Renditegenuss ohne Reue

Die in Zürich ansässige Fondsgesellschaft ist 2009 aus der Schweizer Privatbank Julius Bär hervorgegangen. Nun hofft Haywood, dass das Umfeld niedriger Zinsen dem Absolute-Return- Ansatz jedoch „die verdiente Chance bietet, noch einmal in neuem Licht betrachtet zu werden und sich zu bewähren“. Denn unter den gegebenen Bedingungen ermögliche es ein unbeschränkter und wendiger Ansatz, sowohl von überhöhten Bewertungen als auch von Schnäppchen profitieren zu können, so der Fondsmanager: „Absolute- Return-Strategien sind daher im jetzigen Umfeld eine attraktive Option für Anleihenanleger.“

Aus den genannten Gründen hat Haywood die Laufzeiten der in seinen Absolute- Return-Fonds enthaltenen Bonds daher bereits deutlich gesenkt: „Die Duration liegt aktuell nahe Null. In Zeiten, in denen Staatsanleihen bester Bonität attraktiv erscheinen, läge die Laufzeit dagegen bei etwa drei Jahren.“

Chancen auf ordentliche Renditebeiträge sieht Haywood derzeit denn auch eher in anderen Bereichen. Als Beispiele nennt der Fondsmanager Wandelanleihen und Währungen. Aussichtsreiche Wechselkurswetten bietet seiner Meinung nach aktuell Skandinavien: „Wir halten die Norwegische Krone im Vergleich zur Schwedischen Krone für interessant. Der Wechselkurs der norwegischen zur schwedischen Währung steht derzeit bei etwa 1,11.“ Dies sei im Vergleich mit den vergangenen Jahren niedrig, so der Fondsmanager: „Wir glauben deshalb, dass bei diesem Währungspaar eine Rallye bevorsteht.“

Resistent gegen Krisen

Dass Anleihespezialist Haywood mehr kann als nur Bonds zu managen, bestätigen die Ergebnisse seines Julius Bär Absolute Return Bond Fund Plus. Der Fonds hat nicht nur sein Minimalziel erreicht, das anvertraute Anlegerkapital zu erhalten, sondern weist für die zurückliegenden fünf Jahre eine jährliche Rendite von 8,8 Prozent aus. Der geschickte Einsatz von Derivaten ist der Schlüssel zu Haywoods Erfolg.

Zu seinem Instrumentarium gehören neben Währungswetten etwa auch Absicherungen gegen steigende Zinsen oder gegen zunehmende Inflation. Der Anteilspreis schwankt für einen Fonds mit Absolute- Return-Anspruch stark, mit knapp elf Prozent Volatilität aber noch deutlich weniger als bei einem Aktienfonds. Damit fallen erfolgreiche Allwetterfonds genau in das aktuelle Beuteschema vieler Anleger. Sie wollen eine attraktive Rendite, aber mit wenig Schwankungen und erst recht ohne heftige Rückschläge. Absolute-Return-Produkte versprechen genau diese Eigenschaften.

Nicht wenige Fondsmanager scheitern jedoch an den hohen Zielen, wie auch die jüngste Studie zum Absolute-Return-Markt des in Frankfurt ansässigen Asset Managers Lupus Alpha belegt. Managing Partner Ralf Lochmüller hat sogar festgestellt, dass die Qualitätsunterschiede in dem Segment weiter wachsen. Das von Fonds dieser Couleur verwaltete Volumen ist von 82 Milliarden Euro Ende 2011 auf 96 Milliarden Euro Ende 2012 gestiegen.

Zahl der Fondsangebote rückläufig

Trotzdem war die Zahl der Angebote erstmals seit 2008 rückläufig. Sie sank im Vorjahr von 546 auf 498 Fonds, weil 74 Schließungen nur 26 Fondsstarts gegenüberstanden. Beeindruckend sind die mittelfristigen Performance-Zahlen, die Lupus Alpha für die gesamte Produktgruppe angibt: In den vergangenen fünf Jahren lieferten die Fonds mit knapp einem Prozent Plus per annum als einzige Investments im Vergleich eine positive Rendite ab.

Mit dem Euro Stoxx 50 ging es zum Beispiel um mehr als neun Prozent jährlich bergab, selbst der Hedgefondsindex HFRX gab knapp drei Prozent per annum nach. Für Absolute-Return-Offerten typisch ist der Anspruch, ihre Anteilseigner geringeren Rückschlägen auszusetzen. Seit Ende 2007 haben Fonds dieses Typs im Schnitt einen maximalen Verlust von 14,2 Prozent hinnehmen müssen.

Die großen amerikanischen und europäischen Aktienindizes verloren jeweils mehr als die Hälfte ihrer Notierung. Selbst Hedgefonds mussten im Schnitt einen Maximalverlust von 23,4 Prozent hinnehmen. Obwohl diese Zahlen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für Absolute-Return-Fonds sprechen, müssen Anleger bei der Auswahl genau hinschauen. Die Spannbreite der heftigsten Rückschläge ist enorm.

Lochmüller erklärt: „Der Maximum Drawdown pro Fonds reicht von 0,31 bis zu 87,60 Prozent. Diese Differenz zeigt die hohen Qualitätsunterschiede der Fonds.“

Seite drei: Schutz vor Kurssturz

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