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19. Juni 2013, 11:44
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Renditegenuss ohne Reue

Während Anleihen kaum noch Zinsen bieten, werden die Aktienmärkte von Investoren mit Geld überflutet und eilen von einem Höchststand zum nächsten. Absolute-Return-Fonds versprechen Anlegern dennoch einen sorgenfreien Einstieg.

Absolute-Return

Ralf Lochmüller, Lupus Alpha: „In den letzten fünf Jahren hatten alle Asset-Klassen mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Absolute-Return-Fonds haben sich am besten geschlagen.“

Trotz Höhenflügen an den Aktienmärkten bleibt die Masse der deutschen Bürger der Börse lieber fern, wie Umfragen regelmäßig bestätigen. Die Berührungsängste sind durchaus nachvollziehbar: Seit der Jahrtausendwende haben Anleger bereits zwei massive Crashs miterleben müssen, Kursverluste von 50 Prozent waren in vielen Aktiensegmenten keine Seltenheit. Doch mit ihrer Abkehr vom Börsenparkett meiden Menschen auch die langfristig renditestärkste Kapitalanlage, die sie nicht zuletzt für ihre Altersvorsorge nutzen sollten.

Anleger wollen in die Komfortzone

Nach Ansicht von Klaus Kaldemorgen, Fondsmanager bei der Frankfurter DWS, können nur neu designte Investmentprodukte dieses Dilemma lösen: “Ich denke, dass durch die Erfahrung der letzten zehn Jahre bei vielen Anlegern das Bedürfnis nach einer stärkeren Kontrolle des absoluten Risikos zugenommen hat. Damit sie den Aktien nicht weiter den Rücken kehren, müssen diese risikoärmer verpackt werden.”

Anleger möchten es in erster Linie bequem – dass die “Kapitalanlage sich in ihrer Risikokomfortzone wiederfindet”, wie Kaldemorgen sagt. Dieser Bereich läge etwa bei einer Volatilität von lediglich fünf bis zehn Prozent und nicht wie bei konventionellen Aktieninvestments zwischen 15 und 25 Prozent.

Die Risikokennziffer Volatilität drückt aus, wie stark Börsenkurse schwanken. Mit dem DWS Kaldemorgen hat die Deutsche-Bank-Tochter im Mai 2011 einen Fonds auf den Markt gebracht, um die Ansprüche privater Kunden hierzulande zu erfüllen. Möglich machen soll dies der Einsatz von Strategien, die ursprünglich Hedgefonds vorbehalten waren. So kann Kaldemorgen beispielsweise in großen Mengen Derivate einsetzen und damit auch auf fallende Kurse spekulieren. Mit erheblichem Aufwand: Der ehemalige Sprecher der DWS-Geschäftsführung konzentriert sich mittlerweile ausschließlich auf das Management des nach ihm benannten Fondsbenjamins.

Statt Absolute Return jetzt Total Return

Die bislang von Kaldemorgen gelenkten Flaggschiffe – der DWS Vermögensbildungsfonds I ist rund fünf Milliarden Euro schwer, der DWS Akkumula Fonds etwa drei Milliarden Euro – hat der ehemalige Union-Investment- Fondsmanager André Köttner zu Beginn des Jahres übernommen.

Statt Absolute Return heißt die Allzeit-Rendite-Strategie bei der DWS allerdings Total Return. Das Ziel jedoch bleibt unverändert: “Der Anspruch des Fonds ist es, ohne großen Stress für den Anleger eine positive Wertentwicklung im Kalenderjahr zu erzielen”, so Kaldemorgen. Das bereits erhebliche Fondsvolumen zeige den richtigen Ansatz der Produktidee.

Der DWS Concept Kaldemorgen verfügt mittlerweile über ein Vermögen von rund 320 Millionen Euro. Die Rendite liegt auf Jahressicht bei gut fünf Prozent. Der bekannte Fondsmanager gibt sich damit zufrieden: “Der Fonds konnte die bei Auflage anvisierten Performance-Ziele bisher übertreffen. Die Volatilität erreicht seit dem Start einen Wert von knapp sechs Prozent. Im Vergleich dazu liegt der Dax bei rund 25 Prozent und der MSCI Welt bei 14 Prozent. Das Ziel, an der Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt zu etwa zwei Dritteln zu partizipieren, haben wir klar überboten.”

Die Suche nach einem vielbeschworenen sicheren Hafen für ihr Kapital hat indes viele Investoren in den vergangenen Jahren eher auf den Rentenmarkt geführt. Dort haben sie nicht nur historisch niedrige Zinsen akzeptiert, sondern auch die Gefahr, Kursverluste hinzunehmen, sobald der Zinstrend wieder nach oben zeigt.

Angst vor Bondblase hilft

Wie die Aktien-Hausse der zurückliegenden Monate lässt sich auch diese Situation als Argument für Absolute-Return-Fonds interpretieren. So erklärt Tim Haywood, Fondsmanager des Julius Bär Absolute Return Bond Fund Plus: “In einem Umfeld, in dem der Kauf von Anleihen als zu gefährlich erscheint, kann die logische Konsequenz lauten, ‚short‘ zu gehen und auf sinkende Kurse zu setzen – eine Option, die Absolute-Return-Strategien offensteht.”

Haywood weiß, dass “viele Anleger skeptisch gegenüber dem Absolute-Return- Ansatz sind”. Denn in den letzten Jahren war das Versprechen, immer positive Erträge zu erzielen, in der Realität oft nur schwierig umzusetzen. “Und auch wenn ‚Absolute Return‘ nicht als Synonym für eine Kapitalschutzgarantie aufgefasst werden darf, haben doch viele Fondsmanager selbst die einfachsten Erwartungen der Anleger enttäuscht”, so Haywood, der neben dem Julius-Bär-Portfolio noch mehrere GAM-Fonds wie den Absolute Return Bond lenkt. GAM steht für Global Asset Management.

Seite zwei: Resistent gegen Krisen

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