner. Über den kompletten Zeitraum einer Kooperation hinweg stehen wir unseren Partnerinnen und Partnern als Berater und Experte zur Seite. Das wichtigste Ziel ist dabei immer, den Partnern mit maßgeschneiderten Produkten entscheidende Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und die Erträge damit nachhaltig zu steigern.

Warum hat sich Credit Life auf die Biometrie- und Arbeitskraftabsicherung spezialisiert?
Schwarz: Biometrische Risiken sind untrennbar mit dem Leben verbunden. Mit unserer Entscheidung das Personenversicherungsgeschäft zu betreiben, haben wir uns bewusst dazu entschieden, diesen Markt vollumfänglich zu bedienen und dem persönlichen Schutzbedürfnis mit mindestens einer Absicherungslösung gerecht zu werden. Als Spezialist für die Absicherung von Zahlungsverpflichtungen entwickeln wir Absicherungslösungen, die das bestehende Sozialversicherungsnetz ergänzen. Insbesondere wenn das „finanzielle Risiko“ erhöht wird, etwa durch Aufnahme eines Darlehens, bieten unsere Produkte optimalen Schutz und werden zu einem wichtigen Baustein der persönlichen Vorsorgestrategie.

Das Sicherheitsbedürfnis der Menschen soll in den vergangenen zweieinhalb Jahren deutlich gestiegen sein. Können Sie das bestätigen?
Schwarz: Stichworte sind Corona, Lieferkettenprobleme, Energiekrise und die gestiegenen Gefahren des Klimawandels. Angesichts dieser Auswahl an Problemen denken viele Menschen bewusster über Risiken nach. Diese Sensibilität betrifft auch die persönlichen Finanzen. Vor allem die Pandemie hat die Einstellung der Menschen zu schweren Krankheiten und zu Arbeitslosigkeit verändert. Das beeinflusst unter anderem die Baufinanzierungsberatung. Mögliche Risiken während der Kreditlaufzeit sind greifbarer geworden und damit auch die Frage nach einer möglichen Absicherung. So geht es nicht mehr nur um den Kreditzins, sondern um eine ganzheitliche, sichere Finanzierung, die die individuelle Situation der Kunden angemessen berücksichtigt.

Bieten sie die Absicherungsprodukte im Rahmen der Kreditvermittlung etwa für Immobilien- oder Autofinanzierung ausschließlich als Annex-Produkte an?
Schwarz: Unsere klassischen Restkreditversicherungsprodukte bieten wir hauptsächlich als Annex-Produkte an. Dieser Ansatz hat sich bewährt. Gerade im Leistungsfall können wir dadurch eine schnelle Bearbeitung gewährleisten. Zudem bieten wir darlehnsunabhängige Absicherungslösungen an. Hier sprechen wir etwa von einem Einkommenschutz bei dem ein frei wählbarer monatlicher Betrag gegen die finanziellen Risiken einer Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit abgesichert wird. Zudem ist unsere Riskolebensversicherung als eigenständiges Produkt flexibel wählbar.

In der Immobilienfinanzierung legen Kreditinstitute Wert auf eine Risikoabsicherung, häufig über eine Risikolebensversicherung. Die Arbeitsunfähigkeits- und Arbeitslosigkeitsversicherung werden in Gesprächen eher nachrangig behandelt. Wie passen Baufinanzierung und Arbeitskraftabsicherung zusammen?
Schwarz: Im Jahr 2016 trat die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) in Kraft. Seitdem haben sich die Bedingungen für die Kreditvergabe spürbar verändert. Heute gelten umfangreiche Aufklärungs- und Beratungspflichten. Es braucht eine Kreditwürdigkeitsprüfung. Und Berater müssen auf geeignete Produkte hinweisen, mit denen sich ein auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmtes Darlehen absichern lässt. Fehlt die Kreditwürdigkeit, kann der Darlehensnehmer jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen. Die Prüfung darf allerdings nicht nur die aktuelle Situation zum Zeitpunkt des Kreditgesprächs beleuchten. Vielmehr muss mit hinreichender Wahrscheinlichkeit sichergestellt sein, dass der Darlehensnehmer seinen Verpflichtungen auch während der Laufzeit nachkommen kann. In der Praxis zählt daher eine zentrale Frage: Ist das Haushaltseinkommen auch bei unerwarteten Situationen sicher? Vor allem wenn ein Hauptverdiener existiert, führt dessen Ausfall oft zu finanziellen Schwierigkeiten und der Gefahr, die Immobilie verkaufen zu müssen. Derartige Themen gehören also unbedingt in ein Kreditgespräch. Denn wo sich Zahlungsschwierigkeiten bei längeren Krankheiten, oder Arbeitslosigkeit abzeichnen, sind auch Gedanken zu möglichen Absicherungslösungen sinnvoll und von der WIKR verlangt.

Wenn über das Thema Arbeitskraftabsicherung gesprochen wird, fokussieren sich die Diskussionen sehr oft auf die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Ist das zu kurz gesprungen?
Schwarz: Die BU ist wesentlicher Baustein zur Absicherung der Arbeitskraft. Allerdings ist ein Zugang zu ihr nicht immer möglich. Gründe dafür sind etwa der abzusichernde Beruf oder Vorerkrankungen. Für diese Personengruppe wäre eine Restkreditversicherung oder eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine solide Alternative zur Absicherung. Zudem kann auf dem Weg zu einer anerkannten Berufsunfähigkeit einiges passieren. Eine längere Krankheit oder ein Unfall können eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben. Nach der Lohnfortzahlung von 42 Tagen wird es für Einige nach wenigen Wochen eng – die Rücklagen sind aufgebraucht. Hier bedarf es einer finanziellen Unterstützung, damit die Zahlungsfähigkeit erhalten bleibt. Daher sichern wir vorübergehende Arbeitsunfähigkeiten, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit bedarfsgerecht ab.

Der Markt für Arbeitskraftabsicherung ist komplex. Wie unterstützen Sie Ihre Partner?
Schwarz: Wir schauen uns den Vertriebs- und Beratungsprozess an und ermitteln so die Abläufe bei unserem Kooperationspartner. Die Erkenntnisse werten wir aus und schnüren daraus ein individuelles Unterstützungskonzept. Durch langfristig aufeinander aufbauende Trainings gewährleistet unsere Credit Life-Akademie die dauerhafte fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter am Point of Sale. Vertrieb und Beratung finden „am Kunden“ statt, nicht in Schulungsräumen. Unsere E-Learning-Kurse, Präsenz- und Online-trainings sind organisatorisch, fachlich und inhaltlich so aufgebaut, dass wir die Teilnahme über entsprechende Zertifikate IDD-konform bescheinigen können. Auch im Nachgang an eine Finanzierung können Kunden noch von einer bedarfsgerechten Absicherung überzeugt werden. Auch hier stehen wir unseren Partnern mit unserer Expertise von Beginn an zur Verfügung. Selbstverständlich bieten wir auch für Onlinevertriebskanäle diverse Dienstleistungen an, wie beispielsweise die Optimierung von Antragsstrecken, Unterstützung bei der Leadgenerierung, Re-Targeting, Analyse.

Mit der Pandemie haben sich Vertriebswege und Beratungsansätze verschoben. Auch bei den Themen Arbeitskraftabsicherung und Biometrie. Wie sieht ihre digitale Vertriebsunterstützungsstrategie aus?
Schwarz: Wir setzen auf ein hoch automatisiertes System zur umfassenden Antrags-, Vertrags- und Schadenbearbeitung. Unsere Systeme und Prozesse lassen sich sehr zuverlässig, gleichzeitig aber flexibel, dynamisch und skalierbar, in die Verkaufs- und Abwicklungssysteme unserer Partner integrieren. Nicht nur die maßgeschneiderte Integration aller Prozesse, sondern auch aller relevanten Reportings können wir bieten. Falls keine Integration gewünscht wird, stellen wir einen abschlussfähigen Online-Rechner im Look & Feel des Partners zur Verfügung. In den Online-Rechner integriert haben wir einen Versorgungslückenrechner, der die Versorgungslücke im Falle einer AU oder Arbeitslosigkeit grafisch darstellt und so Kunden im Beratungsprozess sensibilisiert. Den Rechner stellen wir auch Stand-Alone zur Verfügung. Zudem erstellen wir Landingpages und Antragsstrecken im Look & Feel unserer Partner.

Das Interview führte Jörg Droste, Cash.

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